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Formel 1 vor der Hybrid-Rückkehr 2011

Wer fährt 2011 mit KERS?

Foto: Ferrari 12 Bilder

Nach einem Jahr Abstinenz kehrt der Hybridantrieb in der kommenden Saison wieder in die Formel 1 zurück. Wir sagen Ihnen, welche F1-Teams 2011 zur KERS-Liga gehören, und wer lieber auf die kostspielige Technik verzichtet.

06.07.2010 Tobias Grüner

Nachdem es lange Zeit nach einer längeren Hybrid-Pause in der Formel 1 aussah, hat sich die KERS-Befürworter-Fraktion am Ende doch durchgesetzt. Auch dank der Unterstützung von FIA-Präsident Jean Todt werden die Elektromotoren und die Batterienpakete schon in der kommenden Saison wieder eingebaut.

Ferrari und Renault pochten auf KERS-Rückkehr

Die größten Befürworter der KERS-Liga hießen am Ende Ferrari und Renault. Beide bestanden darauf, den Hybrid-Antrieb einzusetzen. Da die Technik im Reglement nie offiziell verboten wurde, hatte die (kleine) Liga der Verweigerer am Ende keine Chance, erneut einen freiwilligen Verzicht in der Teamvereinigung (FOTA) durchzusetzen.

Einen kleinen Erfolg gab es immerhin für die ablehnende Fraktion: Die Technik bleibt bei den Vorgaben von 2009. Die maximale Energieabgabe pro Runde liegt bei 400 Kilojoule. Die 80 PS können insgesamt 6,7 Sekunden lang in jeder Runde abgerufen werden. Ferrari hatte sogar angeregt, die Energiemenge zu verdoppeln. Dann hätten die Piloten 80 PS für 13,3 Sekunden. Der Antrag scheiterte wegen Uneinigkeit. Mercedes plädierte für 600 Kilojoule, McLaren beharrte auf der 2009er Regel.

KERS eindeutig ein Vorteil

Ein Faktor wurde allerdings geändert, der auf den ersten Blick gar nichts mit dem KERS zu tun hat. Das Mindestgewicht der Autos wurde von 620 auf 640 Kilogramm angehoben. Damit ist der Nachteil des rund 20 Kilo schweren Hybrid-Pakets aufgehoben. Probleme mit der Balance des Autos, wie noch 2009, sollte es in der kommenden Saison nicht mehr geben. Auch für die schwereren Piloten im Feld sollte es genügend Spielraum für Ballastgewichte geben.

Die Vorteile des Systems blieben dagegen unverändert. Vor allem am Start sind die 80 Zusatz-PS eine Waffe. Auch im Qualifying bringt das System entscheidende Vorteile. Die Piloten können den KERS-Knopf in der Aufwärmrunde schon vor der Zielgeraden drücken und mit einer höheren Geschwindigkeit loslegen. In der schnellen Runde dürfen sie selbstverständlich noch ein zweites Mal boosten.

Force India und Williams planen mit KERS

Lagen die Vor- und Nachteile bei der KERS-Premiere 2009 noch relativ ausgeglichen besitzt der Hybrid-Antrieb nur deutlich die Oberhand. "Da bleibt einem ja gar nichts anderes übrig, als mit KERS zu fahren", grübelt Force India-Geschäftsführer Otmar Szafnauer. Auch bei Williams hat man das eingesehen und plant bereits fieberhaft das erste Formel 1-Hybrid-Auto. Allerdings kommt dabei nicht der Schwungradantrieb zum Einsatz, den Williams zusammen mit Porsche beim 24h-Rennen an den Start brachte.

"Wir haben immer parallel an einer konventionellen Batterie-Lösung gearbeitet", erklärt Technikchef Sam Michael. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten steckt Williams viel eigenes Know-How in die Technik. "Die Zellen werden einzeln bei uns angeliefert und dann zu den Batteriepaketen zusammengefügt."

Red Bull will Renault-KERS verbessern

Auch bei Red Bull will man selbst Entwicklung betreiben. Weil das Renault-KERS zu schwer ist, hat Teamchef Christian Horner bereits angekündigt, das System in der Fabrik abzuspecken. Designer und Leichtbau-Fanatiker Adrian Newey dürfte beim Gedanken an schwere Batterie-Paketen in seinem Auto die hohe Stirn in Falten legen.

Allerdings muss sich Red Bull bei der Entwicklung - wie alle anderen Teams auch - beschränken. Fünf Millionen Euro hat der Weltverband als Kosten-Obergrenze für die Technologie ausgelobt. Wer das System als Kunde kaufen will, muss eine Million Euro bezahlen.

Neulinge planen noch nicht mit KERS

Für viele Teams wird auch das noch zu teuer sein. Die drei neuen Teams halten sich beim Thema Hybrid noch bedeckt. "Da verschwenden wir erst einmal keinen Gedanken dran", erklärte Timo Glock kürzlich. Obwohl der Cosworth-Motor gerade für den KERS-Einsatz vorbereitet wird, wird Williams wohl das einzige Cosworth-Team mit Hybrid-Technik bleiben.

Ein Fragezeichen gibt es auch noch bei Sauber und Toro Rosso. Beide Teams sind finanziell nicht auf Rosen gebettet und werden sich auf keinen Fall an der Entwicklung beteiligen. Sollten sich die beiden Ferrari-Motorenkunden für den KERS-Einsatz entscheiden, wird das System vom italienischen Technikspezialisten Magneti Marelli geliefert.

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