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F1 HRT-Team - gelungener Saisonauftakt

Spanische Glückszahlen: 54 und 8

GP Bahrain 2010 Foto: xpb 62 Bilder

Alles schaut auf Ferrari. Im Trubel um den Doppelsieg der Italiener ging das Schicksal des neuen Hispania Racing Teams unter. HRT F1 wusste erst 16 Tage vor dem Saisonstart, dass man in Bahrain antreten würde. Unter den Bedingungen zählte es wie ein Sieg, dass beide Autos im Rennen am Start standen. 

16.03.2010 Michael Schmidt

Für HRT F1 gilt noch das Olympische Prinzip. Dabeisein ist alles. 16 Tage vor dem Saisonstart wurde der Rennstall mit den spanischen Wurzeln und dem Management aus Deutschland gerettet. Dass Bruno Senna und Karun Chandhok in Bahrain am Rennen überhaupt teilnehmen konnten, war eine kleine Sensation.

Die Truppe von Teamchef Colin Kolles schaffte etwas, das USF1 trotz einem Jahr Anlauf nicht gelungen war. Die Glückszahlen des Neulings waren in Bahrain die 54 und 8. Es ging nicht um Platzierungen, sondern um gefahrene Runden.

Die HRT-Renner kamen weiter als viele erwartet hatten

Pessimisten hatten damit gerechnet, dass für HRT F1 nach der technischen Abnahme am Donnerstag vor dem Grand Prix Schluss sein würde. Doch dann fuhr Bruno Senna an den drei Tagen im brütend heißen Bahrain 54 Runden. Mehr als Timo Glock, der trotz zwölf Testtagen nicht einmal eine Renndistanz abspulte. Karun Chandhok im zweiten HRT F1 rollte erst in der Qualifikation aus der Boxengasse, drehte sieben Runden und war mit 10,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze Letzter.

Im Rennen kam der Inder nur eine Runde weit. Dann landete der GP-Neuling im Reifenstapel. Er hatte mit dem vollgetankten Auto die Bodenwelle im neuen Streckenabschnitt unterschätzt. "Mir fehlte die Erfahrung. Ich bin vorher nur fünf fliegende Runden gefahren." Senna parkte nach 18 Runden mit einem Wasserleck. Der Cosworth V8 erlitt einen Hitzekollaps.

Autos wurden erst an der Strecke aufgebaut

Der Weg bis zum ersten Renneinsatz war reich an Dramen, und er beinhaltete viele Nächte ohne Schlaf. Dabei war das von Campos in HRT F1 umbenannte Team das erste, das alle Crashtests bestand, aber das letzte, das einen Meter mit dem neuen Auto fuhr. Chassislieferant Dallara hatte seine Crashtests bereits im Dezember 2009 absolviert, musste dann aber das Material in Italien zurückhalten, weil Campos das zweite Chassis nicht bezahlen konnte. Als José Ramon Carabante und Colin Kolles den Laden übernahmen und die Rechnungen beglichen, blieben nur noch zwei Wochen Zeit, aus Einzelbausteinen zwei Autos zu basteln.

Das passierte in der Boxengarage in Bahrain. Die 45 Mann starke Truppe arbeitete Tag und Nacht. Die Mechaniker schliefen an der Strecke und schufteten im Schichtbetrieb. Alle drei Stunden legte sich eine Hälfte aufs Ohr und die andere baute an den Autos. Chefingenieur Jacky Eckelaert kämpfte am Freitag mit der Müdigkeit: "Seit Dienstag morgen habe ich nur fünf Stunden Schlaf gefunden." In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde zum ersten Mal ein Cosworth V8 in Sennas HRT-01 angelassen.

Im Chandhok-Chassis stemmte sich lange die Elektronik gegen eine erfolgreiche Hochzeit zwischen Chassis, Motor und Getriebe. Es klappte in letzter Minute, pünktlich zur Qualifikation. Auf die Rundenzeiten wurde nicht geschaut. Bruno Senna fehlte auf den Rest der Neulinge 2,5 Sekunden pro Runde. Die größte Belohnung erfuhr die unermüdliche Truppe am Sonntagmorgen. Der spanische König Juan Carlos machte Hispania Racing in der Boxengarage seine Aufwartung.

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