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F1-Legenden am Red Bull-Ring

"Wenn was bricht, bring ich mich um"

Vettel, Lauda, Berger & Marko - BRM P180 - GP Österreich 2014 - Legenden Foto: xpb 78 Bilder

Es war das Highlight im Rahmenprogramm zum GP Österreich. Die Formel 1-Legenden der Alpenrepublik verzückten die 95.000 Zuschauer am Red Bull-Ring mit ihrem Auftritt in den Autos, die sie früher fuhren. Wir haben die Bilder des Spektakels.

24.06.2014 Michael Schmidt

Was für eine Idee. Die Formel 1 hat in Österreich Tradition, und die 95.000 am Red Bull-Ring bekamen sie zum Anfassen präsentiert. Niki Lauda, Gerhard Berger, Helmut Marko, Alexander Wurz, Karl Wendlinger, Christian Klien, Patrick Friesacher, Dieter Quester und Hans Binder fuhren in ihren Originalautos um den Kurs. Bei Wendlinger blieb es beim Wunsch.

Wegen eines Hydraulikproblems steckte das Getriebe des Sauber C14-Ford nach wenigen Metern im dritten Gang fest. Das war zwischen dem Training am Samstagabend und dem Renntag nicht mehr zu beheben. "Schade, ich wäre gerne mehr gefahren. Die Atmosphäre war riesig", ärgerte sich Wendlinger.

Welche Begeisterung die Fans für ihre Legenden und die alten Autos aufbrachten, zeigte sich bereits bei der Generalprobe. Als die Altstars sich mehr oder weniger elegant in ihre Cockpits einfädelten, platzte die Fanmeile, auf der die Autos ausgestellt waren, aus allen Nähten.

Vettel geht fremd

Und am Sonntag, als Lauda, Berger, Wurz und Lauda ihre Autos auf der Zielgeraden abstellten, war der Jubel genauso groß wie bei der Siegerehrung zum Grand Prix. Mehr Autos hatten den Korso nicht überlebt. Gerhard Berger musste sogar in Jochen Rindts Lotus 49B umsteigen, der eigentlich nur als Requisite gedacht war. Sein Ferrari F1-87/88 hatte nach der Übungsfahrt den Geist aufgegeben.

Die Herren im Cockpit waren zum Teil rüstiger als ihre fahrbaren Untersätze. Sebastian Vettel war von der Aktion so begeistert, dass er am Samstag kurz in den B.R.M. P180 von Helmut Marko sprang und ein paar Runden drehte. "Leider hatte der Motor Zündaussetzer. Aber was für ein Auto, was für ein Sound. Und dazu noch Schalten mit der Hand", erzählte er mit leuchtenden Augen.

Marko im falschen B.R.M.

Und das waren die Teilnehmer der Nostalgie-Show: Niki Lauda (Alter: 65, 171 GP-Starts, 25 GP-Siege, 420,5 WM-Punkte) saß in dem Ferrari 312T2, mit dem er 1976 die Weltmeisterschaft gegen James Hunt verlor. Gerhard Berger (Alter: 54, 210 GP-Starts, 10 GP-Siege, 385 WM-Punkte) nahm im Ferrari F1-87/88 Platz. Mit ihm ging der Tiroler 1988 als WM-Favorit in die Saison, nur um von den haushoch überlegenen McLaren-Honda an die Wand gefahren zu werden. Der Ferrari V6-Turbo war zu durstig.

Helmut Marko (Alter: 71, 9 GP-Starts) pilotierte ein Auto, das er nie gefahren war. Offiziell wurde er als B.R.M. P160B von 1972 verkauft, mit dem der Grazer beim GP Frankreich seinen schweren Unfall hatte, der ihn ein Auge kostete. Tatsächlich war es der Typ P180, der sich als Flop erwies und nur wenige Einsätze hatte.

Sauber verweigerte seinen Einsatz

Alexander Wurz (Alter: 40, 69 GP-Starts, 45 WM-Punkte) nahm im Benetton B198-Supertec Platz. Das Auto mit seiner exponierten Seitencrash-Struktur war eine gute Basis. Mit ihm erlebte Wurz seine erfolgreichste Formel 1-Saison. Der aktuelle Toyota-Werksfahrer ging mit 17 Punkten aus der Saison 1998.

Karl Wendlingers (Alter: 45, 41 GP-Starts, 14 WM-Punkte) Erinnerungen an den Sauber C14 mit dem Ford V8 sind weniger gut. Das Auto war zu schwer und aerodynamisch kritisch. Nach sechs Einsätzen endete Wendlingers Karriere. Der C14 machte auch beim Schaulaufen keine gute Figur. Das Getriebe ließ sich wie erwähnt nicht schalten.

Christian Klien (Alter: 31, 49 GP-Starts, 14 WM-Punkte) durfte den ersten Red Bull fahren. Der RB1 wurde noch nicht von Adrian Newey, sondern von Mark Smith und Rob Taylor gebaut. Ein solides Fahrzeug, das in seiner ersten Saison 34 WM-Punkte einfuhr.

Alle Formel 1-Fahrer Österreichs bei Legenden-Show dabei

Dann kommen wir schon zu den Exoten. Patrick Friesacher (Alter: 33, 11 GP-Starts, 3 WM-Punkte) dockte 2005 bei Minardi an. Ein vom Aussterben bedrohter Rennstall, der in seiner letzten Saison mit dem PS04B und dem PS05 zwei unterschiedliche Autos einsetzte. Friesachers Sternstunde schlug in Indianapolis. Als nur sechs Fahrer antraten, weil Michelin seinen Kunden Startverbot erteilt hatte, brachte der Kärntner seinen Minardi heil ins Ziel und bekam drei Punkte für Platz 6.

Hans Binder (Alter: 66, 13 GP-Starts) war ein Wandervogel. Obwohl er nur 13 Rennen fuhr, trat er für vier Rennställe an: ATS, Surtees, Ensign und Williams. Am Red Bull-Ring saß er im Williams FW05 von 1976, einem verkappten Hesketh, dessen Einsatz von dem österreichischen Ölkaufmann Walter Wolf finanziert wurde. Der tauchte ein Jahr später mit einem eigenen Rennstall auf.

Österreichs Renn-Methusalem Dieter Quester (Alter: 75, 1 GP-Start) war nur ein einziger GP-Start vergönnt. Der ewig junge Wiener trat 1974 im Surtees TS16 beim GP Österreich an. Er kam auf Platz 9 ins Ziel. Questers Ehrgeiz ist ungebrochen. Als sich Vettel in den B.R.M. klemmte und sich mit Fehlzündungen um die Strecke schleppte, ging Quester im Surtees unter dem Jubel des Publikums vorbei.

Niki Lauda fasste sich hinterher an den Kopf: "In der ersten Runde habe ich gedacht: Wenn jetzt etwas bricht, bring ich mich um. Ab der zweiten Runde habe ich Gas gegeben. Das zeigt nur, wie blöd wir alle noch sind."

In unserer Bildergalerie haben wir die spektakulären Fotos des Showruns und ein paar spannende Impressionen drumherum. Viel Spaß!

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