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Formel 1-Experten

Ihre Fragen an Rosberg, Heidfeld & Brawn

Nico Rosberg - GP England - Training - Silverstone - 8. Juli 2011 Foto: xpb 38 Bilder

Auch nach dem Rennen am Nürburgring haben Sie wieder die Möglichkeit, Fragen an unsere drei Formel 1-Experten einzusenden. Dieses Mal stellen sich Nico Rosberg, Nick Heidfeld und Ross Brawn den auto motor und sport-Lesern.

25.07.2011

Haben Sie noch offene Fragen nach dem deutschen Formel 1-Heimspiel am Nürburgring? Dann stellen Sie diese doch an unsere drei Formel 1-Experten. Dieses Mal stehen Nico Rosberg, Nick Heidfeld und Ross Brawn parat. Wenn Ihnen etwas unter den Nägeln brennt, schreiben Sie uns eine E-Mail an f1fragen@motorpresse.de oder tragen Sie die Fragen ganz einfach in das Kommentarfeld unter diesen Artikel ein. Auch über unsere Facebook-Seite können Sie Ihre Vorschläge loswerden.

Hier haben wir noch einmal die Antworten unserer Experten vom letzten Rennen in Silverstone. Damals stellten sich Michael Schumacher, Timo Glock und Norbert Haug den auto motor und sport-Lesern.

Fragen an Michael Schumacher

Frage von "F1Mike": Auf welcher Strecke ist in diesem Jahr am ehesten noch ein gutes Ergebnis von Mercedes zu erwarten? Und wie gut liegt der Nürburgring dem Silberpfeil.

Schumacher: Unser Speed in Silverstone zeigte, dass sich die Verbesserungen am Auto Schritt für Schritt auszahlen. Dank der klasse Arbeit unserer Jungs in Brackley und Brixworth machen wir Fortschritte. Jetzt gilt es konsequent und unbeirrt am Ball zu bleiben. Wir müssen erst einmal schauen wo wir beim Großen Preis von Deutschland im Konkurrenzvergleich stehen bevor ich sagen kann, auf welchen Rennstrecken eventuell gute Ergebnisse möglich sind.

Frage von "MarkusGinster69": In Silverstone sind Sie schon wieder mit einem anderen Auto kollidiert. Genau wie die Kollisionen in Istanbul und Valencia sah das ziemlich unnötig aus. Aus den alten Ferrari-Zeiten ist man solche Unkonzentriertheiten gar nicht von Ihnen gewohnt. Ist das Auto so schwer zu kontrollieren? Wollen Sie es mit dem schlechten Auto zu sehr erzwingen? Oder gibt es einen anderen Grund?

Schumacher: Jede der drei Kollisionen in dieser Saison hatte einen anderen Grund. Ich fahre nicht anders als früher und ganz sicher auch nicht unkonzentrierter, was meine Überholmanöver nach den Starts und während der ersten Runde zeigen. Leider haben bestimmte, unerwartete Situationen in einigen Rennen zu den Berührungen geführt. Aber glauben Sie mir: ich fand sie auch unnötig und hätte sie gerne vermieden. Nur versuche ich eben auch, mich so gut wie möglich nach vorne zu kämpfen, und dafür muss ich Risiken eingehen.

Frage von "Sascha Franke": Mercedes hat einige neue Teile mit nach Silverstone gebracht, nur konnten diese im Training kaum unter trockenen Bedingungen getestet werden. Wie ist ihr Eindruck von den neuesten Updates nach dem Rennen, welches ja zumindest teilweise trocken war?

Schumacher: Das erste Rennen mit dem neuen Auspuffsystem und den neuen Aerodynamikteilen war ermutigend. Allerdings blieb uns für die Setup-Arbeit vor dem Qualifying nur eine Stunde an Trainingszeit auf trockener Strecke - und das mit nur einem Auto. Insofern sind wir mit unserer Leistung zufrieden. Ob sich dieser Trend fortsetzt, werden wir bei unserem Heimrennen am Nürburgring sehen; klar, dass wir uns das vor unserem Heimpublikum wünschen.

Fragen an Timo Glock:

Frage von "Beamer": Die Entwicklung von Virgin haben Sie sich sicher auch anders vorgestellt. Ist es mit dem schwächeren Cosworth-Motor und dem geringen Budget überhaupt realistisch möglich, irgendwann mit den Force Indias, Toro Rossos und Williams dieser Welt zu konkurrieren? Haben Sie wie Mercedes einen groben Zeitplan für sich selbst gestrickt, wann Sie ihre Ziele erreichen sollten (z.B. zu Lotus aufschließen)?

Glock: Ich denke schon, dass es auch für uns möglich ist, irgendwann mit den Teams im Mittelfeld zu konkurrieren. Meine Hoffnungen liegen hier vor allem auf der Kooperation mit McLaren. Was den Zeitplan angeht, habe ich da auch schon gewisse Vorstellungen. Ich weiß, dass es ehrgeizig klingt, aber wir haben den Angriff auf das Mittelfeld für schon für 2012 geplant. Dann wollen wir wenn möglich auf Augenhöhe gegen Toro Rosso, Force India und Co. kämpfen. Das wird nicht einfach, aber ich bleibe optimistisch.

Frage von "Dreamfly13": Wie groß sind die Erwartungen an die Partnerschaft mit McLaren? Wie schnell wird sich zeigen, dass Sie ein Besseres Auto haben, welches auch im Windkanal entwickelt wird?

Glock: Meine Erwartungen sind schon ziemlich hoch. Man muss sich ja nur mal die Zahlen von McLaren anschauen. Was die für Erfolge gefeiert haben. Ich hoffe, dass sich da schon sehr schnell Ergebnisse zeigen. Ich erwarte zum Beispiel schon noch in diesem Jahr, dass die Windkanaltests erste wichtige Erkenntnisse bringen.

Frage von "F1 Experte": Haben Sie seit dem Wechsel zu Virgin schon einmal dran gedacht, die Brocken hinzuschmeißen? Welche Rennserie neben der Formel 1 würde Sie am meisten reizen?

Glock: Ich habe nie daran gedacht aufzugeben. Ich habe immer nach vorne geschaut. Deshalb stellt sich auch die Frage nach den Alternativen nicht. Aber wenn ich schon gefragt werde, würde ich die DTM nennen. Die wird jetzt mit dem Einstieg von BMW sicher noch ein Stück interassenter. Da muss man mal ein Auge drauf halten. Ansonsten fiele mir noch die Langstrecke ein. Das 24 Stunden-Rennen von Le Mans wäre sicher irgendwann mal ganz reizvoll.

Fragen an Norbert Haug

Frage von "Christian Steinhuber": Oft werden Fragen zur neuen Technologien bei MGP damit beantwortet, dass Prioritäten gesetzt werden mussten, so z.B. beim neuen Auspuff und der Optimierung der Kühlung. Sicherlich ist der Rückstand von Mercedes auf die Topteams u.a. damit zu erklären, dass sie mit ca. 450 Mitarbeitern zurechtkommen müssen, während andere Teams teils über 700 Beschäftigte haben. Ende letzten Jahres wurde Hoffnung gemacht, dass auch diese ihre Mitarbeiteranzahl reduzieren müssen. Warum ist das nicht geschehen und plant MGP die Aufstockung der Ingenieure, wenn die Anderen nicht abrüsten?

Haug: Es könnte als Ausrede verstanden werden, würde ich behaupten, dass andere Teams nur deshalb ein schnelleres Auto haben und besser platziert sind, weil wir über einen niedrigeren Personalstand verfügen. Tatsache ist, dass wir ein junges und vergleichsweise kleines Team sind, das in seiner jetzigen Konstellation anderthalb Jahre zusammenarbeitet und nicht mehr als 28 Grand Prix gemeinsame Erfahrung besitzt. Die Formel 1 ist anerkanntermaßen die härteste und am meisten umkämpfte Motorsportdisziplin und ein Team, das an die Spitze kam, hat dazu in den letzten zwei Jahrzehnten rund fünf Jahre gebraucht. Auch wir benötigen eine Aufbauzeit und ich verstehe, dass die Erwartungen an uns sehr hoch sind - unsere eigenen Erwartungen sind wahrscheinlich noch höher. Wir waren im letzten Jahr viertbestes Team und sind das augenblicklich auch. Die Top Drei der Branche anzugreifen - die Allerberbesten also - ist eine herausfordernde Aufgabe, und dazu brauchen wir die notwendige Aufbau- und Entwicklungszeit. Aber wir werden unsere Ziele erreichen, so wie wir diese in der Vergangenheit erreicht haben, davon bin ich überzeugt.

Frage von "Pathos": Ist es übrthaupt noch sinnvoll für den aktuellen Silberpfeil neue Teile zu entwickeln oder sollte man sich nicht lieber voll und ganz auf die kommende Saison vorbereiten?

Haug: Ja, das macht durchaus Sinn. Was man in der laufenden Saison lernt, ist für 2012 von Nutzen, denn das Reglement wird sich nicht dramatisch ändern. Aber natürlich arbeiten wir auch seit geraumer Zeit parallel am 2012er Fahrzeug.

Frage von "HistoryFan": Was macht mehr Spaß: Ein Formel 1- oder ein DTM-Rennwochenende.

Haug: Am meisten Spaß macht das Gewinnen. Wir arbeiten hart, um das, was wir mit unseren Partnern in den letzten 250 Rennen 75 Mal geschafft haben, fortzusetzen und wieder regelmäßig Formel 1-Rennen zu gewinnen. Von den letzten 16 DTM-Rennen seit Beginn der 2010er Saison hat Mercedes-Benz elf gewonnen - mehrheitlich hat das also Spaß gemacht. Im guten Verlieren bin ich dagegen nicht so wirklich gut, das gebe ich gerne zu. Aber ich genieße Formel 1 wie DTM und meine Kollegen tun das auch. Ohne diese Begeisterung wären die Aufgaben nicht zu bewerkstelligen, und ich glaube, das ist in keinem Beruf anders: Je mehr Begeisterung, je mehr Freude, je mehr Freude an der Aufgabe, je mehr Erfolg, auch wenn dieser ganz hart erarbeitet werden muss.

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