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Umgehung des Funkverbots

Hätte Hamilton dieser Trick geholfen?

Lewis Hamilton - Mercedes - Lenkrad 2016 Foto: sutton-images.com 25 Bilder

Der Funkverkehr zwischen Lewis Hamilton und seiner Box war das Highlight des GP Europa. Die Ingenieure durften ihm via Funk nicht helfen. Aber hätten sie beim Boxenstopp die Lenkradeinstellungen nicht selbst vornehmen dürfen? Wir haben Experten gefragt.

24.06.2016 Michael Schmidt

Lewis Hamilton war ein armer Hund. Fast das halbe Rennen lang war er in Baku damit beschäftigt, ein Problem zu lösen, über das nichts im Handbuch steht. Im Power-Rennmodus entschied die Software auf einer Gerade elektrische Leistung zu speichern statt abzurufen. Zum ersten Mal trat der unbeabsichtigte Leistungsverlust in Runde 4 auf. Laut Hamilton war der Defekt erst 10 Runden vor Schluss aus der Welt geschafft.

Den Ingenieuren waren die Hände gebunden. Das Reglement verbietet ihnen den Fahrer via Funk zu helfen. Sie dürfen ihn noch nicht einmal warnen, dass überhaupt ein Problem vorliegt, es sei denn es könnte zu einem Ausfall führen. Der erste Input muss immer vom Fahrer kommen. Und auch dann kann der Ingenieur dem Piloten nicht viel mehr sagen als dass er nichts sagen darf.

Lenkrad-Trick nicht ohne Haken

Das führt zu der Frage, ob beim Boxenstopp nicht ein Ingenieur oder ein Mechaniker die Schalter in die richtigen Positionen bringen darf. Wir haben bei Regelexperte Beat Zehnder von Sauber nachgefragt. Antwort: Prinzipiell ja, aber bei so einer Aktion müsste der Motor abgeschaltet werden. Die Restriktionen im Passus über die Kommunikation zwischen Team und Fahrer gelten nicht nur für den Funk und die Boxentafeln.

Der Originaltext im Regelwerk erklärt, wann Fahrhilfen verboten sind:

„.... at all times the car is out of the garage with the engine running and the driver on board (with the exception of any time the car is in the pit lane on the day of the race prior to or between reconnaissance laps)“

Übersetzt heißt das: Die Restriktionen gelten ... zu allen Zeiten, in denen sich das Auto mit laufendem Motor und Fahrer an Bord außerhalb der Garage aufhält. Mit Ausnahme der Zeit vor und während der Runden auf den Startplatz, solange sich das Fahrzeug in der Boxengasse befindet.

Das heißt: Hätte ein Mercedes-Mitarbeiter Hamilton ins Lenkrad gefasst, hätte das Auto entweder in die Garage geschoben oder der Motor abgestellt werden müssen. Da wäre es einfacher gewesen, ihm gleich das Lenkrad gegen ein anderes samt den richtigen Einstellungen zu tauschen. Ohne den Motor abzustellen.

Im Fall von Hamilton hätte das nur nicht viel geholfen. Das Problem war nämlich bis zu seinem Boxenstopp in Runde 16 noch nicht in allen Details verstanden. Somit gab es auch noch keine Lösung.

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