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Formel 1 Kostengrenze

Druck auf Red Bull nimmt zu

Mark Webber Red Bull GP Monao 2012 Foto: Red Bull 61 Bilder

Am Montag haben die Formel 1-Teams über eine Kostenbremse in der Formel 1 diskutiert. Die FIA scheint nun doch gewillt, die Ressourcenbeschränkung zu überwachen. Wenn es im Sportgesetz verankert würde, wäre es auch für Red Bull Gesetz. Das Weltmeisterteam wird auch von Williams unter Beschuss genommen.

31.05.2012 Michael Schmidt

Am Montag nach dem GP Monaco haben FIA-Präsident Jean Todt, Bernie Ecclestone, die Teamchefs und die Technikdirektoren noch einmal das Kostenthema diskutiert. Zehn der zwölf Teams hatten an die FIA den Wunsch herangetragen, die Ressourcenbeschränkung zu kontrollieren, damit ins Sportgesetz aufzunehmen und bei Zuwiderhandlung auch Strafen auszusprechen. Red Bull und ToroRosso hatten sich dagegen gestemmt.

Singapur-Kompromiss ohne Budgetdeckelung

Die Teams und die FIA haben Stillschweigen über Details vereinbart, da das Thema sensibel ist. Hier geht es nicht nur um die Vernunft, sondern auch um Vorurteile, eigene Interessen und Gesichtsverlust. Der Weltverband will die Sache auf kleiner Flamme kochen. Und bei den Teams sind die Positionen im Streit um die Kostenkontrolle vom Eigeninteresse gesteuert. Keiner gönnt dem anderen etwas. Irgendetwas sickert immer durch. Bei der Sitzung in Monte Carlo kam heraus, dass die FIA nun offenbar doch gewillt ist, die Einhaltung der Ressourcenbeschränkung zu überwachen. Angeblich auf der Basis des so genannten Singapur-Abkommens.

Das wäre ein Kompromiss für Red Bull, denn damit wäre das Thema Budgetdeckelung vom Tisch. Der Vorschlag von Singapur ist moderater als die Forderungen der Hardliner. Er erlaubt 315 Mitarbeiter und 30 Millionen Euro Fremdleistungen. Beides kann gegeneinander verrechnet werden. Bei den Teamchefs rauchen jetzt wieder die Köpfe. Zu lange dürfen sie aber nicht rauchen, denn wenn bis zum 30. Juni nichts passiert, gilt für 2013 gar keine Regel. Die Befürworter der Kostenkontrolle können mit einer Dreiviertelmehrheit die Einführung einer von der FIA kontrollierten Ressourcenbeschränkung durchdrücken.

Red Bull zur Not zwingen

Williams-Mitbesitzer Toto Wolff zählt zu den Vertretern der Teams, die sich eine effiziente Kostenkontrolle wünschen. Für ihn hängt vom Thema Kostenkontrolle die Zukunft der Formel 1 ab. In einem Gespräch mit auto motor und sport am Samstag in Monte Carlo bezog der Österreicher klar Stellung: "Wir sind für eine Budgetobergrenze. Das wäre am einfachsten zu kontrollieren. Man kann das ganze absichern durch einige Zusatzbeschränkungen bei der Windkanalzeit und beim Personal."

Wenn Red Bull partout nicht mitmachen will, müsse man die Weltmeistertruppe eben zu ihrem Glück zwingen. "Red Bull nimmt mit der Formel 1 derzeit geschätzte 250 Millionen Euro ein. Das heißt, eine Kostenobergrenze würde Herrn Mateschitz 100 Millionen Euro verdienen. Man würde ihm also einen Gefallen tun. Sein Modell des unbegrenzten Geldausgebens funktioniert doch heute schon nicht mehr, weil die aktuellen Regeln die Vorteile eines größeren Budgets praktisch ausgleichen. Die Resultate der ersten sechs Rennen müssten ihn eigentlich davon überzeugen."

Wolff ist Optimist. Der österreichische Geschäftsmann glaubt auch, dass die FIA und Bernie Ecclestone beim Concorde Abkommen auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden. "Bernie wird den Börsengang nicht ohne ein offizielles WM-Prädikat machen wollen. Es muss eine unabhängige Instanz geben, die die Regeln schreibt und kontrolliert. Da sollte sich jeder in der Formel 1 die Frage stellen, ob man so etwas will wie die DTM."

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