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Bilder der F1-Autos mit Cockpitschutz

„Bei Brand lieber ohne Halo“

Haas - Halo-Test - Formel 1 - 2016 Foto: xpb 23 Bilder

Gleich 5 Piloten führten die Halo-Tests FIA in Brasilien fort. Mit dem HaasF1-Renner hat nun auch das letzte Auto den Cockpit-Bügel aufgesetzt bekommen. Wir zeigen nochmal die Bilder aller Renner mit Halo – und haben aktuelle Stimmen.

18.11.2016 Andreas Haupt 4 Kommentare

Der Halo spaltet weiter die Formel-1-Gemeinde. Es gibt die Fraktion im Fahrerlager, die Schutz um jeden Preis fordert. Auch wenn das Gestell vielleicht nicht besonders elegant aussehen mag. Befürworter des Heiligenscheins sind zum Beispiel Nico Rosberg und Sebastian Vettel. Der Club der Halo-Gegner fürchtet dagegen um das An- und Aussehen der Königsklasse. Ihr Argument: Der Bügel über dem Cockpit würde die Autos entstellen und trotzdem keine maximale Sicherheit garantieren. Einer der größten Halo-Gegner unter den Fahrern ist Nico Hülkenberg.

Geteilte Halo-Meinungen unter den Fahrern

Der lange Rheinländer war im ersten Training zum GP Brasilien einer von 5 Fahrern, die zu Testzwecken den Halo an Bord hatten. Die anderen 4 waren Kimi Räikkönen, Jolyon Palmer, Romain Grosjean und Marcus Ericsson. Der Schwede absolvierte seinen kompletten ersten Run des Tages mit dem Cockpitschutz. „Es waren bestimmt 10 oder 11 Runden“, berichtete Ericsson.

Das Fazit fiel positiv aus: „Ich hatte erwartet, dass der obere Teil des Bügels während der Fahrt stört. Aber dem war nicht so. Den Steg in der Mitte bemerkst du nur, wenn das Auto steht. Weil du dich dann darauf konzentrierst. Auf der Strecke war es für mich kein Problem, weil er so nah vor einem ist, man mit dem Blick aber weit vorausschauend fährt.“

Den Haas-Renner sah man in Brasilien zum ersten Mal überhaupt mit Halo. Pilot Grosjean monierte allerdings: „Es hat mich fast krank gemacht. Ich verspürte so etwas wie Platzangst.“ Auch Force India-Pilot Hülkenberg zeigte sich kritisch: „Es schränkt die Sicht ein. Speziell, wenn viele Kurven aufeinander folgen. In Singapur habe ich es besonders gemerkt.“ Der Le Mans-Sieger von 2015 hat den Halo schon mehrmals in diesem Jahr getestet.

Halo-Einführung 2018 noch in Gefahr?

Eigentlich wollte die FIA das Schutzsystem schon für die kommende Saison durchdrücken. Doch in der Strategie-Gruppe stellten sich einige Teams quer. Weil noch nicht alle Facetten des Halo durchdacht und analysiert sind. Und weil die ersten Windkanalstunden mit den 2017er Autos ohne Halo abgespult wurden.

Der Weltverband führte ein Testprogramm ein. An jedem Grand-Prix-Wochenende rücken mehrere Piloten mit dem Halo aus, um Eindrücke und Daten zu sammeln. Mit dem Ziel, den Bügel über dem Fahrerkopf für 2018 salonfähig zu machen. „Die FIA hat die Einführung aus gutem Grund aufgeschoben“, urteilt Hülkenberg.

Dem künftigen Renault-Werkspiloten wäre es am liebsten, wenn der Halo nie zu einem Renneinsatz kommt. Auch sein kommender Teamkollege Jolyon Palmer kann mit dem Halo nichts anfangen. „Die Sicht war zwar in Ordnung. Es hat sich aber angefühlt, wie ein Dach über dem Kopf. Für mich ist ein Formel 1-Auto damit kein Monoposto mehr.“

Sauber-Kollege Ericsson widerspricht: „Als Fan erkennt man die Piloten immer noch am Helm. Man sieht, wie sie im Cockpit arbeiten, man sieht die Lenkbewegungen – im Gegensatz zu geschlossenen Cockpits.“

Cockpit-Evakuierung als Hauptkritikpunkt

Palmer sieht im Halo aber auch potentielle Gefahren. „Wenn es brennt, bevorzuge ich es, keinen über dem Cockpit zu haben.“ Aus einfachen Grund: Der Ausstieg dauert mit Halo länger als ohne. „Ich schaffe die vorgeschriebenen 10 Sekunden für das Gesamtprozedere nur knapp“, sagt Hülkenberg.

Die Regeln schreiben vor, dass sich ein Pilot innerhalb von 5 Sekunden abschnallen, das Lenkrad abnehmen und aus dem Cockpit kommen muss. Weitere 5 Sekunden gibt es, um das Lenkrad wieder anzubringen. „Mir fiel der Ausstieg schwer“, berichtete Ericsson. „Aber nur weil ich den Prototyp-Schutz nicht anfassen durfte. Wenn er mal aus dem richtigen Material gefertigt ist, und man sich darauf stützen kann, dürfte es kein Problem sein.“ Der Halo soll später einmal aus Titan bestehen.

Und was passiert, wenn es zu einem Überschlag kommt? Wird der Fahrer dann durch den Halo im Cockpit eingesperrt? „Das haben wir schon bemängelt. Ich denke, wir müssten auf die Streckenposten warten, um umgedreht zu werden. Im Falle eines Brands wäre das fatal“, äußert sich Palmer. Der Brite kommt zum Schluss: „Die Formel 1 ist mit den großen Auslaufzonen nicht mehr so gefährlich wie früher. Ein gewisses Risiko gehört dazu.“

In der Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal alle 11 Autos mit dem umstrittenen Halo.

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Neuester Kommentar

Verstehe immer noch nicht warum überhaupt über eine Einführung diskutiert wird. Halo deckt ein Risiko ab, das es in der Formel 1 nicht gibt. Hätte Bianchi bei seinem selbst verschuldeten Abflug nicht den Kran, sondern Streckenposten getroffen, würden wir dann über Ritterrüstungen für Streckenposten diskutieren? Bianchi ist bei überhöhter Geschwindigkeit selbstverschuldet abgeflogen. Wäre er dabei nicht gestorben bzw. hätte sich verletzt, hätte man ihn dafür bestrafen müssen. Wann gab es denn in den letzten 10, 15 oder 20 Jahren einen Unfall, der mit Halo glimpflicher verlaufen wäre?

PeterSchlosser 20. November 2016, 16:13 Uhr
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