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Vorschau GP Monaco 2012

Sechster Sieger oder wieder Maldonado?

Pastor Maldonado - Williams - GP Monaco 2011 Foto: Williams 57 Bilder

Als wäre diese Formel 1-Saison nicht schon verrückt genug steht nun auch noch der Klassiker in Monaco auf dem Programm. Prognosen für die Jagd durch die Leitplanken sind bekanntlich schwierig. Mit Pastor Maldonado und Lewis Hamilton sind aber zwei echte Spezialisten am Start.

22.05.2012 Tobias Grüner

Die Formel 1 spielt verrückt. Und das verrückteste kommt erst noch: Am Wochenende geht es zum sechsten Saisonlauf in die Gassen von Monte Carlo. Die Geschichte des Grand Prix-Klassikers ist gespickt mit Dramen und Sensationen. Überraschungen sind hier eher die Regel als die Ausnahme - als wäre es in dieser Saison für Buchmacher und Experten nicht so schon schwer genug Vorhersagen zu treffen.

Fünf Sieger haben wir in den ersten fünf Rennen gesehen. Die einzige Konstante war bisher die Inkonstanz. Der Premierenerfolg von Pastor Maldonado in Barcelona hat das Feld zuletzt noch einmal kräftig durcheinandergewirbelt. Wer jetzt schon sagen kann, welche Kugel in der Leitplanken-Lotterie von Monaco gezogen wird, kann viel Geld gewinnen.

Formel-1 2012 Monaco Virtuelle Rundfahrt 1:19 Min.

Die Strecke: Circuit de Monaco

Der GP Monaco ist ein Sonderfall im Grand Prix-Kalender. Das Urgestein unter den Rennen. Die Strecke ist gefährlich und eng. Überholen ist fast unmöglich. Jeder Fehler wird teuer bezahlt. "Es grenzt an Ironie, dass wir all die Jahre erfolgreich für mehr Sicherheit auf den Rennstrecken gekämpft haben und dann freiwillig in Monaco fahren", erklärte Michael Schumacher zuletzt. Nur Ayrton Senna war mit sechs Siegen häufiger in der Fürstenloge zu Gast als der Deutsche.

Wie gefährlich die Strecke ist, zeigte sich zuletzt vor einem Jahr: Sergio Perez verlor an der schnellsten Stelle ausgangs des Tunnels die Kontrolle über seinen Sauber und krachte in die Bande der Hafenschikane. Das Rennen schaute er sich vom Krankenhaus an. Das Qualifying ist im Fürstentum traditionell besonders wichtig. Da man im Rennen kaum Positionen gutmachen kann, kommt es am Samstag zum Ritt auf der Rasierklinge.

Fast Facts:

Höchste Querbeschleunigung: 3,5 g (für 3 Sekunden in Kurve 3)
Längste Vollgaspassage (Tunnel): 500 Meter
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 20 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 45 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 62
Vollgasanteil auf einer Runde: 44,5 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 50 km/h (Kurve 6)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 269 km/h (Kurve 2)
Distanz von der Startlinie bis zur ersten Kurve: 150 Meter
Top-Speed: 285 km/h
Spritverbrauch: 1,60 Kilo/Runde
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,29 Sekunden
Reifenverschleiß: 2/5

Das Setup:

Monaco ist die Strecke mit den geringsten Durchschnittsgeschwindigkeiten, den engsten Kurven und den meisten Lenkbewegungen. Top-Speed zählt hier wenig. Wer den meisten Abtrieb und die beste Traktion besitzt, kommt am schnellsten über die 3,340 Kilometer lange Runde. Beim Anbremsen zeigen die Autos traditionell die Tendenz zum Untersteuern, was die Ingenieure durch viel Abtrieb an der Front auszugleichen versuchen.

Die vielen Bodenwellen auf den öffentlichen Straßen im Fürstentum verlangen auch dem Fahrwerk alles ab. Mehr Bodenfreiheit und eine weichere Abstimmung helfen nicht nur dabei die Schläge abzufedern, es ist auch nützlich für eine gute Traktion aus den vielen langsamen Ecken. In Sachen mechanischer Grip helfen auch die weichen Reifen der Marke supersoft, die Pirelli in den Straßenschluchten von Monaco erstmals in diesem Jahr zum Einsatz bringen wird.

Technische Updates:

Die Ingenieure lassen in Monaco nicht einfach nur die Flügel steiler stellen. Oft bringen die Teams komplett neue Teile, die speziell für das Rennen im Fürstentum entwickelt wurden. Lotus hat zum Beispiel schon angekündigt, einen komplett neuen Heckflügel einzusetzen, der besonders viel Abtrieb spenden soll. Das ehemalige Renault-Werksteam wird beim "Heimspiel" nicht das einzige Team mit einem Monaco-Paket bleiben.

Man darf außerdem gespannt sein, welche Neuteile aus Barcelona nun noch einmal zum Einsatz kommen. Nicht bei allen Teams hatten sich die Barcelona-Modifikationen positiv auf dem Zeitenmonitor ausgewirkt. Die Piloten, die in diesem Jahr noch keinen Ausfall zu verbuchen hatten, dürfen sich nach fünf absolvierten Rennen zudem über ein neues Getriebe freuen. So bekommt Nico Rosberg erstmals die neu entwickelte leichtere Karbon-Schaltbox eingebaut.

Die Favoriten:

"Ein Alptraum für Buchmacher", erklärte zuletzt Red Bull-Teamchef Christian Horner. "Zuweilen tief frustrierend", fügte McLaren-Kollege Martin Whitmarsh hinzu. Die meisten Fans freut es, dass die hochbezahlten Ingenieure im Dunkeln tappen und es jede Woche einen neuen Sieger zu feiern gibt. So richtig hat noch keiner kapiert, was gerade in der Formel 1 abgeht. Klar ist nur: Der Schlüssel liegt in den Reifen. Auch in Monaco wird wohl derjenige gewinnen, der die 2012er Pirelli-Gummis am besten in das Arbeitsfenster bringt.

Vom Papier her gibt es vor allem zwei Favoriten im Fürstentum. Der eine heißt Lewis Hamilton, der andere Pastor Maldonado. Beide sind ausgewiesene Monaco-Spezialisten, die schon vor der Formel 1-Zeit in sämtlichen Klassen an der Côte d'Azur gewinnen konnten. Hamilton war zuletzt in Barcelona der schnellste Mann, wurde aber durch den Tankfehler im Qualifying eingebremst. Für Maldonado spricht neben seinem Monaco-Talent die unglaublich gute Traktion des Williams.

Wer in diesem Jahr aber Geld auf die Favoriten gesetzt hat, wurde bislang nicht glücklich. Vorjahressieger Sebastian Vettel ist schon rein statistisch gesehen immer ein guter Tipp. Auch Nico Rosberg ist in seiner Wahlheimat traditionell sehr schnell unterwegs. Mercedes-Teamkollege Michael Schumacher ist mit seiner Strafversetzung um fünf Startplätze dagegen chancenlos. Aufpassen muss man dagegen auf die Lotus-Autos, die bisher immer vorne dabei waren. Und auch nicht vergessen darf man natürlich Fernando Alonso im wiedererstarkten Ferrari. Oder gelingt am Ende gar Sauber die Sensation?

Expertenmeinung GP Monaco: Matt Morris (Chefdesigner Sauber)

"Die größte Herausforderung bei der Abstimmung der Autos ist es, möglichst viel mechanischen Grip zu generieren. Wir werden in Monaco wieder mit dem Barcelona-Entwicklungspaket antreten. Zum ersten Mal in dieser Saison kommt der superweichen Reifen an einem Rennwochenende zum Einsatz. Wir haben ihn kurz bei den Wintertests in Barcelona ausprobiert. Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht in der Lage sein sollten, diesen Reifen auch in Monaco zum Arbeiten zu bringen."

"Die Strecke wurde an einigen Stellen neu asphaltiert, u.a. in der Bremszone nach dem Tunnel, sodass nun auch die Bodenwelle dort verschwunden sein dürfte. Beim Design des C31 war eines der Ziele, das Verhalten beim Überfahren von Randsteinen zu verbessern, entsprechend gehe ich davon aus, dass wir in diesem Bereich besser sein werden als vor einem Jahr. Wir waren bisher in dieser Saison stark, und ich bin zuversichtlich, dass wir auch in Monaco ein gutes Resultat einfahren können."

So lief das Rennen im Vorjahr: (GP Monaco 2011)

Der König von Monaco hieß 2011 Sebastian Vettel. In einem turbulenten Rennen konnte sich der spätere Weltmeister den ersten Sieg im Fürstentum sichern. Den Heppenheimer konnten dabei auch zwei Safety-Car-Phasen und eine Rennunterbrechung nicht aus der Ruhe bringen. Nach einem Massencrash im Schwimmbad-Bereich hatte die Rennleitung den Grand Prix für 21 Minuten gestoppt, um alle Wracks zu bergen.

Fernando Alonso und Jenson Button liefen nach einem spannenden Dreikampf um den Sieg auf den weiteren Podiumsplätzen ein. Vettel hatte zwar das langsamere Auto, konnte aber mit einer riskanten Einstopp-Strategie den Spitzenplatz immer wieder verteidigen. Seine Konkurrenten, die je zwei Mal Reifen wechselten, liefen direkt im Windschatten des Red Bulls ins Ziel, konnten aber keinen Angriff auf den Deutschen starten.

Neben Vettel war Lewis Hamilton auf Rang sechs der auffälligste Pilot des Rennens. Zunächst hatte sich der McLaren-Pilot im Tunnel mit Felipe Massa angelegt, was zum Crash des Ferraris und der ersten Safety-Car-Phase führte. Später drückte er auch noch den Williams von Pastor Maldonado in die Bande, was ihm eine Zeitstrafe von 20 Sekunden einbrockte. Auch nach dem Rennen schrieb Hamilton noch Schlagzeilen, als er seinem Unmut über die Rennleitung öffentlich Luft machte.

In unserer Galerie haben wir noch einmal die besten Bilder aus dem Vorjahr.

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