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F1-Tricks für 2017

Wer hat den langen Radstand?

Red Bull RB12 - F1 2016 - Profil Foto: Stefan Baldauf 12 Bilder

Die Gerüchte geistern seit Wochen durch das Fahrerlager. Das neue Reglement für 2017 lädt zu großen Technikcoups ein. Ein Team soll mit einem deutlich längeren Radstand planen, ein anderes mit einem kontrollierten Strömungsabriss im Diffusor. Wir verraten, wen die Konkurrenz im Verdacht hat.

19.10.2016 Michael Schmidt 3 Kommentare

Neue Reglements wirken auf Ingenieure wie Doping. Weil da die Chance am größten ist, die Konkurrenz mit einem Technik-Coup zu überrumpeln. Das war schon bei den letzten beiden Technik-Reformen so. 1998 wurden die Autos um 20 Zentimeter schmaler. Rillenreifen ersetzten Slicks. Also weniger Anpressdruck und weniger mechanischer Grip. Adrian Newey setzte als einziger goldrichtig auf einen größeren Radstand.

2009 bekamen die Autos breitere Frontflügel, kleinere Heckflügel, weniger Diffusorfläche und ein Jahr später auch noch einen deutlich größeren Tank wegen des Tankstoppverbots. In dieser Zeit wurde die Pullrod-Hinterachse reaktiviert, der angeblasene Diffusor erfunden und der F-Schacht zum Leben erweckt.

Ist der Red Bull RB13 um 20 Zentimeter länger?

Im nächsten Jahr geht die Formel 1 den umgekehrten Weg wie 1998. Die Autos werden wieder 20 Zentimeter breiter. Mit größeren Flügeln vorne und hinten und mehr Freiheiten bei den Leitblechen und dem Diffusor. Breitere Reifen werden den mechanischen Grip erhöhen. Für die Ingenieure erweitert sich nach jahrzehntelanger Kastration die Spielwiese.

Das lädt natürlich auch wieder zu neuen Ideen und neuen Konzepten ein. Seit Wochen geistern durch das Fahrerlager Gerüchte, dass zumindest zwei Teams den ganz großen Hammer auspacken. Das eine soll mit einem Radstand planen, der 20 Zentimeter länger als der Durchschnitt ist. Das andere mit einem Trick, wie man auf der Geraden kontrolliert Strömungsabriss im Diffusor herstellt.

Ursprünglich wurden beide Technik-Coups Mercedes zugeschrieben. Doch inzwischen sickert durch, dass es sich bei dem extralangen Radstand wohl um Red Bull handelt. Es wäre keine Überraschung.

Wie bereits erwähnt hat Newey die Gegner schon einmal mit dem Radstand ausgetrickst. Damals aus fahrdynamischen und aerodynamischen Gründen. Den gewonnen Platz zwischen Vorderrad und Seitenkasten nutzte Newey, um die von den Vorderrädern aufgewirbelte Luft durch extragroße Leitbleche zu beruhigen.

McLaren längte 1998 den Radstand seines Autos um 5,5 Zentimeter. Alle anderen blieben ihren Radständen zunächst treu. Mit dem Ergebnis, dass der McLaren plötzlich 10 Zentimeter länger war als der Ferrari, Williams oder der Jordan. Als die anderen verstanden, warum Newey auf Länge setzte, rüsteten sie hektisch ihre Autos nach. Was natürlich nur ein fauler Kompromiss sein konnte, denn die Aerodynamik war für kürzere Autos konzipiert worden.

Kontrollierter Strömungsabriss für mehr Top-Speed

2017 sprechen ähnliche Gründe für einen langen Radstand wie vor 18 Jahren. Man hört, dass Red Bull seinen RB13 an beiden Enden streckt. Vorne der Aerodynamik willen, hinten wegen der Gewichtsverteilung.

Wer vorne 10 Zentimeter mehr Platz zwischen Vorderreifen und Seitenkasten schafft, kann dort mehr und aufwendigere Leitbleche platzieren. Die Ingenieure bestätigen, dass 2017 in diesem Bereich die größte Entwicklung stattfinden wird. Leitbleche als Strömungsausrichter und Strömungserzeuger, um das Auto seitlich abzudichten.

Man kann vorne jedoch nicht beliebig längen. Erstens bräuchte man dann ein längeres Chassis, was ins Gewicht gehen würde. Außerdem würde dann die Gewichtsverteilung zu weit nach hinten wandern. Als Gegenmaßnahme spreizt man die Hinterradaufhängung nach hinten. Damit wandern die schweren Komponenten wie Motor, Tank und Fahrer relativ nach vorne.

Das bloße Gerücht, dass Red Bull womöglich wieder den richtigen Ansatz gefunden hat, sorgte bei den anderen Teams für Aufregung. Die Konstruktion der 2017er Autos ist bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Wer nachziehen will, muss sich beeilen.

Auch Mercedes hat die Gegner aufgescheucht. Ein Konkurrenzteam will in Silverstone per GPS-Ortung beobachtet haben, dass Mercedes in einer freien Trainingssitzung etwas ausprobiert hat, das dem Auto trotz gleichbleibender Kurvengeschwindigkeiten deutlich höhere Top-Speeds verlieh. Da ging schnell der Verdacht um, die Ingenieure in Brackley hätten etwas gefunden, das auf der Geraden die Strömung im Diffusor abreißen lässt.

Es wird vermutet, dass Mercedes die Hinterachse gezielt absenken kann, um die Strömung unter dem Auto zu unterbrechen. Ein solcher Effekt wäre im nächsten Jahr ein größerer Vorteil als heute. Weil die breiteren Autos massiv an Luftwiderstand zulegen.

In unserer Galerie verraten wir Ihnen, welches Auto aktuell den längsten Radstand hat.

Neuester Kommentar

auch in ennstone scheint es also mehr (2015) oder weniger (2016) GUTE erfahrung mit einem langen radstand zu geben - man darf gespannt sein! - jetzt stimmts ;)

misterX_ 24. Oktober 2016, 14:37 Uhr
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