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Formel 1: Reifenwechsel in unter drei Sekunden

Krieg der Boxenstopp-Crews

Vitaly Petrov - Renault Foto: xpb 37 Bilder

Die Boxenstopps können in diesem Jahr Rennen entscheiden. Weil die Tankzeit entfällt, bestimmt die Akrobatik der Reifenwechsler die Zeit. Um der Mechaniker-Crew optimale Arbeitsbedingungen zu verschaffen, haben sich die Teams einiges einfallen lassen.

25.02.2010 Tobias Grüner

Ein Boxenstopp über drei Sekunden gilt als schlechter Stopp. Sie haben richtig gehört: Drei Sekunden für das Wechseln von vier Rädern sind der Mindestwert, den die Teams ihren Mechanikern zugestehen. "Unser Rekord steht auf 2,83 Sekunden", verrät Williams-Testchef Dickie Stanford.

Petrov mit 20 Boxenstopps am Stück

Bei derart kurzen Tankzeiten darf auch der Fahrer in der Boxenein- und ausfahrt nichts verschenken. Da hinkt Formel 1-Neuling Nico Hülkenberg seinem Teamkollegen Rubens Barrichello noch etwas hinterher. Wen wundert es. Barrichello ist in 285 GP-Schlachten gestählt. Bei dem Rekordteilnehmer geht das Rein- und Rausfahren aus der Box fast automatisch.

Der letzte Test vor dem Saisonstart wird traditionell für Boxenstopptraining genutzt. Renault ließ Vitaly Petrov immer zwei Runden kreisen, dann musste der Russe die Boxen ansteuern. Und sofort stürzte sich eine 17-köpfige Crew auf das gelb-schwarze Auto. 20 Mal in Folge. Die Konkurrenz stoppte mit. Die meisten der Stopps waren im Dreisekunden-Bereich.

Videoanalyse nach Reifenwechsel-Training

Zu einem optimalen Boxenstopp gehört auch eine perfekte Ausrüstung. Red Bull gibt dem Zufall keine Chance. Die Galgen für die Schlagschrauber sind so dick wie ein Baumstamm. Da kann nichts wackeln. Auf der Plattform des Galgens stehen acht Pressluftflaschen für acht Schlagschrauber. Wenn ein Schrauber ausfällt, liegt der Ersatz gleich daneben. Auf dem vorderen Galgen ist eine Kamera platziert, die jeden Boxenstopp filmt. Das machen alle Teams so. Um hinterher mit den Mechanikern in der Videoanalyse Fehler zu besprechen.

Mercedes GP hat sich von Ferrari das Ampelsystem abgeschaut. Wenn sich Michael Schumacher und Nico Rosberg in den Boxen einparken, dann schauen sie nicht auf einen Mann mit einem Lollipop sondern auf eine rote Ampel. Die automatisch auf Grün geht, wenn der letzte Mechaniker seinen Schlagschrauber abgezogen hat.

Boxen-Ampel nicht ohne Tücken

Der Automatismus wird unterbrochen, wenn ein Mann am Schaltpult auf Rot drückt, zum Beispiel, wenn Verkehr in der Boxengasse ist. Die Ampelregelung kann nach Berechnungen von Ferrari bis zu einer halben Sekunde Zeitersparnis bringen. Sie hat aber auch schon für Pannen gesorgt. Man denke nur an Valencia und Singapur 2008, als zu früh Grünlicht ausgelöst wurde.

Renault hat einen Mix. Auf dem Lollipop sind zwei Leuchten für Rot und Grün eingelassen. Am Ende entscheidet aber immer noch der Mann an der Kelle, ob der Fahrer wieder Gas geben darf.

Automatische Radsicherung

Das Reglement gibt den Boxencrews eine Hilfestellung. Die Mechaniker müssen die Räder nicht mehr durch ziehen eines Stifts in der Radnabe sichern. Der Sicherungsmechanismus sitzt jetzt in den Schlagschraubern selbst. Der gibt die Radmutter erst frei, wenn die mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen ist. Wird der Schlagschrauber abgezogen, gibt er auf der Radnabe zwei Stifte frei, die sich aufspreizen, um das Rad zu sichern.

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