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Formel 1-Hybrid 2011

Drei Teams zunächst ohne KERS

Foto: Ferrari 12 Bilder

Nach einem Jahr Pause hält die Hybrid-Technik 2011 wieder Einzug in die Formel 1. Dank des angehobenen Mindestgewichts und der festgelegten Gewichtsverteilung sollte KERS ein echter Vorteil werden. Drei Teams verzichten zum Saisonstart allerdings auf die Technik.

27.01.2011 Tobias Grüner

KERS ist zurück. Nach der kurzen Hybrid-Premiere 2009 müssen die Mechaniker in der kommenden Saison wieder die Gummi-Handschuhe aus dem Schrank holen. Die Sicherheitsvorkehrung gegen Stromschläge ist notwendig. Auch zwei Jahre nach dem ersten Auftritt des elektrischen Hilfsantrieb ist die Technik noch längst nicht ausgereift.

Dabei hat sich am strukturellen Aufbau des Kinetic Energy Recovery Systems (KERS) in der Zwischenzeit nicht viel geändert. Die mechanische Energie, die bei Bremsen gewonnen wird, muss zunächst von Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt werden, bevor sie chemisch in den Batterien gespeichert werden kann. Um die Energie per Elektromotor wieder freizugeben,  geht es den gleichen Weg wieder zurück.

KERS mit teuren Hightech-Batterien

Bei jedem Schritt geht bis zu zehn Prozent der Energie verloren, wobei Hitze freigesetzt wird. Neben der Kühlung ist auch die Geschwindigkeit der Umwandlungsprozesse entscheidend. Hier sind vor allem die Batterien gefragt. Energiespeicher mit einer großen Kapazität sträuben sich gegen eine schnelle Energieauf- und Abnahme. Die meisten Teams setzen deshalb auf spezialisierte Zulieferer, die sich die Hightech-Batterien entsprechend teuer bezahlen lassen.

Wichtig ist auch das Gewicht. Der erste Entwurf bei Hybrid-Pionier Mercedes wog stolze 120 Kilo. Der erste Testträger speckte bis auf 37 Kilo ab. Am Ende der Saison 2009 war das komplette System aus Batterien, Leistungselektronik und Elektromotor nur noch 25 Kilo schwer. 2011 soll noch dieser Wert noch einmal sinken.

Neues Reglement gleicht Nachteile aus

Das Gewicht war auch einer der Gründe, warum KERS 2009 noch nicht zum großen Erfolgsfaktor wurde. Damals lag das Mindestgewicht des Autos inklusive Fahrer noch bei 605 Kilogramm. Auch mit extremem Leichtbau blieben Balance-Probleme mit KERS an Bord nicht aus.

Nach zwei Erhöhungen in den vergangenen beiden Jahren muss das Auto nun nur noch 640 Kilo wiegen und bietet damit mehr Spielraum. Viel lässt sich in puncto Balance sowieso nicht mehr ändern. Die FIA hat die Gewichtsverteilung vor der Saison erstmals in einem engen Rahmen festgelegt.

KERS verändert das Bremsgefühl

Somit spricht nur noch wenig gegen den Einsatz von KERS. Neben der Beherrschbarkeit der komplizierten Technik und dem Preis gibt es allerdings noch einen entscheidenden Nachteil. Das Bremsgefühl verändert sich für den Fahrer, je nachdem, ob das System gerade aktiv ist oder nicht. 2009 beklagten sich einige Piloten über die fehlende Rückmeldung im linken Fuß.

Insgesamt sollten die Vorteile 2011 aber deutlich überwiegen. Niemand möchte freiwillig auf den 82 PS-Boost verzichten, der jede Runde für 6,7 Sekunden zur Verfügung steht. Im Qualifying hilft KERS sogar doppelt. Schon beim Einbiegen auf Start-Ziel in der Einführungsrunde dürfen es die Piloten verwenden. In der fliegenden Runde dann noch einmal.

KERS-Boost hilft am Start

Am wichtigsten ist der Hybrid-Schub jedoch am Start. Sebastian Vettel erinnert sich nur ungern daran, wie die McLaren und Ferrari 2009 durch die Reihen geflogen sind und bis zur ersten Kurve oftmals gleich mehrere Wagenlängen gutmachen konnten. Auch beim Überholen oder zur Verteidigung zeigte KERS damals schon, was es für eine nützliche Waffe sein kann.

Trotzdem werden zum Start der Saison 2011 nicht alle Teams mit KERS an den Start gehen. Die drei Neulinge des Vorjahres, Lotus, Virgin und HRT verzichten auf die Technik. Der neue Lotus T11, der in diesem Jahr von einem Renault-Motor angetrieben wird, ist allerdings schon für den Hybrid-Einsatz vorbereitet. Im Laufe der Saison wollen die Engländer nachrüsten.

Red Bull mit eigener Hybrid-Abteilung

Die anderen zehn Teams planen von Beginn an fest mit KERS. Das von Ferrari entwickelte System kommt nicht nur in den eigenen Autos zum Einsatz, sondern auch bei Sauber und bei Toro Rosso. Mercedes liefert sein KERS im Motorenpaket an McLaren und Force India. Red Bull hat in Milton Keynes eine eigene kleine Abteilung mit Hybrid-Spezialisten gebildet, die das Renault-System noch einmal leistungsfähiger machen soll.

Williams hat ebenfalls selbst Entwicklung betrieben, um KERS mit dem Cosworth-Motor zu koppeln. Dabei kommt aber nicht etwas die Schwungrad-Technik zum Einsatz, die Williams zuletzt so erfolgreich im Porsche 911 GT3 Hybrid Sportwagen präsentierte. Wie die Konkurrenz auch, setzt Williams auf ein konventionelles System mit Batterien zur Speicherung der Energie.

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