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F1 Jahresrückblick

Der goldene Schluss

Foto: Wolfgang Wilhelm 69 Bilder

An Dramatik und Spannung war das F1-Jahr kaum zu übertreffen. Vor allem der Nachwuchs schlug erfolgreich zu. Allerdings blieben einige Akteure auch auf der Strecke.

27.12.2008 Tobias Grüner

Nachdem 2007 noch die "Spionage-Affäre" zum inoffiziellen F1-Unwort des Jahres gekürt wurde, kehrte in dieser Saison wieder Frieden zwischen den Top-Teams ein. Schon vor der Saison wurden die Kriegsbeile offiziell begraben und so herrschte auf den prunkvollen Präsentationen von Stuttgart (McLaren-Mercedes) bis Maranello (Ferrari) meist gute Stimmung.

Bei den Testfahrten vor der Saison mussten sich alle Teams zunächst einmal an das neue Reglement gewöhnen. Die Traktionskontrolle war neuerdings verboten und von den Piloten wurde deutlich mehr Fußspitzengefühl verlangt. Auch die neue Einheitselektronik sorgte zunächst für einige Kopfschmerzen bei den Ingenieuren.

Crash-Fest in Down-Under

Zum Saisonsauftakt in Melbourne waren aber alle Kabel richtig verbunden und es ging mit einem spektakulär turbulenten Auftakt in die neue Saison. Nur sieben Autos kamen dabei ins Ziel, Safety-Car-Phasen brachten die Taktik der Teams gleich mehrmals durcheinander. Lewis Hamilton ließ sich von all dem nicht ablenken und fuhr von der Pole Position ein fehlerfreies Rennen zum ersten Saisonsieg.

Eine Woche später in Malaysia behielt dann Ferrari in Form von Vorjahres-Weltmeister Kimi Räikkönen die Oberhand. Hamilton verlor durch ein klemmendes Rad beim ersten Boxenstopp fast 20 Sekunden. In Bahrain gab es den dritten Sieger im dritten Rennen. Doch Felipe Massas Triumph wurde von der sogenannten Sex-Affäre Max Mosleys in den Schatten gestellt. Der FIA-Präsident wurde bei einem "Lack und Leder-Tete-a-Tete" in London gefilmt.

Abschied von Super Aguri

Beim ersten Rennen auf dem europäischen Kontinent in Barcelona sorgte dann das japanische Team Super Aguri für Negativ-Schlagzeilen. Geldgeber Honda erlaubte dem kleinen Schwesterteam noch einen letzten Start, bevor man den Geldhahn zudrehte. Beim Rennen fuhr Ferrari einen überlegenen Doppelsieg ein, während Heikki Kovalainen nach Felgenbruch mit hoher Geschwindigkeit in die Bande krachte.

Beim regennassen Traditionslauf in Monaco ging es auf der Strecke wieder chaotisch zu. Kurz nach dem Start fiel Hamilton nach einem Reifenschaden zunächst auf Rang fünf zurück kämpfte sich mit Hilfe einiger Safety-Car-Phasen und einem fulminanten Zwischenspurt aber wieder an die Spitze. Neben dem Husarenritt des Weltmeisters beherrschte vor allem das Pech von Adrian Sutil die Schlagzeilen. Der Force India Pilot wurde weniger Runden vor Schluss auf Rang vier liegend von Kimi Räikkönen abgeschossen.

In Kanada folgte direkt der nächste Höhepunkt. BMW-Sauber gewann mit dem neuen WM-Führenden Robert Kubica nicht nur sein erstes GP-Rennen sondern sorgte mit Nick Heidfeld auf Rang zwei gleich für einen Doppelsieg. Die Blau-weißen profitierten in Montreal vor allem von der Kollision zwischen Hamilton und Räikkönen am Ende der Boxengasse, Der McLaren-Pilot war dem Finnen vor der roten Ampel ins Heck gekracht.

Massa dreht Pirouetten im Regen

In Silverstone folgte der nächste Kracher: Bei feuchten Bedingungen deklassierte Lokalamatador Hamilton die Konkurrenz. Rivale Massa konnte nach insgesamt sechs Drehern sein Konto nicht aufstocken. Die Spannung in der Fahrerwertung wurde mit drei punktgleich führenden Fahrern nach Silverstone endgültig auf die Spitze getrieben. Auch Robert Kubica befand sich mit nur zwei Zählern Rückstand in unmittelbarer Schlagdistanz.

Auch das Rennen in Hockenheim bot den begeisterten Fans im Motodrom Renn-Action vom Feinsten. Nach einer Safety-Car-Phase entschied sich McLaren-Mercedes eigentlich für die falsche Strategie. Doch Hamilton konnte in einem unnachahmlichen Schlussspurt noch drei Piloten - darunter auch Massa - überholen. Teamchef Ron Dennis entschuldigte sich anschließend bei seinem Star, dass man es Lewis so schwer gemacht hatte.

In Ungarn erlebten Fans das Rennen der verpassten Chancen. Massa konnte direkt am Start beide McLaren überholen und sich so an die Spitze setzen. Drei Runden vor dem Ende fiel der souverän führende Brasilianer mit einem Motorschaden aus. Zuvor verlor Hamilton seinerseits nach einem Reifenschaden wertvolle Plätze. Am Ende erbte Heikki Kovalainen die Führung und fuhr zum ersten Sieg seiner Karriere.

Zweikampf spitzt sich zu

Entgegen aller Ankündigungen bot das Premieren-Rennen in Valencia wenig Action. Nur Kimi Räikkönen sorgte mit einem verpatzten Boxenstopp und einem späten Motorplatzer für etwas Dramatik. An der Spitze fuhr Massa einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg vor Hamilton nach Hause. Die WM wurde nun langsam zu einem Zweikampf, bei dem der McLaren-Pilot aktuell die Nase mit sechs Zählern vorne hatte.

Schon beim folgenden Rennen in Spa-Francorchamps sollte der Vorsprung allerdings empfindlich schrumpfen. In einem dramatischen Finale schnappte sich Hamilton Spitzenreiter Räikkönen eine Runde vor Schluss auf der Zielgeraden und fuhr zum vermeintlichen Sieg. Der Brite hatte zuvor allerdings eine Schikane abgekürzt und den Ferrari anschließend nur kurz vorbeigelassen. Das sei nicht genug gewesen, befand die Rennleitung und stufte Hamilton auf Rang drei zurück. Nach einem Crash Räikkönens in der letzten Runde erbte Massa schließlich den Sieg und verkürzte in der Gesamtwertung auf zwei Punkte.

Sensation durch Vettel

In Monza sollte es nur sieben Tage später nicht minder regnerisch und ebenso dramatisch weitergehen. Ausgerechnet Youngster Sebastian Vettel stahl den etablierten Piloten mit der Pole-Position und einem Start-Ziel-Sieg die Show. Hamilton wurde nach einem verkorksten Qualifying nur Siebter, Massa konnte durch den sechsten Platz den Rückstand in der WM-Tabelle auf einen Punkt verkürzen.

Eine Safety-Car-Phase würfelte das Klassement beim ersten Nachrennen in der Formel 1-Geschichte in Singapur durcheinander. Fernando Alonso profitierte am meisten und fuhr seinen ersten Saisonsieg vor Nico Rosberg ein. Hamilton konnte mit seinem dritten Platz allerdings auch gut leben, da Konkurrent Massa nach einem verpatzten Boxenstopp punktlos blieb. Der Brasilianer wurde losgeschickt, obwohl der Tankschlauch noch steckte und sorgte damit unfreiwillig für eines der Bilder der Saison.

Wenn zwei sich streiten freut sich der Alonso

In Fuji kam es dann zum direkten Duell der Rivalen auf der Strecke. Massa drehte Hamilton in einem unfairen Manöver und wurde dafür von der Rennleitung bestraft. Die Kommissare bestraften allerdings auch den McLaren-Piloten, da dieser die beiden Ferrari am Start abgedrängt hatte. Am Ende siegte erneut Alonso. Massa holte als Siebter zwei Zähler auf Hamilton auf, der auf Rang zwölf letztlich punktlos blieb.

Beim Saisonfinale in Sao Paulo musste Hamilton nur Fünfter werden, um sich als jüngster Weltmeister in die F1-Geschichtsbücher einzutragen. Der McLaren-Pilot ging das ganze Wochenende auf Nummer sicher. Nach einem vierten Platz im Qualifying und einem vorsichtigen Rennauftakt lag Hamilton sechs Runden vor Schluss noch sicher auf Rang vier. Ein plötzlicher Regenschauer sorgte dann allerdings für ein unvergesslich dramatisches Finish.

Entscheidung in der vorletzten Kurve

Während Hamilton an der Box auf Regenreifen wechselte ging Timo Glock mit einem riskanten Trockenreifen-Poker vorbei. In der vorletzten Runde verdrängte Vettel den McLaren nach einem Fahrfehler schließlich auf Rang sechs. Als Massa schon längst als Sieger abgewinkt war, konnte Hamilton zum Entsetzen der brasilianischen Fans den wehrlosen Toyota von Glock in der vorletzten Kurve doch noch überholen und damit den wertvollen fünften Platz zurückzuerobern. Mit einem Punkt Vorsprung reichte das zum Titel.

Nach der Saison kehrte wieder etwas Ruhe ein. Erstaunte Blicke bei den Fans gab es allerdings bei den Wintertests. Als erste Teams fuhren BMW-Sauber, Williams und Honda mit den gewöhnungsbedürftigen Flügeln nach 2009er Reglement. Die Japaner sorgten auch für den negativen Abschluss des F1-Jahres. Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise zog der Autobauer seinen Rennstall im Dezember von der WM zurück.

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