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Formel 1-Helme

Zylon-Streifen am Visier wird Pflicht

Formula 1 Grand Prix, Australia, Saturday Practice Foto: xpb 63 Bilder

Ab dem GP Japan gelten für die Fahrer neue Regeln für die Helme. Der obere Rand des Visiers muss dann mit einem vier Zentimeter breiten Streifen aus Zylon versehen werden. Nicht überall stößt die Maßnahme auf Gegenliebe.

30.09.2011 Tobias Grüner

Der Crash von Felipe Massa beim GP Ungarn 2009 ist vielen noch immer noch gut in Erinnerung. Beim schwersten Unfall der jüngeren Formel 1-Geschichte war der brasilianische Ferrari-Pilot von einer Fahrwerksfeder am Helm getroffen worden. Die linke Augenhöhle wurde dabei schwer verletzt.

Um das Eindringen von Fremdkörpern in den Helm zu erschweren, haben die Hersteller Arai, Schuberth und Bell schon kurz nach dem Unfall gehandelt. Die Struktur der Vollkarbonschale wurde an den Rändern hinter dem Visier mit zusätzlichen Lagen verstärkt. Die Größe des Sichtfensters ist auf ein Minimum reduziert, so dass der Fahrer gerade noch so viel erkennen kann wie er muss.

Zylon-Streifen soll Visier-Kante sicherer machen

Doch das war den Sicherheitsfanatikern von der FIA noch nicht genug. Vor der Saison experimentierte der Weltverband erstmals mit einem zusätzlichen Schutzstreifen aus Zylon, der am oberen Rand des Visiers montiert wird. Zylon wird normalerweise in schusssicheren Westen eingearbeitet. Das Hightech-Material absorbiert Einschläge von außen noch besser als Carbon.

Nachdem einige Fahrer die verstärkten Visiere schon in der Saison getestet haben, will die FIA sie nun zur Pflichtausstattung machen. Ab Japan sollen die vier Zentimeter breiten Zylon-Streifen, die sich 20 Millimeter mit dem Visier überlappen, für alle Piloten vorgeschrieben sein. Im Singapur-Training waren bereits zwölf der 24 Piloten mit den modifizierten Helmen unterwegs.

Sicherheitsaktionismus der FIA?

Die Fahrer müssen somit in Suzuka mit 50 Gramm mehr Gewicht herumfahren. Der Nutzen der Maßnahme ist allerdings bei Fachleuten umstritten. Einige Experten werfen der FIA Aktionismus vor. Der gut erkennbare und rund 200 Euro teure Streifen soll suggerieren: "Seht her, wir kümmern uns um die Sicherheit."

Werbepartner sind allerdings nicht begeistert. Die Sponsoren haben nun am oberen Rand des Visiers weniger Platz. Auch die Fahrer klagen, weil sie nun nicht mehr mit verspiegelten Visieren fahren können. Der Zylon-Streifen, der mit doppelseitigem Klebeband befestigt wird, beschädigt bei jedem Entfernen die Beschichtung. Außerdem werden die Abreißvisiere kleiner und fummeliger.

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