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F1-Frieden in Gefahr

FIA-Präsident Mosley feuert zurück

Max Mosley Foto: dpa 63 Bilder

Max Mosley lässt sich nicht so einfach abservieren. Der FIA-Präsident droht der FOTA, sein Rücktrittversprechen zurückzunehmen. Er ist verärgert, dass einige Mitglieder der Teamvereinigung Einfluss auf die FIA-Politik nehmen wollen.

26.06.2009 Michael Schmidt

Geht das Ganze nun wieder von vorne los? FIA-Präsident Max Mosley drohte in einem Brief vom 25. Juni seinem Gegenspieler Luca di Montezemolo, dass er sein Versprechen, im Oktober nicht mehr zu kandidieren, zurücknehmen werde, sollten weiter Unwahrheiten über den Frieden von Paris verbreitet werden.

Im Kern geht es um die von Ferrari gestreuten Informationen, dass in der Übergangszeit bis Oktober Michel Boeri die Amtsgeschäfte in der Formel 1 übernimmt. "Davon war nie die Rede, genauso wenig dass ich aus meinem Amt gedrängt werde", lässt Mosley den Ferrari-Chef wissen. Genauso wenig entspreche es den Tatsachen, dass er, Mosley, nach dem Oktober in der FIA kein Amt mehr bekleiden werde. Das sei allein eine Entscheidung der FIA.

Entschuldigung blieb aus

Außerdem wehrt sich der 69-jährige Engländer gegen die Bezeichnung ein "Diktator" gewesen zu sein. "Das wäre eine Beleidigung der 26 Weltratmitglieder, die seit 1980 über alle Regeln und Prozeduren abgestimmt haben, nicht zu reden von den 122 Ländern, die in der FIA vertreten sind." Mosley drohte seinem Widersacher: "Wenn Du dem Pakt, den wir am vergangenen Mittwoch beschlossen haben, eine Überlebenschance geben willst, dann verlange ich von Dir und der FOTA, diese Behauptungen zurückzunehmen. Ich erwarte von Dir eine angemessene Korrektur und Entschuldigung im Rahmen Eurer Pressekonferenz am Nachmittag."

Das ist nicht geschehen. Tatsächlich haben einige FOTA-Mitglieder den Konflikt durch unüberlegte Kommentare weiter verschlimmert. Montezemolo reagiert dann noch am gleichen Tag, in dem er Mosley in einem Antwortschreiben mitteilte, dass es sich um ein großes Missverständnis handele. Das wird Mosley und die Weltratsmitglieder kaum besänftigen. Die Wahlmänner sind sauer, von der FOTA als Mosleys Befehlsempfänger hingestellt worden zu sein.

FOTA untergräbt Pakt

Mosley unterstellt der Gegenseite nun, dass der am Mittwoch getroffene Kompromiss nicht in "guter Absicht" getroffen worden sei. "Ein Deal ist ein Deal", wird der FIA-Präsident zitiert. "Daran haben sich beide Seiten zu halten." Es sei nicht im Sinne des Abkommens, dass die eine Seite danach anfängt, falsche Behauptungen aufzustellen und so den Pakt zu untergraben. Mosley wies noch einmal darauf hin, dass es seit langem sein Plan war, im Oktober abzutreten. Nur der Streit um die Formel 1-Regeln habe ihn darüber nachdenken lassen, seine Amtszeit noch einmal zu verlängern.

Nachdem am Mittwoch ein akzeptabler Kompromiss zum Thema Kostenreduzierung gefunden worden sei, habe er mit ruhigem Gewissen seine ursprüngliche Absicht, nicht mehr zu kandidieren, wahrnehmen können. "Die Formel 1 wird perfekt von unserem 25-köpfigen Team geleitet. Die brauchen weder mich noch sonst irgendeine Hilfe von außen." Der Schlussabschnitt des Mosley-Briefs ist mit einer Warnung verbunden. Nach der absichtlichen Irreführung der Öffentlichkeit durch die FOTA behält sich Mosley alle Optionen offen. "Wenigstens bis Oktober bin ich noch Präsident mit der vollen Autorität. Danach ist es allein Sache der FIA-Mitglieder, über den neuen Präsidenten der FIA zu entscheiden."

FOTA will unabhängigen FIA-Präsidenten

Der letzte Satz zielte auf eine Äußerung von FOTA-Vizepräsident John Howett, der im Rahmen eines FOTA-Treffens am Donnerstag (25.6.) erklärte, dass sich die Teams als neuen Präsidenten einen unabhängigen, möglichst nicht im Umfeld des Motorsports groß gewordenen Nachfolger wünschen. Das war eine klare Absage an den von Mosley favorisierten Jean Todt. Der frühere Ferrari-Rennleiter wäre wie Mosley eine starke Persönlichkeit, der sich von den Teams nichts vorschreiben lassen würde.

Im Verband geht nach den Aussagen verschiedener FOTA-Mitglieder die Angst um, dass die Teams nach dem Sieg am Mittwoch zu mächtig werden. Man hat ihnen den kleinen Finger gegeben, nun wollen sie die ganze Hand. "Was ist der nächste Schritt?" fragte ein FIA-Mitglied. "Wollen sie den neuen Präsidenten wählen?" Einer warnte: "Gestern war Mosley ihre Zielscheibe. Der nächste, den sie ins Visier nehmen werden, ist Bernie Ecclestone." Das aber geht erst nach 2012. Wenn der Friede von Paris nicht wieder zusammenbricht, dann haben sich die Teams mit den Inhabern der kommerziellen Rechte zu den aktuellen Bedingungen bis 2012 geeinigt.

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