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F1-Aerodynamik

Neue Regeln, neue Ideen

Foto: Williams 17 Bilder

Die 2009er F1-Autos sind ein Anschlag auf den guten Geschmack. Doch die Ingenieure versprechen: Über kurz oder lang wird man sich an die neuen Autos gewöhnen.

23.12.2008 Michael Schmidt

Die ersten Fotos der Wintertestfahrten waren ein Schock. Doch man darf sich von den Versuchsträgern, die zuletzt in Barcelona und Jerez gefahren sind, nicht täuschen lassen. Das sind Schnellschüsse, die den Abtrieb der neuen Fahrzeuggeneration simulieren sollen. Die Frontflügel, die heute noch aussehen wie ein 1,80 Meter breites Bügelbrett, werden in Melbourne 2009 ganz andere Formen haben.

Genormt ist nur der Mittelteil in einem 50 Zentimeter-Bereich um die Mittelachse. Er kann höchstens um ein halbes Grad zur Straße hin abgewinkelt werden. Dann kommen 15 Zentimeter, auf denen die Flügeltiefe um 30 Zentimeter zunehmen darf. Auch da werden sich die Flügel nur in Nuancen unterscheiden. Hingegen sind die äußeren 50 Zentimeter bis zu den Endscheiben frei in ihrer Gestaltung.

Interessant wird sein, wie die Ingenieure das Problem lösen, die Luft sauber innerhalb der Vorderreifen vorbeizuleiten. Bisher wurde dies mit nach innen gezogenen Endplatten arrangiert. "Bei den breiten Frontflügeln liegen die Endplatten viel zu weit außen. Wir werden nach neuen Lösungen suchen müssen", erklärt Williams-Technikchef Sam Michael.

Enges Reglement verlangt Kreativität

Auch bei den Nasen wird es unterschiedliche Philosophien geben. BMW und Williams gingen zwar beide in die Breite, doch die Experimentalphase von BMW reckte sich hoch über das Flügelmittelteil, während Williams seine Nase tief nach unten zog. Die aufgeräumte Karosserie ist vielleicht gar nicht so schlecht. Es gab zuletzt nur noch eine Handvoll Aerodynamiker, die verstanden haben, wozu all die Strömungshilfen, die aus dem Auto wucherten, gut waren.

Nur noch in einem Eck vor den Kühleinlässen dürfen Leitbleche angebracht werden. Der Platz ist höchstens zehn mal zehn Zentimeter groß: "Es wird schwieriger, die Strömung Richtung Heck zu kontrollieren", warnt Michael.

Aero-Spielwiese liegt hinten

Stichwort Heck: Dort liegt die neue Spielwiese der Ingenieure: "Es wird wieder richtige Diffusoren geben mit interessanten Formen", freut sich BMW-Technikchef Willy Rampf. "Das Thema Kühlluft-Auslass ist eine Herausforderung", sagt auch Michael. Kiemen und Kamine sind tabu. Die Luft muss ganz hinten in einer 50 Zentimeter-Zone raus. "Dort wird die größte Innovation stattfinden", glaubt Rampf.

Der höher gesetzte Heckflügel darf oben maximal aus zwei und unten aus einem Element bestehen. Williams hat festgestellt: "Es wird komplizierter den Flügel zusammen mit dem Diffusor zum Arbeiten zu bringen, weil der Unterboden weiter nach hinten ragt."

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