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Formel 1 Fahrerlager-Pässe

Ticket in die F1-Vergangenheit

Formel 1 Presse-Akkreditierungen Foto: ams 41 Bilder

Wer ins Formel 1-Fahrerlager will, benötigt den richtigen Pass. Das gilt auch für Journalisten. auto motor und sport-F1-Reporter Michael Schmidt kennt das Spiel mit den Akkreditierungen seit 35 Jahren. Er erzählt, wie es früher ablief und zeigt seine Fahrerlagerpässe aus alten Zeiten.

19.08.2015 Tobias Grüner

Die Formel 1 ist eine exklusive Veranstaltung. Wer auf die Tribünen will, muss in der Regel dreistellige Beträge zahlen. Um in die Nähe des Fahrerlagers zu kommen, ist ein sogenanntes Paddock-Club-Ticket für mehr als 4.000 Euro fällig. Journalisten haben es besser. Sie bezahlen gar nichts. Allerdings lässt der Weltverband FIA nicht jeden Schülerzeitungsreporter in die Nähe der F1-Stars.

Nachweise über entsprechende Berichterstattung und eine gewisse Reichweite des Mediums sind Pflicht. Dazu kommen noch persönliche Daten und ein Passbild. Früher musste man die Bewerbung noch mühsam per Post zur FIA nach Paris schicken. Mittlerweile geht das über ein kompliziertes System auch online. Sind alle Dokumente geprüft, darf man sich irgendwann endlich den begehrten Pass abholen.

Mühsame Akkreditierung Anfang der 80er

Reine Online-Journalisten waren bis vor einigen Jahren noch gar nicht im Fahrerlager zugelassen. Erst seit kurzer Zeit dürfen auch Reporter an die Strecke, die kein großes Print-Magazin oder eine Zeitung im Rücken haben. Als auto motor und sport F1-Experte Michael Schmidt Anfang der 80er Jahren erstmals direkt vom Grand Prix-Zirkus berichtete, gab es weder Webseiten noch Online-Akkreditierung.

"Wir mussten zum Beispiel einen Brief nach Monaco schicken und wussten bei der Abfahrt gar nicht, ob wir vor Ort auch eine Akkreditierung bekommen", erklärt das F1-Urgestein, der in Belgien sein 550. Rennen besucht. "Man wusste auch nicht, ob man Zugang zur Strecke, zum Fahrerlager oder der Boxengasse erhält. Erst mit den Jahren kannten einen die Veranstalter und man bekam Journalisten-Pässe mit besseren Zugangsrechten."

Bis Mitte der 80er Jahre mussten sich die Reporter noch bei jeder Strecke einzeln akkreditieren. Jedes Mal wurde ein dickes Paket mit Arbeitsnachweisen und einem Schreiben des Chefredakteurs zur Post getragen. Für einen umtriebigen Motorsport-Journalisten wie Schmidt eine zeitaufwändige Angelegenheit. Neben Formel 1 standen früher auch noch zahlreiche andere Rennveranstaltungen wie die Sportwagen-WM, Tourenwagen-Läufe, Rallye, Formel 2 oder IndyCar-Rennen auf dem Programm.

Fahrerlager-Pass für komplette F1-Saison

Mittlerweile gibt es zumindest für die Formel 1 einen Saisonpass. Wer nachweisen kann, dass er im Vorjahr mindestens 12 GP Veranstaltungen besucht hat, bekommt eine Karte, die für alle Rennen gültig ist. Ausgerechnet das Ticket vom ersten Jahr fehlt in Schmidts Sammlung: "1986 wurde mir der Pass in Paul Ricard aus dem Auto geklaut. Für die Rennen der zweiten Saisonhälfte musste ich mich dann wieder mühsam einzeln akkreditieren."

Auch die Saisonkarte von 2008 ist nicht mehr im Besitz des Reporters: "Die Pässe gelten auch immer für die Testfahrten im Jahr darauf. 2009 wurde mir ausgerechnet bei der Abreise aus dem Hotel vom letzten Wintertest in Barcelona der Koffer geklaut. Damit war auch die Karte weg. Weil direkt im Anschluss die neue Saison begann, brauchte ich die Karte zum Glück nicht mehr."

Seit Mitte der 90er Jahre ist in die Akkreditierung ein Mikrochip eingepflanzt, der den Drehkreuz-Zugang am Fahrerlager-Eingang freigibt. Wird ein Pass geklaut oder geht verloren, muss der Verlust sofort gemeldet werden. Dann wird die Karte gesperrt. Die Farbe des Tickets regelt übrigens die Zugangsberechtigungen. Wer nur einzelne Rennen besucht, bekommt in der Regel einen grünen Pass. Der Inhaber darf nur ins Fahrerlager, nicht aber in die Boxengasse oder die Startaufstellung.

Mit einem roten Saisonpass haben Journalisten die meisten Freiheiten. Damit kommt man praktisch überall hin. Entsprechend begehrt sind die Dauerkarten. Allerdings kann und will sich kaum noch ein Verlag die regelmäßigen teuren Reisen rund um die Welt leisten.

Journalisten-Tickets aus 3 Jahrzehnten

Wir glauben allerdings daran, dass sich Qualität auch im schnelllebigen Online-Geschäft durchsetzen wird. auto motor und sport ist das einzige deutschsprachige Medium, das bei jedem Rennen mit 2 Reportern vor Ort ist, um Ihnen Informationen aus erster Hand zu liefern. Dazu kommen noch 2 feste Fotografen für exklusive Bilder.

Für die Hardcore-Formel 1-Fans unter unseren Lesern hat Michael Schmidt zuhause in seinem Schrank die gesammelten Akkreditierungen aus seiner 35-jährigen Reporterlaufbahn herausgekramt. In den großen Knäuel aus Anhängern und Armbändern fanden sich auch echte Schmuckstücke, wie zum Beispiel die Indy500-Anstecker aus Metall oder Formel 1-Pässe mit kunstvollen Motiven oder auffälligen Hologrammen. In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen eine kleine Auswahl.

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