Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1 Blog

Red Bull sucht einen neuen Vettel

Daniil Kvyat - 2013 Foto: xpb 23 Bilder

Mit der Beförderung von Daniil Kvyat zum Toro Rosso-Piloten hat Red Bull für einige Diskussionen gesorgt. Ist der Russe noch zu jung für die Formel 1? Kommt sein Aufstieg zum falschen Zeitpunk? Und wäre Felix Antonio da Costa nicht die bessere Wahl? Nein, meint Tobias Grüner im aktuellen Blog.

22.10.2013 Tobias Grüner

Helmut Marko hat keine Angst vor unpopulären Entscheidungen. Schon der doppelte Rauswurf von Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari vor der Saison 2012 hatte dem Red Bull-Berater einige negative Schlagzeilen eingebracht. Mittlerweile sind die Kritiker verstummt. Daniel Ricciardo hat bewiesen, dass er den Speed für die Webber-Nachfolge mitbringt. Ob er auch konstant genug ist, wird sich erst 2014 zeigen.

Auch mit der Nachfolgeregelung für Ricciardo bei Toro Rosso hat Marko wieder für einige Diskussionen gesorgt. Vor einigen Wochen erklärte der Verantwortliche des Red Bull-Junior-Programms noch gegenüber auto motor und sport: "Antonio Felix da Costa ist die logische Wahl." Am Montag (21.10.2013) entschied man sich dann doch anders. Der 19-jährige Russe Daniil Kvyat hat das Rennen um den freien Platz im Red Bull-B-Team gemacht.

Sofort kamen die Kritiker auf den Plan: Der Teenager aus dem fernen Baschkortostan sei noch zu jung. Er habe noch nicht genügend Erfahrung. Ein bisschen Formel BMW, ein paar Rennen in der kleinen Formel Renault 2.0 und die aktuelle Saison in der GP3 und der Formel 3 seien noch nicht genug, um einen Piloten auf die Formel 1 vorzubereiten.

Vettel und Räikkönen ähnlich unerfahren bei F1-Einstieg

"Da haben Sie vielleicht Herrn Vettel übersehen, der noch wesentlich jünger gekommen ist. Wenn jemand die Voraussetzungen von Speed, von technischer Feinfühligkeit und Arbeitsmoral erfüllt, dann geben wir ihm die Chance", kontert Marko die Sorgen der Bedenkenträger. Auch Kimi Räikkönen hatte bekanntlich nur 23 Rennen in Formel-Autos vor seinem F1-Einstieg absolviert.

Die Kritiker werfen zudem ein, dass mit Da Costa eine Alternative im Red Bull-Juniorprogramm bereitgestanden hätte, die fast 3 Jahre älter und deutlich erfahrener ist. Doch Da Costa hatte sich in der kürzlich abgelaufenen Renault World Series-Saison nicht gerade aufgedrängt. Nur Rang 3 hinter den beiden McLaren-Junioren Kevin Magnussen und Stoffel Vandoorne ist zu wenig für die Ansprüche von Helmut Marko. Was nun aus dem Portugiesen wird, ist unklar.

Ob Milchgesicht Kvyat wirklich schneller als Da Costa ist, weiß kein Mensch. Der Grundspeed ist auf jeden Fall vorhanden, wie man bei den Auftritten als Gaststarter in der Formel 3 erkennen konnte. In der GP3 fuhr Kvyat zuletzt allen um die Ohren. Beim Young Driver Test im Toro Rosso gab er ebenfalls eine gute Figur ab. Die Frage lautet: Kann sich der 1,80 Meter große Schlaks weiter so steigern?

Red Bull muss Vettel-Nachfolger finden

Red Bull kann es sich leisten, mit dem jungen Russen auf Risiko zu spielen. Marko sucht keinen neuen Webber. Er sucht einen neuen Vettel. Wenn der Heppenheimer wirklich wie befürchtet in den nächsten Jahren irgendwann zu Ferrari abwandert, muss ein Ersatz parat stehen. Alle Hoffnung auf Ricciardo zu setzen, wäre zu unsicher.

Toro Rosso ist das Ausbildungslager von Red Bull. Im Gegensatz zu den Konkurrenten im Mittelfeld ist die Platzierung im Konstrukteurspokal am Ende der Saison nicht das Wichtigste. Keiner weiß, wie gut Kvyat wirklich ist. Sollte er sich tatsächlich durchsetzen können, kann sich Marko als großer Talent-Erkenner darstellen.

In der Saison 2014 geht es mit der großen Technik-Revolution für viele Piloten bei Null los. Der Nachteil von Kvyat ist also geringer als üblich. Mit Jean-Eric Vergne besitzt Toro Rosso zudem eine bekannte Größe auf der anderen Seite der Garage, an der sich der Rookie messen kann. Mit dem neuen Renault-Antriebsstrang kann Toro Rosso zudem mehr von Red Bull profitieren. Das Auto könnte also eine Überraschung werden.

Kvyat an der kurzen Leine

Die Frage lautet, wie viel Geduld Red Bull für Kvyat aufbringt. Geht das Experiment schief, ist der Russe seinen Platz sicher schneller wieder los, als er schauen kann. Das mussten schon Buemi und Alguersuari erfahren. Mit Da Costa und dem jungen Carlos Sainz Junior gibt es weiterhin Alternativen in der Hinterhand, die nur auf eine Chance warten.

Die Kritiker werden Marko dann sicher wieder vorwerfen, dass er Kvyat unnötig verheizt hat. Doch das dürfte dem Österreicher ziemlich egal sein. In der Formel 1 ist bekanntlich kein Platz für Sentimentalitäten.

Umfrage
Kommt der Formel 1-Einstieg für Daniil Kvyat zu früh?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden