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F1 Konstrukteursweltmeister 2009

Die Märchen-Saison von Brawn GP

GP Brasilien Foto: dpa 17 Bilder

Ein Angler aus Leidenschaft als Teamchef, ein Pilot mit Playboy-Image als WM-Spitzenreiter und ein "ewiger Zweiter" im zweiten Cockpit: Zusammen haben sich die fabelhaften Brawn-Boys in Sao Paulo vorzeitig die Konstrukteurs-WM gesichert.

18.10.2009

Jenson Button und Rubens Barrichello mussten vor einem Jahr noch lange zittern - nicht um Siege oder Punkte. Es ging um die Zukunft des Teams, ihres Arbeitgebers. Erst kurz vor dem Saisonstart war die Übernahme des Honda-Rennstalls durch den ehemaligen Ferrari-Strategen Brawn besiegelt, nachdem der japanische Hersteller aus der Formel 1 ausgestiegen war.

Brawn schockt Konkurrenz beim ersten Test

Zum Testen blieb nur wenig Zeit. Es reichte aber, um die Konkurrenten mehr als nur zu beeindrucken. Brawn GP stellte - zusammen mit Sebastian Vettels Red-Bull-Team - die Hackordnung der Königsklasse auf den Kopf. Dem Doppelerfolg durch Button und Barrichello zum Auftakt in Australien folgen insgesamt sieben weitere Brawn GP-Siege. Dass Button den WM-Titel verdient, daran gibt es keine Zweifel. Dasselbe gilt für die Konstrukteurs-Krone, die dem Rennstall einiges an Geld einbringen wird.

Vor Argwohn waren die "Brawnies" aber auch nicht gefeit - Stichwort Doppel-Diffusor. Wegen dieses magischen Teils herrschte zu Saisonbeginn helle Aufregung. Die Instanzen des Internationalen Automobilverbandes FIA wurden angerufen - und entschieden: alles regelkonform. Die Rivalen versuchten, den Rückstand aufzuholen. Bis auf die "Roten Bullen" konnte unterm Strich nach 15 der 17 WM-Läufe aber keiner Anschluss zu dem Duo in den fast schneeweißen Boliden halten.

Mercedes hilft kurzfristig mit Motoren

Ein Grund für die Dominanz: Die Mercedes-Motoren laufen wie geschmiert. Nach dem Ausstieg von Honda aus finanziellen Gründen musste auch ein Partner für den Antrieb gesucht werden. Fündig wurde Brawn in Stuttgart. Am 5. Dezember 2008 ging bei Sportchef Norbert Haug ein Anruf aus England ein. "Motor und Getriebe haben am Anfang nicht unbedingt zusammengepasst", erklärt der Schwabe. "Das war eine fantastische Leistung in der kurzen Zeit." Ein umfangreicheres Engagement der Sternmarke ist von der kommenden Saison an denkbar. Und auch, dass Nico Rosberg dann in einem Brawn-Mercedes sitzen wird.

Dass Hobby-Triathlet Button trotz auslaufenden Vertrags wohl weiter für die Briten fahren wird, gilt längst als wahrscheinlich. Dass der einstige Wasserträger von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher wechselt, ist dagegen ziemlich sicher. Barrichello wird wohl an der Seite des deutschen GP2-Champions Nico Hülkenberg in einem Williams starten.

Unterschiedliche Typen im Cockpit

Privat trennen die beiden Routiniers Welten: Button gilt als einer der letzten Playboys in der einstigen Glamour-Szene. Der 29 Jahre alte Brite und seine Freundin, das Model Jessica Mitchibata, sind häufig in Boulevard-Blättern abgelichtet. Der zweifache Vater Barrichello ist mehr ein Familienmensch. Der 37 Jahre alte Brasilianer freute sich, in den Tagen vor seinem Heimrennen unweit seines Elternhauses die Kinder von der Schule abholen zu können.

Und schließlich der Teamchef: 2007 genehmigte sich der manchmal kauzig wirkende Brawn ein Sabbatjahr. Der Brite, dessen strategische Finesse und taktischer Esprit schon Schumacher zum fünfmaligen Weltmeister mit Ferrari machten, ging angeln. Diese Auszeit habe seine Sichtweise auf den Sport nicht verändert, sagte Brawn einmal, aber ihn daran erinnert, was ihn ausmache und was er vermisse: "Den Wettbewerb, Teil einer Gruppe zu sein, die etwas erreichen will."

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