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F1-Auto für 2017

Strategie-Gruppe will zwei Monate Aufschub

Formel 1 - Concept 2017 Red Bull Foto: Red Bull / ams 31 Bilder

Die Strategiegruppe der Formel 1 bittet um zwei Monate Aufschub für das 2017er Auto. Favorit ist das McLaren-Modell mit einer Karosseriebreite von 160 Zentimetern. Bei der Motorenregel gibt es noch Streit und juristische Fallen.

24.02.2016 Michael Schmidt

Die Strategiegruppe hat bei ihrer Sitzung in Genf über die 2017er Autos, die 2018er Motoren und eine bessere Show debattiert. Das Ergebnis war enttäuschend. FIA, FOM und die 6 Top-Teams kamen überein, dass es wegen vieler ungelöster Fragen das beste sei, eine Entscheidung über das 2017er Auto um zwei Monate zu verschieben. Neue Frist soll jetzt der 30. April sein.

Auto für 2017 mit einer Karosseriebreite von 1,60 Metern

Favorit für das neue Reglement ist das sogenannte McLaren-Modell mit einer Karosseriebreite von 160 Zentimetern. Dabei würde sich der Abtrieb um 30 Prozent erhöhen. Die Rundenzeiten sollen damit um 4,7 Sekunden sinken.

Diese Variante unterstützt auch Pirelli. Der Reifenhersteller sprach sich gegen das Red Bull-Konzept mit einer Karosseriebreite von 1.80 Meter und einer Steigerung des Anpressdrucks um 50 Prozent vor. Es hätte auf der Rennstrecke aber nur einen Gewinn von 5,2 Sekunden gebracht.

Die kleine Differenz trotz des großen Abtriebs-Unterschiedes erklärt sich dadurch, dass Pirelli bei der Red Bull-Variante dramatisch den Reifendruck erhöhen würde. Das wiederum würde besonders in den langsamen Kurven die Geschwindigkeiten reduzieren.

Warum der Aufschub? Bei breiteren und schnelleren Autos würde auch der Spritverbrauch steigen. Verschiedene Teams forderten deshalb eine Erhöhung der Spritmenge für das Rennen von 100 auf 105 oder gar 110 Kilogramm. Das fand nicht überall Zustimmung. Außerdem ist noch nicht klar, welcher Cockpitschutz kommen soll. Der Heiligenschein von Mercedes oder von Red Bull. Due Red Bull-Variante weist noch eine Verglasung zwischen den Streben auf.

McLaren macht Ärger beim Motor-Reglement

Beim Motor für 2018 gibt es vielerorts juristische Bedenken. McLaren-Chef Ron Dennis warnte seine Kollegen, dass er vertraglich an sein Veto-Recht gebunden sei. Honda könne demnach gar nicht mindestens 3 Teams beliefern. Er sei aber bereit, alle Verträge zu zerreißen, wenn das die anderen Motorhersteller auch tun.

Das stieß vor allem bei den Mercedes-Kunden auf Ablehnung. Keiner will sich dem Risiko aussetzen, bei einer Neuverteilung der Motoren mit dem zweit- oder drittbesten Motor vorliebnehmen zu müssen.

Damit gerät auch der Plan von FIA-Präsident Jean Todt ins Stocken, die Preise zu senken. Bernie Ecclestone drohte den Herstellern daraufhin mit einer GP1-Serie mit V8-Motoren. Während der Motorenstreit in der Strategiegruppe versickerte, kam die Frage nach dem 2017er Auto in der Formel 1-Sitzung zur Abstimmung.

Trotz des Aufschubs einer endgültigen Entscheidung bis Ende April beginnen die Technikabteilung der Teams bereits heute mit der Entwicklungsarbeit ihrer nächstjährigen Autos auf der Basis des McLaren-Vorschlags mit einem 160 Zentimeter breiten Unterboden. Ein Teamchef zu auto motor und sport: "Die McLaren-Version kommt. Es geht nur noch um Details. Wir können jetzt nicht zwei Monate Zeit verschwenden und nichts tun."

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