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Der Formel 1-Auspuffkrieg

Das Geheimnis von Ferrari und Mercedes

Formel 1 Test Barcelona 2011 Foto: Grüner 74 Bilder

Der Auspuff ist in diesem Jahr das Lieblingsspielzeug der Ingenieure. Jetzt haben auch Ferrari und Mercedes ihre Karten aufgedeckt. Während Ferrari Red Bull kopiert, geht Mercedes einen eigenen Weg. Wir zeigen die ersten Bilder.

09.03.2011 Michael Schmidt

Der Auspuff ist der neue Freund des Aerodynamikers. Er hilft der Strömung auf die Sprünge. Entweder unterstützt er die Luft auf ihrem Weg Richtung Heck oder er bläst seine Gase an Stellen, die mit natürlicher Strömung unterversorgt sind.

Weil er so wichtig geworden ist, machen die Teams ein großes Geheimnis daraus, wo das Endrohr austritt und hinzielt. Ferrari und Mercedes zeigten in Barcelona erst am Mittwoch ihre endgültige Version. auto motor und sport hat spioniert und in der Boxengasse die ersten Fotos gemacht.

Renault mit der radikalsten Lösung

Renault hatte seine Version schon vorher gezeigt und mit seiner Lösung den Vogel abgeschossen. Beim R31 mündet das Endrohr vor den Seitenkästen und bläst auf und unter den Fahrzeugboden. Red Bull ging einen anderen Weg. Beim neuen RB7 schlängelt sich das platt gedrückte Endrohr durch den Boden und bläst in den Ausschnitt vor den Hinterrädern.

Mit diesem Trick kann man die Auspuffgase in die seitlichen Diffusorkanäle einleiten. Und sie beruhigt gleichzeitig die von den Hinterrädern verwirbelte Luft. "Wir haben alle Auspuffvarianten am CFD-Computer durchgespielt", erzählt Williams-Technikchef Sam Michael. "Die effizienteste Lösung ist die von Red Bull." Deshalb wird der Williams FW33 ab Donnerstag mit einer ähnlichen Lösung antreten.

Mercedes und Ferrari gehen verschiedene Wege

Ferrari war einen Tag früher dran. Das Endrohr verläuft im Boden, gut erkennbar durch eine Beule auf der Oberseite. Kurz vor dem Ausschnitt der Hinterräder treten die Auspuffgase ins Freie und werden durch ein vertikales Leitblech so ausgerichtet, dass sie möglichst knapp innen am Hinterreifen vorbeizielen.

Mercedes zeigt eine Auspuff-Spielart, wie man sie bislang noch nicht gesehen hat. Eine Variante zwischen Renault und Red Bull. Das Endrohr tritt knapp über den Boden auf halber Höhe des Seitenkastens ins Freie. Und zwar genau dort, wo der Einzug des Seitenkastens Richtung Heck beginnt. Ziel ist es, die Luft von dort bis zum Diffusor zu beschleunigen.

Teamchef Ross Brawn erklärt: "Die Auspuffgase haben eine hohe Energie. Je größer die Wegstrecke, auf der du diese Energie nutzen kannst, umso besser." Rennleiter Norbert Haug ergänzt: "Wir haben eine andere Philosophie als Red Bull, weil wir auf statt unter den Boden blasen."

Force India ändert Auspuff-Konzept

Force India wird am Donnerstag eine weitere Auspuffversion zeigen. Bislang erinnerte der Force India-Auspuff an den von Red Bull. Die Ingenieure um Andy Green glauben, dass man mit der Sauber-Variante mehr gewinnt. Dort blasen die Auspuffgase ins Zentrum des Hecks. Durch das Loch für den Anlasser geraten sie unter den Diffusor und helfen dort der Strömung.

Force Indias Schwenk zeigt, dass sich die Ingenieure auf diesem Gebiet offenbar nicht einig sind. Ferrari hat dieses Prinzip gerade aufgegeben und schlägt sich lieber auf die Seite der Red Bull-Philosophie.

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