Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1: Vorschau GP Spanien 2010

Letzte Chance für Schumacher

Michael Schumacher Barcelona Foto: xpb 60 Bilder

Nach drei Wochen Formel 1-Pause beginnt am Wochenende in Barcelona endlich die Europa-Saison. Viele Teams kommen mit neuen Teilen zum GP Spanien. Mit seinem runderneuerten Mercedes will auch Michael Schumacher angreifen. Favorit ist aber ein anderer Deutscher.

05.05.2010 Tobias Grüner

Nach den vier Überseerennen kehrt die Formel 1 am kommenden Wochenende endlich auf das europäische Festland zurück. Spanien ist wie jedes Jahr ein Gradmesser für den Rest der Saison. Die ersten Kinderkrankheiten sind ausgemerzt. Letzte Schwächen werden durch größere Facelifts behoben. Wer hier noch nicht um den Sieg mitkämpfen kann, wird es im engen Formel 1-Kalender bis zum Saisonende schwer haben, den Rückstand noch aufzuholen.

Auch Michael Schumacher hofft in der katalanischen Hafenstadt auf die Wende zum Guten. Nach schwachen Resultaten zu Saisonbeginn wird er in Spanien wieder in dem Chassis sitzen, das auch schon beim Wintertest im Einsatz war. Allerdings haben die Mercedes-Entwickler den Rest des Autos nach den Wünschen des siebenmaligen Champions umgebaut. Längerer Radstand, neue Hinterachse, geänderte Verkleidung, modifizierte Flügel und ein geringeres Gewicht. Schumi selbst warnt vor zu großen Erwartungen, hofft aber selbst auf den großen Wurf.

Natürlich blieb auch die Konkurrenz in den letzten Wochen nicht untätig. Vor der Saison gab Schumacher die Parole aus, zu Beginn der Saison nicht zu viele Punkte zu verlieren, um am Ende noch einmal angreifen zu können. Bei 50 Punkten Rückstand hat offiziell noch niemand im Team den Titel abgeschrieben. Viele Pleiten kann sich der Rekordchampion aber nicht mehr erlauben. Mit Barcelona kommt immerhin eine Strecke die dem Silberpfeil-Star liegt. Sieben Mal stand er hier bereits ganz oben auf dem Treppchen.

Die Strecke:

Der 4,655 Kilometer lange Circuit de Catalunya ist eine Strecke, die allen Teams bestens bekannt ist. Nach tausenden von Testkilometern sollten hier keine Überraschungen bei der Setup-Arbeit lauern. Die einzige gute Überholmöglichkeit bietet sich am Ende der langen Geraden, auf der die Piloten aus über 300 km/h in eine Dritte-Gang-Kurve zusammengestaucht werden. In der Vergangenheit war der GP Spanien, der nun zum 20. Mal in Barcelona ausgetragen wird, nicht gerade bekannt für viel Action.

Das könnte sich in dieser Saison allerdings ändern. Die Meteorologen haben für das gesamte Wochenende einige Schauer angekündigt. Bisher gab es nur zwei Regenrennen (1992 und 1996). Vor allem Schumacher konnte in diesen Rennen überzeugen. 1996 konnte er auf der feuchten Piste sogar zu seinem ersten Ferrari-Sieg fahren, und das in einem unterlegenen Auto.

Die Abstimmung:

Trotz der langen Geraden werden die Autos für sehr viel Abtrieb (8/10) abgestimmt. Vor allem im ersten Streckenteil warten viele enge Kurven, in denen man viel Zeit verlieren kann. Spannend wird sein, ob McLaren seinen Top-Speed-Vorteil wie schon in China wieder für mehr Abtrieb opfert. Vor allem im Regen könnte das zum entscheidenden Trumpf werden. Bremsen- und Reifenverschleiß sollten dagegen kein Thema sein. Bridgestone bringt die härte Mischungskombination hart/soft. Die niedrigen Temperaturen von unter 20°C schonen Gummis und Bremsen zusätzlich.

Favoriten:

Vor dem Rennen in Barcelona wird immer viel über mögliche Verschiebungen im Kräfteverhältnis diskutiert. Die vergangenen Jahre haben allerdings gezeigt, dass sich die Fortschritte der Teams gegenseitig egalisieren. Einen guten Anhaltspunkt bieten die Wintertests. Zwei Wochen vor dem Saisonstart fuhr Red Bull-Pilot Mark Webber hier die Bestzeit - und hatte dabei noch 35 Kilogramm Sprit im Tank. Red Bull hat nicht zuletzt mit den vier Pole Positions gezeigt, dass der RB6 das schnellste Auto im Feld ist. Wenn Vettel und Co. die Leistung auch im Rennen bestätigen können, werden sie nur schwer zu schlagen sein.
 
Die Konkurrenz ist allerdings in Schlagdistanz. McLaren machte vor allem im Regen von Shanghai einen starken Eindruck. Allerdings ist der Vorteil des Heckflügelsystems in Spanien nicht ganz so groß. Ferrari fuhr zuletzt etwas hinterher. In Barcelona wollen die Roten ebenfalls den neuen Flügel einsetzen, mit dem der Fahrer den Luftstrom auf den Geraden abreißen lassen können. Mercedes ist die Wundertüte. Nach letzten Meldungen soll das aktiv gesteuerte Flügelsystem bei den Silberpfeilen noch nicht fertig sein. Was die ganzen anderen Upgrades bringen, wird sich erstmals im Freien Training zeigen.

Expertenmeinung: Rubens Barrichello (Williams F1)

"Viele Fahrer kennen Barcelona in- und auswendig. Es ist eine tolle Strecke, vor allem für das Qualifying. Das könnte der bestimmende Faktor für das Wochenende sein. Die Strecke besteht aus einer Kombination aus schnellen und langsamen Sektoren. Der Fokus liegt dabei mehr darauf, mit viel Speed in die Kurven zu gehen als auf den langen Geraden schnell zu sein. Man muss also vom aerodynamischen Setup stark sein.
 
Kurve drei ist eine besondere Herausforderung. Im Qualifying sollten wir sie Vollgas nehmen können. Zwischen den Kurven vier bis sieben kann man die meiste Zeit gutmachen. Die Überholmöglichkeiten sind sehr begrenzt, weil jeder so viel Erfahrung auf der Strecke hat. Die größte Variable ist in der Regel das Wetter. Ich bin hier schon oft gefahren. Ich mag den Kurs sehr und denke, dass jemand mit Erfahrung hier einen Vorteil besitzt."

Das passierte im Vorjahr:

2009 lebte der GP Spanien wie so oft von der Taktik und davon, dass die Red Bull im Verkehr festhingen. Jenson Button beantwortete im Duell gegen Rubens Barrichello die Frage, ob zwei oder drei Boxenstopps besser sind, zu seinen Gunsten und gewann. Zwei war schneller. Das Rennen begann mit einer fernsehreifen Kollision zwischen Buemi, Bourdais, Trulli und Sutil. Viel Kleinholz, kein Personenschaden. Felipe Massa sorgte am Ende des Rennens mit einer eingebildeten Benzinknappheit noch für Wirbel. Erst kam Sebastian Vettel an der roten Straßensperre vorbei, dann nahmen Fernando Alonso und Nick Heidfeld den Brasilianer aufs Korn. Alonso schaffte es, Heidfeld nicht.

Umfrage
Wer ist Ihr Favorit für den Grand Prix von Spanien?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden