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Formel 1-Kommission entscheidet

Halo oder Canopy?

F1 Cockpitschutz - Canopy - Halo Foto: ams 59 Bilder

Update +++ Daniel Ricciardo probierte im ersten freien Training zum GP Russland den Cockpitschutz von Red Bull aus. Auch der Heiligenschein hat seine erste Probefahrt bereits hinter sich. Im Ferrari bei den Testfahrten von Barcelona. Welches System sich durchsetzt, entscheidet die Formel 1-Kommission.

29.04.2016 Michael Schmidt

Halo der Canopy? Diese Frage verstehen nur Formel 1-Experten. Halo ist das englische Wort für den Heiligenschein-förmigen Schutzbügel über dem Cockpit. Canopy ist der Fachbegriff für eine Art Windschutzscheibe vor dem Fahrer. Auch er soll verhindern, dass der Fahrer von herumfliegenden Objekten, zum Beispiel einem Reifen oder einer Feder, am Kopf getroffen wird.

Die FIA hat beide Lösungen bereits getestet. Sowohl der Heiligenschein als auch die Verglasung haben dem Beschuss mit einem Reifen standgehalten. Was jetzt noch geklärt werden muss ist, in wieweit die Sicht des Fahrers eingeschränkt wird. Kimi Räikkönen war bereits bei den Testfahrten in Barcelona mit dem Cockpitbügel unterwegs. Der Finne meinte damals, dass der Blick auf die Strecke in einem erträglichen Rahmen eingeschränkt sei.

Red Bull-Schutzscheibe ist doppelt beschichtet

Im ersten Training zum GP Russland führte Daniel Ricciardo den Versuch mit der von Red Bull entwickelten offenen Cockpitkanzel durch (>>> alle Infos gibt es in unserem Artikel). In Fahrerkreisen gab es Bedenken, dass die Sicht durch Lichtreflexe, Schmutz oder Regen leiden könnte. Doch die Ingenieure von Red Bull haben vorgesorgt. Die Innenseite der Scheibe ist so beschichtet, dass der Fahrer nicht geblendet werden kann. Auf der Außenseite ist eine Folie angebracht, an der Wassertropfen und Schmutz abperlen.

Wenn alle Versuchsreihen abgeschlossen sind, werden die beiden Lösungen der Formel 1-Kommission präsentiert. "Die entscheidet dann, welchen Schutz wir nehmen", erzählt FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Nico Hülkenberg hat sich schon festgelegt, obwohl er am liebsten ganz auf einen Cockpitschutz verzichten würde: "Wenn es schon sein muss, ist die Red Bull-Scheibe mein Favorit." Sebastian Vettel will sein Urteil erst fällen, wenn er die Red Bull-Lösung in natura gesehen hat. "Hübsch sind sie beide nicht. Wichtiger ist aber, ob sie funktionieren. Und da bin ich zu wenig Experte um beurteilen zu können, welche Lösung besser ist."

Red Bull-Schutz wehrt Aluminiumkugel ab

Red Bull hat seinen Cockpitschutz innerhalb von sechs Wochen entwickelt. Kostenounkt: rund eine Viertelmillion Euro. Die 9 Millimeter dicke Scheibe überzeugte schon bei internen Tests. "Wir haben zwei Mal hintereinander eine ein Kilo schwere Aluminiumkugel mit 240 km/h gegen die Scheibe geschossen und sie hat gehalten. Auch das beschädigte Teil den zweiten Schuss. Das heißt, dass Felipe Massa bei seinem Unfall mit der Feder nichts passiert wäre. Beim Halo besteht diese Garantie nicht, weil die Feder links oder rechts von der zentralen Stütze hätte vorbeifliegen können", erzählt Red Bull-Chef Christian Horner.

Die Scheibe ist aus einem Material gefertigt, aus dem die Pilotenkanzeln für Militärjets gebaut sind. Das Gewicht des Aufbaus entspricht dem des Heiligenscheins. Rund 8 Kilogramm. "Aber es ist von zwei hässlichen Lösungen die schönere", meint Horner. Sebastian Vettel überzeugte sich am späten Donnerstagabend selbst davon. Red Bull lud seinen Ex-Fahrer ein, den Canopy am Auto zu begutachten. Horner gibt zu: "Die große Herausforderung wird sein, wie stark die Scheibe während eines Rennens verschmutzt und was wir dagegen tun können."

Windschutzscheiben sind nichts Neues in der Formel 1. Man muss nur 45 Jahre zurückschauen. Horner amüsiert sich: "Kürzlich kam Adrian Newey mit der Scheibe seines Lotus 49 ins Büro, um sie zu reinigen. Sie war natürlich kleiner, aber im Prinzip das Gleiche." Daniel Ricciardo testet die Scheibe nur eine Runde lang. Horner erklärt: "Wir werden sie bei einem der Reifentests später in der Saison noch einmal ausprobieren. Leider können wir mit dem aktuellen Auto nicht allzu viele Runden am Stück damit fahren, weil die Scheibe die Strömung in die Airbox stört. Wir kriegen bei längerem Betrieb Probleme mit der Kühlung. Wenn die Scheibe mal Standard werden sollte, wird natürlich das ganze Auto dafür konstruiert."

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