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F1 Bahrain - Zweikämpfe weiter Mangelware

Gibt es ein Rezept gegen die Langeweile?

GP Bahrain 2010 Foto: xpb 62 Bilder

Das erste Rennen des Jahres bestätigte die hohen Erwartungen nicht. Nur im hinteren Feld gab es Zweikämpfe. Die Superstars ließen sich vorne in Ruhe. Mark Webber meldete über Funk, dass er sich langweile. Jetzt beraten die Experten im Fahrerlager über die Gründe, warum der GP Bahrain zur Prozession wurde.

15.03.2010 Michael Schmidt

Sebastian Vettel hat es vorausgesagt. Er befürchtete langweilige Rennen. "Weil Überholen weiter schwierig ist, weil es in der Regel nur noch einen Boxenstopp geben wird, bei dem sich die Reihenfolge kaum ändern wird."

Der erste Grand Prix des Jahres bestätigte Vettels Befürchtungen. Die ersten Zehn nach der ersten Runde waren auch im Ziel die ersten Zehn. Nur in einer anderen Reihenfolge. Spitzenreiter Sebastian Vettel verlor wegen eines Motorproblems drei Plätze. Er kämpfte gegen Fernando Alonso, Felipe Massa und Lewis Hamilton mit dem Rücken zur Wand. Teamkollege Mark Webber und Nico Rosberg büßten je einen Platz beim Boxenstopp ein. Hier gilt die Regel: Wer zu spät kommt, den bestraft der Rennverlauf. Die erste Runde auf frischen Reifen brachte in Bahrain einen Gewinn von zwei Sekunden.

Qualifying und erste Kurve legen die Reihenfolge fest

Fernando Alonso machte wenig Hoffnung, dass sich daran viel ändern wird: "Ich fürchte, das war das Bild für den Rest der Saison. Die Qualifikation und die erste Kurve legen die Reihenfolge fest." Auch bei der Taktik wird es kaum noch Unterschiede geben. Die Top Ten werden das Rennen mit dem schnelleren Reifen beginnen, solange der nicht im Dauerlauf total einbricht. Der Startplatz spielt bei der Reifenwahl in 90 Prozent aller Fälle den entscheidenden Faktor. Wenn die beiden Reifentypen in ihren Eigenschaften so nah beieinander liegen wie in Bahrain, dann bringt es ab Platz elf in der Startaufstellung auch nichts, mit einer alternativen Reifenwahl ins Rennen zu gehen. Weil sie schnell wieder von denen aufgeschnupft werden, die nach dem Reifenwechsel mit ihren frischen Reifen Tempo machen können.

Hinterherfahren ist weiter ein aerodynamisches Problem

Die Prozession von Bahrain allein auf die neuen Regeln zu schieben, wäre unfair. Das Hinterherfahren ist aus aerodynamischen Gründen schon seit Jahren ein Problem. Mit den Auswüchsen des Doppeldiffusors wurde es wahrscheinlich noch schlimmer. Die Bremswege sind zwar zu Rennbeginn wegen des hohen Gewichts länger, doch was hilft das schon, wenn man in den Kurven vor den Geraden nicht dicht aufschließen kann? Positionswechsel gab es auch im letzten Jahr hauptsächlich in der Boxengasse. Man könnte jetzt argumentieren, dass zwei Boxenstopps mehr Raum für Fehler zulassen als einer, doch bei der Perfektion der Teams ging auch schon im letzten Jahr wenig schief. Red Bull hatte sich für mindestens zwei Stopps als Pflicht stark gemacht, doch das lehnte die Konkurrenz ab. "Weil sie dachten, wir wollten uns damit vor einem höheren Reifenverschleiß schützen", wettert Teamchef Christian Horner. Sein McLaren-Kollege Martin Whitmarsh sieht ein: "Der Vorschlag von Red Bull war richtig. Zwei Stopps brächten mehr Leben in das Rennen." Horner lächelt: "Dafür wird es jetzt keine Unterstützung mehr geben. Die Teams mit reifenschonenden Autos haben kein Interesse daran, dass es einen zusätzlichen Pflichtstopp gibt." Der Formel 1-Gemeinde bleibt also nichts weiteres übrig, als auf ein Rennen zu hoffen, bei dem einer der beiden Reifentypen total überfordert ist. Dann wäre die in Bahrain gezeigte Taktik, mit dem kurzlebigeren Reifen ins Rennen zu starten, ein Risiko. Auch Regen würde helfen. Doch die Strategen der Formel 1 können nicht darauf warten, bis der Wettergott ein Einsehen hat. Und Bridgestone hat kein Interesse daran, dass die Fahrer am Ende über die Reifen lästern.

Es muss andere Möglichkeiten geben, das Problem zu lösen. Tankstopps sind es nicht. Im Prinzip ist es gut, dass der Wettbewerb in zwei Disziplinen zerfällt. Die schnelle Runde auf Abruf in der Qualifikation, und das Fahren mit Köpfchen wenn viel Benzin im Tank ist. Da besteht zumindest theoretisch die Chance, dass es im Training und im Rennen die Autos unterschiedlich stark sind. Im letzten Jahr bestand ein Wochenende aus Tempobolzerei vom Anfang bis zum Ende. Wer im Training schnell war, war es auch im Rennen.

Die Formel 1 ist zu perfekt

Das Problem der Formel 1 ist ihre Perfektion. Die Autos halten, die Fahrer machen keine Fehler. Alles ist genau berechnet. Es gibt keine Überraschungsfaktoren mehr. Außer das Wetter oder die Reifen spielen der Perfektion einen Streich. Wer spannende Rennen will, muss das Rad der Zeit zurückdrehen. Dramatisch reduzierter Abtrieb, mehr Grip von den Reifen, schlechtere Bremsen. Das wollen die, die jetzt über das Verbot der Tankstopps schimpfen, aber auch nicht.   

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