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Absage an Billig-Motor

Neues Motorenformat für 2018

Renault F1 Motor - 2015 Foto: Renault 20 Bilder

Die Formel 1-Kommission hat den Billig-Motor abgewählt. Trotzdem wird das Hybrid-Zeitalter zu Ende gehen. Die FIA und die vier Motorenhersteller haben sich verpflichtet, bis 2018 ein neues Motorenformat auf die Beine zu stellen. Nach dem Motto: einfacher, billiger, lauter und doch effizient.

25.11.2015 Michael Schmidt

Die gute Nachricht vorweg: Das Druckmittel des Billig-Motors hat seine Wirkung nicht verfehlt. Die FIA, Bernie Ecclestone und die Teams haben sich darauf verständigt, dass die Formel 1 ab 2018 ein neues Motorenformat bekommt. Es soll sich um einen effizienten Motor auf Hybridbasis handeln, der aber einfacher, billiger und lauter ist. Neueinsteiger sollen die Chance haben, sofort konkurrenzfähig zu sein und nicht wie Honda Jahre warten zu müssen. Auch unabhängige Hersteller sollen in der Lage sein, so einen Motor zu bauen.

Die FIA und die vier Motorenhersteller haben sich verpflichtet, bis zum 15. Januar 2016 die Eckdaten des neuen Motors zu bestimmen. Der Vorschlag kam übrigens von Niki Lauda, der sein Friedensangebot schon beim GP Brasilien Bernie Ecclestone schmackhaft gemacht hatte.

Dementsprechend zufrieden ist der Österreicher mit dem Ausgang des Treffens aller Teams mit der FIA und Ecclestone: "Es ist eine gute Lösung für den Motorsport. Wir gehen jetzt in die richtige Richtung. Eine Meisterschaft mit zwei unterschiedlichen Motorenkonzepten wäre ein Wahnsinn gewesen und hätte die Formel 1 zerstört." Lauda regte an, dass sich die vier Motorenchefs gleich in Abu Dhabi zu einem ersten Sondierungsgespräch zusammensetzen.

13 Stimmen gegen den Formel 1 Billig-Motor

Trotzdem ist der Billig-Motor noch nicht vom Tisch. Auch wenn die Formel 1-Kommission die Alternative zum Hybridantrieb überraschend deutlich abgewählt hat. Es gab 13 Gegenstimmen. Obwohl sich Force India und Manor enthalten hatten und die beiden Red Bull-Teams dafür waren. Überraschenderweise erteilten auch die Sponsorvertreter Philip Morris und Rolex dem Billig-Motor eine Absage.

Man muss jedoch davon ausgehen, dass der FIA-Weltrat auf seiner Sitzung am 2. Dezember die Abstimmung nicht anerkennt. Einfach um den Druck so lange aufrechtzuerhalten, bis das neue Motorenformat in Stein gemeißelt ist. Für die 4 Motorenhersteller, die sich für den Billig-Motor beworben hatten, heißt es jetzt erst einmal warten.

Red Bull 2017 mit Ferrari oder Mercedes

Ein Problem müssen die Formel 1-Chefs noch lösen. Red Bull bleibt mit seinen zwei Teams nur in der Formel 1, wenn entweder der Billigmotor oder das neue Motorenformat kommt. Dazu muss sichergestellt sein, dass Red Bull und Toro Rosso auch 2016 und 2017 Motoren bekommen.

Die Saison 2016 sollte gesichert sein, auch wenn Renault-Konzernchef Carlos Ghosn Bernie Ecclestone gedroht hat, seine Motorenabteilung sofort zu schließen, sollte Renault 2021 nicht in den Kreis der privilegierten Teams aufsteigen und rückwirkend die entsprechenden Bonusgelder bekommen.

Für 2017 haben Mercedes und Ferrari signalisiert, Red Bull und Toro Rosso zu helfen. Das soll Dietrich Mateschitz positiv stimmen. Wenn 2018 ein neuer Motor kommt, wird wahrscheinlich auch das Debüt der neuen Autos und breiteren Reifen um ein Jahr verschoben. Das Konzept wurde den Teams im Rahmen der Formel 1-Kommission vorgestellt.

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