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Formel 1-Architekt Hermann Tilke

Sotschi mit einmaliger 300 km/h-Kurve

Hermann Tilke F1 Architekt 2012 Foto: xpb 35 Bilder

Im Interview spricht Formel 1-Architekt Hermann Tilke über die Fortschritte auf der neuen Strecke in Austin, die Verbesserungen am Fahrerlager von Indien und verrät die ersten Geheimnisse zum Kurs im russischen Sotschi, auf dem die Formel 1 2014 unterwegs ist.

09.10.2012 Tobias Grüner
Wie kommen die Arbeiten in Austin voran?

Tilke: Es muss noch viel gemacht werden. Aber so etwas wird immer in der letzten Minute fertig. Der Asphalt ist aber schon komplett drauf. Wir haben ungefähr 15 Leute da - Ingenieure und Architekten - alles wird gut.

Wie zufrieden waren sie mit der Ausführung der Bauarbeiten?

Tilke: Das war alles super. In Kurve eins musste ein großer Hügel aufgeschüttet werden. Aber die Amerikaner haben gute Maschinen und sind richtig schlagkräftig, was das Bauen angeht. Man hat natürlich jeden Tag kleinere Probleme. Aber nichts, was über das Normale hinausging.

Wie ist der Charakter der Strecke?

Tilke: Das müssen natürlich die Piloten später beurteilen. Ich hoffe, dass es vom fahrerischen interessant wird. Ich hoffe auch, dass überholt werden kann und dass es ein spannendes Rennen gibt. Wir haben mit verbreiterten Kurveneingängen gearbeitet. Wir haben Höhenunterschiede. Da kann man dann den Scheitelpunkt nicht erkennen und fährt blind in Kurven rein. (Bilder von den Bauarbeiten in der Fotogalerie, die Redaktion)

Sie haben also alles versucht, um die Piloten in Fehler zu treiben?

Tilke: Wir Architekten versuchen immer alles. Aber die Fahrer sind leider so verdammt gut. Auch die Techniker und die Autos sind nahezu perfekt. Das ist schwierig.

Würden Sie sagen, dass es ihre beste Strecke ist?

Tilke: Nein, das kann man nie sagen. Jede Strecke ist anders vom Charakter her.

Wie ist die Asphalt-Beschaffenheit?

Tilke: Der Belag muss sich noch ein bisschen setzen. Richtigen Grip gibt es immer erst nach einem Jahr.

Auch Indien steht vor der Tür. Da gab es im Vorjahr etwas Kritik.

Tilke: Die Strecke war aber in einem guten Zustand.

Aber das Fahrerlager...

Tilke: ... manche Gebäude waren noch nicht ganz fertig. Aber ich hoffe, dass es in diesem Jahr alles gut ist. Ich stehe in Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort. Die haben mir gesagt, dass sie einiges verbessert bzw. zu Ende gebaut haben. Das wurde im vergangenen Jahr zum Schluss einfach sehr knapp und sehr hektisch. Da wird dann manchmal auch etwas übersehen. Ich erwarte aber, dass das in diesem Jahr alles reibungslos geht.

Im kommenden Jahr steht mit New Jersey ein Stadtrennen im Kalender. Wie viel Arbeit ist das?

Tilke: Da sind wir dran. Auch bei einem Stadtrennen ist viel zu machen.

Welche anderen Projekte beschäftigen sie aktuell?

Tilke: Für 2014 laufen schon die Arbeiten in Sotschi. Das ist aber noch eine große Baustelle. Vom Boxengebäude und den Tribünen sind gerade erst die Bodenplatten und die Stutzen fertig. Aber das geht jetzt sehr schnell. Die Streckenführung lässt sich auch schon teilweise erkennen.

Können sie da schon etwas über das Layout sagen?

Tilke: Im Gegensatz zu Austin geht es leider nicht hoch und runter. Es wird eine sehr schnelle Strecke, im Uhrzeigersinn, mit einigen interessanten Features drin. Mit einer Kurve, die über 180 Grad geht. Da wird mit mehr als 200 km/h reingefahren, raus geht es mit mehr als 300 km/h. Die wird immer schneller. So eine gibt es glaube ich noch nicht. Da werden dann die Nackenmuskeln gut gefordert.

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