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F1-Analyse

BMW macht größten Schritt

Foto: Wolfgang Wilhelm 60 Bilder

Am 27. April kehrt die Formel 1 mit dem GP Spanien nach Europa zurück. Nach den ersten drei Überseerennen zeichnet sich das Kräfteverhältnis für diese Saison bereits ab. Hinter der Dreierspitze ballen sich fünf Teams in einer Gruppe zusammen.

22.04.2008 Michael Schmidt

Die Tagesform entscheidet, wer vorne liegt. Bis jetzt hat Toyota den besten Eindruck hinterlassen, gefolgt von Williams, Red Bull, Renault und Honda. Toro Rosso konnte sich nur beim Saisonauftakt in Melbourne im Verfolgerfeld halten. Danach fiel das B-Team von Red Bull sukzessive zurück. Das Vorjahresauto wird nicht mehr weiterentwickelt und hat gegen die Neukonstruktionen keine Chance mehr. Am Ende des Feldes hat Force India die rote Laterne an Super Aguri abgegeben.

BMW mit größtem Sprung

Bei einer genaueren Analyse der Rundenzeiten von Melbourne, Sepang und Bahrain zeigt sich, wer in der Winterpause die beste Arbeit geleistet hat. Kein Team aus der Spitzengruppe konnte sich im Vergleich zu den Vorjahreszeiten so steigern wie BMW. Aber auch Toyota und Red Bull haben einen großen Sprung gemacht. Williams setzte seinen Aufwärtstrend vom Vorjahr fort. Ferrari und McLaren stagnieren auf hohem Niveau, und Renault wird dadurch bestraft, dass sich der englisch-französische Rennstall im Gegensatz zur direkten Konkurrenz kaum verbessert hat.

Für die Bewertung der Teams wurde die jeweils schnellste Rundenzeit im Training und Rennen mit den Werten von 2007 verglichen. Die addierten Zeitunterschiede zwischen 2007 und 2008 geteilt durch die Anzahl der bisherigen Rennen ergeben die durchschnittliche Steigerung oder Verschlechterung. So ist BMW im Training im Mittel um 0,465 Sekunden schneller als im Vorjahr, im Rennen sogar um 0,647 Sekunden. McLaren zum Beispiel verliert bei den schnellsten Qualifikationszeiten im Schnitt 0,138 Sekunden. Nach dem Abgleich der Trainingszeiten aus Melbourne, Sepang und Bahrain ergibt sich folgender Stand:

1. Red Bull- 0,536 s
2. BMW- 0,465 s
3. Toyota- 0,428 s
4. Williams- 0,372 s
5. Renault- 0,268 s
6. Ferrari- 0,131 s
7. McLaren+ 0,138 s

Nimmt man nur die schnellsten Rennrunden als Maßstab, ergibt sich eine andere Hackordnung:

1. BMW- 0,647 s
2. Toyota- 0,461 s
3. McLaren- 0,340 s
4. Williams- 0,006 s
5. Renault+ 0,040 s
6. Ferrari+ 0,135 s
7. Red Bull+ 0,396 s

Die Analyse verlangt eine Erklärung: Die gute Form der Ferrari vor allem im Renntrim steht offenbar im Widerspruch zu der schlechten Position im Vorjahresvergleich. Dabei ist zu bedenken, dass Ferrari in Melbourne nie seine wahre Stärke zeigen konnte und bei den folgenden Rennen in Malaysia und Bahrain so überlegen war, dass die Sieger Kimi Räikkönen und Felipe Massa nicht gezwungen waren, ans Limit zu gehen. Da war es sinnvoller, den Motor für das nächste Rennen zu schonen. Der sechste Platz von Ferrari in der Trainingsrangliste zeigt allerdings, dass die Roten ihre Schwächen in der Qualifikation nicht lösen konnten. Es gibt immer noch Probleme, die Reifen schnell auf Temperatur zu bringen.

Red Bull im Rennen zu langsam

Rätselhaft erscheint zunächst auch die Situation von Red Bull. Im Training am meisten verbessert, im Rennen um durchschnittlich 0,396 Sekunden langsamer als 2007. Was sagt uns das: Der neue Red Bull RB4 hat auf eine Runde stark zugelegt, kann das aber über die Renndistanz nicht umsetzen, weil das Auto die Reifen zu stark beansprucht. Zu dem Zeitpunkt, an dem wenig Benzin im Tank ist, sind die Reifen schon zu stark abgefahren. Die Renndaten werden durch den GP Australien etwas verfälscht. Mark Webber schaffte nicht mal die erste Runde, und David Coulthard crashte früh mit Massa.

BMW hat sich in beiden Disziplinen gesteigert, im Mittel um eine halbe Sekunde. Wer hätte das gedacht ohne Traktionskontrolle und ohne Motorbremse? Der Formanstieg von BMW passt ins Bild der ersten drei Rennen. Die Truppe aus Hinwil und München hat auf McLaren-Mercedes aufgeschlossen. Ferrari ist im Visier. Ferrari und McLaren schneiden relativ zu den anderen Teams auch deshalb schlechter ab, weil beide Teams von einer exzellenten Ausgangsposition aus bewertet werden. Da gab es weniger Spielraum für Verbesserung als bei den Verfolgern.

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