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F1-Hybridantrieb: Zehn Fragen zum Thema KERS

Im Jahr 2009 kehrt in der Formel 1 das Hybridzeitalter ein. Wir haben die Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zum Energierückgewinnungssystem (KERS) kompakt zusammengestellt.

1. Wie viel Leistung steht zur Verfügung?
Die Motoren verlieren wegen der Drehzahlreduzierung auf 18.000/min rund 50 PS und liegen damit knapp über der 700-PS-Grenze. Bei KERS-Aktivierung stehen dem Fahrer 6,7 Sekunden pro Runde 82 PS extra zur Verfügung.

2. Wann darf KERS zugeschaltet werden?
Beim Start ab 100 km/h. Grundsätzlich nur bei mindestens 90 Prozent Gaspedalstellung.

3. Muss die Extraleistung auf einmal verbraucht werden?
Nein. Der Fahrer kann den Extraschub in beliebig viele Teile portionieren.

4. Wie erfährt der Fahrer, ob er noch Leistung vom Elektromotor zur Verfügung hat?
Auf dem Display erscheint eine Anzeige in Prozent. 50 Prozent bedeuten, dass der Fahrer noch 3,35 Sekunden lang 82 PS abrufen kann.

5. Was passiert, wenn der Boost-Knopf rundenlang nicht aktiviert wird?

Dann könnten die Batterien überladen werden.

6. Was passiert, wenn der Pilot den Boost-Knopf in einer Runde länger als 6,7 Sekunden drückt?
Schummeln ist nicht möglich. Die Standard-Elektronik riegelt nach 6,7 Sekunden ab. Bei jeder Zieldurchfahrt wird das Konto wieder aufgefüllt.

7. Darf man im Training mit KERS fahren und es fürs Rennen ausbauen?
Nein. Wer in der Qualifikation KERS an Bord hat, darf wegen der Parc-fermé-Regel die Komponenten des Hybridantriebs im Rennen nicht durch Ballast ersetzen. Das System bleibt an Bord, kann aber abgeschaltet werden.

8. Welche Teams sind mit der Entwicklung am Weitesten?

McLaren-Mercedes und BMW-Sauber haben bislang die meisten Testkilometer mit Hybridantrieb zurückgelegt. Beide Teams befinden sich bereits in der Abstimmungsphase dazu, wie man die Power vom Elektroantrieb optimal nutzt und wie die Bremsbalance möglichst wenig beeinflusst wird.

9. Welche Teams hinken noch hinterher?
Ferrari, Williams und Renault haben zwar Autos für KERS konzipiert, sind mit der Hybrid-Entwicklung jedoch in Verzug. Ferrari arbeitet an zwei KERS-Projekten parallel, Renaults einziger KERS-Lieferant Magneti Marelli berichtete zuletzt Probleme bei der Entwicklung. Auch die Schwungradlösung von Williams ist noch nicht ausgereift. Bei Tests traten zuletzt Lagerschäden auf. Das F1-Team von Toyota kündigte an, 2009 vorerst noch ohne KERS zu planen, hat allerdings noch ein Nachrüstpaket in der Hinterhand.

10. Wie geht es weiter?
Die FIA hat den Fahrplan für die nächsten fünf Jahre abgesteckt. 2011 soll auf eine Speichermenge von 800 Kilojoule und eine Abgabe von 136 PS aufgerüstet werden. 2013 sind 1.600 Kilojoule und 272 PS geplant. Das könnte kippen. Die Teams drängen die FIA darauf, ab 2010 ein Standardsystem einzuführen.

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Autoren: Michael Schmidt, Tobias Grüner

auto motor und sport, Heft 02 / 2009

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