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F1-Autos 2013 und 2014 im Tempo-Vergleich

Top-Speed höher, Kurven-Speed niedriger

Lewis Hamilton - DRS - Jerez 2014 Foto: Baldauf / SB-Medien 28 Bilder

Der erste Eindruck bestätigte die Kritiker. Die neue Formel 1-Generation ist langsamer als die alte. Die Bestzeit in Jerez lag 5,397 Sekunden über Vorjahr. Eine Analyse der Top-Speeds zeigt, dass die Autos in den Kurven stark verlieren. Auf der Geraden werden sie schneller.

13.02.2014 Michael Schmidt

Sebastian Vettel sind die neuen Formel 1-Autos zu langsam. Auch Nico Hülkenberg warnt: "Zu langsam wäre ein Schritt in die falsche Richtung. Die Formel 1 muss das Nonplusultra bleiben. Wenn wir vier Sekunden verlieren, dann wäre die GP2 schon sehr nahe an die Formel 1 gerückt, und da wäre der Unterschied nicht mehr deutlich genug."

Wenn die Testfahrten von Jerez der Maßstab sind, dann müsste sich die Formel 1 tatsächlich vor der GP2 in Acht nehmen. Kevin Magnussens Bestzeit mit 1:23.276 Minuten lag 5,397 Sekunden über der schnellsten Runde der Testfahrten des Jahres 2013. Damals lag Felipe Massa mit 1:17.879 Minuten an der Spitze der Tabelle.

Differenz wird auf zwei Sekunden schrumpfen

Jenson Button glaubt, dass die Differenz zwischen 2013 und 2014 bis zum Saisonbeginn auf drei Sekunden schrumpfen wird. "Und am Ende des Jahres werden wir nur noch zwei Sekunden langsamer sein." Die Formel 1 fuhr beim ersten Abtasten in Jerez noch mit gebremsten Schaum. Keiner wollte mit den neuen Antriebseinheiten viel riskieren.

Es ging darum überhaupt zu fahren. Rundenzeiten waren zweitrangig. Außerdem waren die Ersatzteillager noch leer. Mercedes musste 22 Stunden auf einen Frontflügel warten. Lewis Hamilton hatte bei einem Crash für Kleinholz gesorgt.

2014er Autos verlieren 2,4 Sekunden im ersten Sektor

Wir haben die jeweils schnellsten Runden des Jahres 2013 und 2014 analysiert. Jerez teilt sich wie jede GP-Strecke auch in drei Sektoren ein. Die erste Sektorgrenze liegt am Ausgang von Kurve 4, einem extrem schnellen Linksbogen. Der zweite Sektor endet im Scheitelpunkt von Kurve 9. Eine Rechtskurve, die im zweiten Gang genommen wird.

Auf dem Zielstrich liegt die Messstelle für den dritten Sektor. Kurz dahinter wird der Top-Speed genommen. Der erste Sektor ist der kürzeste. Massa fuhr ihn 2013 in 17,603 Sekunden. Magnussen brauchte dafür 20,076 Sekunden.

Kein Vertrauen beim Bremsen

Auf dem längsten Sektor ist der Unterschied nicht ganz so krass. Das schnellste 2014er Auto legte den aus fünf Kurven bestehenden Abschnitt in 34,658 Sekunden zurück. Der Bestwert 2013 lag bei 33,531 Sekunden. Auf dem letzten Teil der Runde stieg die Differenz wieder an. Zwischen der Sektorbestzeit von 2013 mit 26,765 Sekunden und Magnussens 28,549 Sekunden lag eine gefühlte Ewigkeit.

Der Vergleich zeigt, dass die neuen Formel 1-Autos in den Sektionen mehr Zeit verlieren, in denen es viele langsame Kurven und harte Bremszonen gibt. Das liegt daran, dass die elektronische Bremskraftverteilung bei den meisten Autos noch nicht funktionierte.

"Es fehlt das Vertrauen, spät in die Eisen zu steigen. Du weißt nie genau, was das Auto beim Bremsen macht", berichtete Felipe Massa. Beim Beschleunigen ist es umgekehrt. Zu viel Power, zu wenig Abtrieb. "Ich bin aus vielen Ecken quer rausgekommen. Das kostet Zeit", gab Massa zu.

Neue F1-Autos mit 100 PS mehr als 2013

Die Geschwindigkeitsmessungen untermauern die Sektorzeiten. Ausgangs von Kurve 4 verlieren die neuen Autos knapp 11 km/h auf ihre Vorgänger. Der schnellste Speed wurde mit 265,3 km/h gemessen. Vor einem Jahr waren es noch 276,0 km/h. "Man spürt in den schnellen Kurven, dass weniger Abtrieb da ist", räumt Button ein.

Dramatischer ist der Unterschied in der langsamen Kurve 9. Die Vorjahresautos gewinnen das Duell mit 132,8:118,9 km/h. Das ist die Geschwindigkeit im Scheitelpunkt. Im ersten Teil der Beschleunigung wird der Unterschied noch deutlicher ausfallen. Erst wenn die Hinterräder wieder Grip haben, geht die Post mit den neuen Autos ab.

Wenn der Turbolader den optimalen Ladedruck bereitstellt, die maximal erlaubte Spritmenge eingespritzt wird und der Elektromotor 160 PS beisteuert, dann schieben bis 860 PS an. Gut 100 PS mehr als 2013.

Top-Speed in Jerez steigt um 2,4 km/h

Auf der relativ kurzen Zielgerade von Jerez zeigt sich der Unterschied. Felipe Massa erzielte mit dem Williams-Mercedes mit 307,6 km/h den besten Top-Speed. 2013 kam das schnellste Auto auf der Zielgeraden auf 305,2 km/h. Und das bei besserer Beschleunigung. Force India-Technikchef Andy Green rechnet auf langen Geraden mit einem Plus von 15 km/h für die diesjährigen Autos.

In den Kurven werden die Unterschiede bis Saisonende noch schrumpfen. Weil die Aerodynamiker mehr Abtrieb finden, weil die Bremsbalance bis zum Saisonbeginn besser abgestimmt sein wird und weil sich die Piloten daran gewöhnen werden, ihren Gasfuß zu zügeln. Die Aufgabe ist wegen der flachen Drehmomentkurve der Turbo-Motoren trotz 550 Newtonmeter Drehmoment nicht sonderlich schwer. "Der Motor hängt am Gas wie bei einem Straßenauto", bestätigte Button.

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