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F1-Kundenautos

Tauziehen geht weiter

Foto: dpa

Um das Thema der so genannten Formel 1-Kundenautos konnte auch beim Saisonfinale in Sao Paulo keine Einigung erzielt werden. Noch immer streiten die Teams und die Hersteller mit FIA-Präsident Max Mosley um eine sinnvolle Definition, was eigentlich ein Kundenauto sein soll.

21.10.2007

In Sao Paulo wurde bekannt, dass der Einsatz des Prodrive-Kundenteams von David Richards in der Saison 2008 gecancelt wurde. McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh: "Wir machen den Vertrag mit Prodrive erst dann fix, wenn klargestellt ist, was ein Kundenauto ist und was nicht." Die Absage hängt damit zusammen, dass sich die Teams, die Hersteller, FOM-Boss Bernie Ecclestone und Formel 1-Präsident Max Mosley noch immer nicht darauf verständigt haben, wie mit dem Thema der Kundenautos umgegangen werden soll. Die Verhandlung über die von Williams bei der FIA eingereichte Klage, die ursprünglich am 24. Oktober in Paris stattfinden sollte, wurde kurzfristig verschoben.

Komplizierte rechtliche Lage

Der Knackpunkt ist die komplizierte rechtliche Rahmenlage, denn die Formel 1 befindet sich in einer Übergangsphase: Das alte Concorde-Agreement ist abgelaufen, die nun geltenden Übergangsregelungen bis zum nächsten Concorde-Agreement wurden von allen Teamchefs unterzeichnet. Das alte Concorde-Agreement verlangte, dass die Formel 1-Teams ihre Autos selber bauen müssen, doch die Übergangsregelung erlaubt für 2008 auch Kundenautos - also den Kauf eines Chassis.

In Fuji einigten sich die Teamchefs auf eine Definition mit Kompromissen: Die heutigen Kundenteams Super Aguri und Toro-Rosso dürfen weitere zwei Jahre Kundenautos verwenden, müssen aber ihre Infrastruktur so gestalten, dass sie ab 2010 ihre Rennwagen selber bauen können. Der Gegenvorschlag von Max Mosley folgte prompt: Wer 50 Prozent eines Autos selber baut, ist ein Konstrukteur und erhält die volle Geldausschüttung der FOM von Bernie Ecclestone.

Mosley-Vorschlag abgelehnt

Bei einer weiteren Teamchef-Sitzung am Samstag in Sao Paulo wurde der Mosley-Vorschlag abgelehnt. Abermals traten die Gegensätze offen zu Tage, zwei Denkrichtungen dominieren: Auf der einen Seite steht Teamchef Frank Williams, der Kundenautos in der Formel 1 kategorisch ablehnt. Andererseits hat er aber jene erwähnten Übergangsregelungen unterzeichnet, die genau dies gestatten.

Die Kompromissposition wird von Bernie Ecclestone vertreten: Es sollen sowohl Kundenteams als auch Teams in der Formel 1 antreten dürfen, die ihre Autos selber konstruieren und bauen. Der Unterschied: Die Konstrukteur-Teams erhalten die volle Geldausschüttung von Ecclestone, also sowohl das Antrittsgeld als auch die Erfolgsprämien. Die Kundenteams dagegen erhielten nur das Antrittsgeld - dafür aber keine Erfolgsprämie.

Super Aguri-Teammanager Daniele Audetto findet das ungerecht: "Wir sind genauso Bestandteil der Formel 1-Show wie die großen Konstrukteurteams. Warum sollen wir uns mit 50 Prozent der Geldausschüttung zufrieden geben?" Der neue Kompromissvorschlag der Teamchefs: Wer zehn Prozent des Autos selber baut, soll den Konstrukteursstatus erhalten.

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