Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Leserfragen an Rosberg, Heidfeld & Brawn

Brawn: "Kühlsystem hat viel Zeit gekostet"

Ross Brawn & Nico Rosberg Foto: Wolfgang Wilhelm 51 Bilder

Die auto motor und sport-Leser konnten nach dem Rennen am Nürburgring wieder eigene Fragen an unsere drei Formel 1-Experten richten. Hier sind die Antworten von Nico Rosberg, Nick Heidfeld und Ross Brawn.

28.07.2011

Fragen an Nico Rosberg:

Frage von Tanja:

Ich habe gelesen, dass Du Dein 100. Rennen fährst. Hast Du was besonderes geplant? Gibt es eigentlich einen kleinen Konkurrenzkampf innerhalb der Familie, wer erfolgreicher ist? Zumindest aus Spaß?

Rosberg: Nein, ich habe nichts geplant, außer dass ich gerne ein gutes Ergebnis in Ungarn einfahren würde. Ich denke nie an irgendeinen Vergleich mit meinem Vater. Das ist kein Thema für mich bzw. uns.

Frage von Kimi4Ever:

Welche Ziele hat Mercedes in diesem Jahr noch? Ist ein Sieg noch realistisch? Oder ein Podium? Muss man sich nicht langsam eher nach hinten orientieren? Force India scheint mir eher näher zu kommen?

Rosberg: Wir wollen uns natürlich steigern und näher an die Spitze rankommen. Im Werk in Brackley sieht man schon enorme Fortschritte. Dies überträgt sich auch langsam aber sicher auf das Auto. Da bin ich sehr zuversichtlich. Unser Erfolg ist nur eine Frage der Zeit. Aber ich bin sicher, er wird kommen.

Frage von Markus:

Tauscht ihr Fahrer auch untereinander Daten über Setups aus wenn der Teamkollege mal weniger zum Fahren kommt, oder wenn der andere so deutlich schneller ist, dass man sich sicher sein kann, dass es nicht an der einen Runde, sondern am kompletten Paket lag? Oder gibt es einen harten Konkurrenzkampf innerhalb des Teams?

Rosberg: Alle Daten, die wir sammeln, werden immer offen gelegt. Wir sind ja ein Team. Man kann alles einsehen. Man muss nur sehen, dass man das Richtige für sich verwendet. Der Austausch ist immer groß. Dies hilft uns beiden.

Fragen an Nick Heidfeld:

Frage von Ring-Fan:

Wenn jetzt Bruno Senna schon für Renault testen darf - machen Sie sich keine Sorgen um Ihr Cockpit?

Heidfeld: Ich habe keine Angst um mein Cockpit. Es war seit längerem angedacht, Bruno Senna mal eine Trainingssitzung fahren zu lassen. Natürlich würde ich lieber selbst im Auto sitzen, weil jedes Training mehr der Vorbereitung hilft. Doch da muss ich auch das Team verstehen, dass es den Testfahrer auch mal ausprobieren will.

Frage von Panda-Racing:

Glaubst Du immer noch daran, dass Du in diesem Leben noch einmal eine Chance auf den Kampf um die Weltmeisterschaft bekommst. Ist das bei Renault realistisch oder musst Du zu einem der drei Top-Teams?

Heidfeld: Das ist ganz schwer zu beantworten, weil in der Formel 1 alles passieren kann. Wer hätte vor fünf Jahren getraut sich zu sagen, dass Red Bull mal Weltmeister wird. Von meinem Team weiß man, dass sie schon zwei Mal Weltmeister waren. Es ist also nicht ganz aus der Luft gegriffen, an dieses Team zu glauben. Rein statistisch sind die Chancen, dass Ferrari, McLaren und Red Bull auch in Zukunft vorne mitfahren werden, natürlich größer.

Frage von PoloGTI:

Hat man bei solchen Crashs wie am Nürburgring eigentlich Angst? Kann man sich da irgendwie drauf einstellen? Weiß man, wie man im Cockpit reagieren muss?

Heidfeld: Auf so einen Crash kannst du dich nicht vorbereiten, weil du nicht damit rechnest, dass der andere immer weiter rüberzieht. Ich habe mir das Rennen am Nürburgring noch mal am Fernseher angeschaut und gesehen, dass es an der Stelle auch andere Fahrer auf der rechten Seite probiert haben. Und es ist gut gegangen. Weil der Gegner in der Mitte der Straße geblieben ist. Ich habe ja schon den zusätzlichen Asphalt auf der rechten Seite genutzt, aber Buemi kam immer weiter rüber. Es war zu spät, den Aufprall auf sein rechtes Hinterrad zu verhindern. Während das Auto abgehoben hat, habe ich die Hände am Lenkrad gehalten. Die nehme ich nur bei einem Einschlag in ein Hindernis weg. Als ich dann gelandet war, habe ich ihm noch freundlich zugewunken.

Fragen an Ross Brawn:

Frage von Markus M.

Wann wir der Zeitpunkt kommen, an dem Sie die Entwicklungsarbeit am aktuellen Modell einstellen und alle Energie in das Modell 2012 setzen?

Brawn: Wie alle Teams haben auch wir damit begonnen, Ressourcen auf unser neues Auto richten. Parallel dazu gibt es mit den Weiterentwicklungen unseres 2011er Silberpfeils jede Menge zu tun. In der nächsten Saison gibt es keine grundlegenden Regeländerungen, somit können wir Ideen für das 2012er Auto auch am aktuellen Wagen ausprobieren - diese Prozesse gehen ineinander über.

Frage von Mike:

Ich würde gerne Ross Brawn fragen, wie viel man heutzutage von den anderen Teams abkupfert? Werden Teile, die man an anderen Autos sieht direkt selbst nachgebaut und getestet, ob sie einen Vorteil bringen?

Brawn: Alle Teams, uns eingeschlossen, beobachten natürlich, was die Konkurrenz macht. Allerdings ist es der falsche Weg, etwas nur zu kopieren, ohne es zu verstehen. Es ist sehr wichtig, das Konzept zu begreifen und zu wissen, warum was wie gemacht wird. Einige Lösungen funktionieren einfach nicht mit jedem Auto. Jedes Team beobachtet die Konkurrenten, was einer der Gründe ist, warum selbst angesichts einer so komplexen Ingenieurswissenschaft die Leistung der Autos am Ende so eng zusammenliegt.

Frage von F1 Gerry:

Was war das größte Problem in diesem Jahr für Mercedes? Der Auspuff? Die Reifen? Die Kühlung?

Brawn: Unser größter Nachteil ist, dass unsere Performance derzeit im Vergleich zu den Spitzenteams hinterherhinkt. Seit den ersten paar Rennen haben wir den Abstand verkleinert, allerdings entwickeln die Top-Teams ihre Autos im Titelkampf sehr schnell weiter. Somit versuchen wir, den Rückstand auf jene Teams zu verkürzen, die selbst ununterbrochen vorwärts streben. Unser Kühlsystem hat uns viel Zeit gekostet - es band zu einem entscheidenden Zeitpunkt der Saison viele Ressourcen und wir werden sicherstellen, dass wir dies im nächsten Jahr besser machen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden