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F1-Leserfragen an Schumi, Webber & Haug

Schumacher: "Es gibt keinen Plan B"

Michael Schumacher Foto: Mercedes 153 Bilder

Wir haben Ihre Fragen vor dem Rennwochenende von Monaco an Michael Schumacher, Mark Webber und Norbert Haug weitergeleitet. Hier sind die detaillierten Antworten unserer Formel 1-Experten.

26.05.2011

Fragen an Michael Schumacher:

Frage von "Sascha Franke": Sie sind ca. 7 kg schwerer als Ihr Teamkollege. Wieviele Zenntel kostet das cirka pro Runde, da man ja weniger Zusatzgewichte optimal im Auto verteilen kann?

Schumacher: Der Unterschied ist beim vorgeschriebenen Mindestgewicht des Fahrzeugs von 640 kg inklusive Fahrer vernachlässigbar. Es gibt genügend Spielraum für die optimale Verteilung von Zusatzgewichten. Dies war bei unserem Auto noch nie ein Problem.

Frage von "S-Town": Auch wenn Sie nicht müde werden, optimistisch zu bleiben und sogar mit Podestplätzen in dieser Saison rechnen. Gibt es für Sie schon einen Plan B, für den Fall, dass die Saison weiter so verläuft, wie z.B. in Istanbul? Dort haben Sie nach dem Rennen gesagt, es hätte Ihnen an diesem Tag nicht sonderlich viel Spaß gemacht.

Schumacher: Es gibt keinen Plan B. Das wäre vergeudete Energie. Wie Sie schon sagen: ich bin optimistisch und glaube an das, was wir erreichen wollen - und daran, dass wir es erreichen werden.

Frage von "HistoryFan": Sie sagen ja selbst, dass Sie nicht mehr so fahren wie mit 25. Wo genau bestehen die Unterschiede? Könnten Sie das etwas genauer ausführen? Die Reaktion ist ja schon mal nicht das Problem, wie man bei den Starts sieht.  Die Fitness auch nicht. Was sonst? Und was läuft besser als damals?

Schumacher: Was ich gesagt habe ist, dass keiner die Uhr zurück drehen kann, und ich bin nun mal nicht mehr 25. Bin ich aber noch gut genug für die Formel 1? Ja, bin ich. Und darum geht es doch.

Fragen an Mark Webber:

Frage von "HistoryFan": Sie besitzen ja gemeinsam mit Christian Horner auch ein GP3-Team, das in Barcelona erstmals gewinnen konnte. In wie weit sind Sie in das Team involviert, denn Sie müssen ja an den Rennwochenenden selber fahren? Könnten Sie das etwas genauer beschreiben?

Webber: Über den Winter hat der Aufbau des Teams einige Zeit in Anspruch genommen. Besonders in der Investitionsphase. Christian Horner, sein Vater Gary und ich mussten uns um den Transport, die Werkzeuge und das Budget kümmern. Logischerweise liegt mein Part mehr auf der Fahrerseite. Ich habe sie mit ausgewählt, und jetzt schaue ich, dass sie ein gutes Umfeld zum Arbeiten haben. An einem Rennwochenende nimmt mich das Team ungefähr eine Stunde in Anspruch. Am Donnerstag treffe ich mich mit den Fahrern und den Ingenieuren und diskutiere mit ihnen über die Strecke.

Frage von "Aussi-Fan": Unabhängig davon, wann Sie Ihre Karriere beenden werden: Haben Sie schon konkrete Pläne, was Sie nach der Formel 1 machen wollen?

Webber: Das nächste Kapitel meines Lebens rückt näher. Das ist normal, wenn du in die zweite Hälfte der 30er einbiegst. Klar, habe ich mir Gedanken über die Zukunft gemacht. Der Motorsport wird einen Platz haben. Ich will diesem Sport etwas zurückgeben, deshalb beteilige ich mich auch an dem GP3-Team. Es ist interessant zu sehen, wie sich heute junge Rennfahrer entwickeln. Irgendwie erlebe ich da meine eigene Karriere noch einmal neu. Wenn du siehst, wie die jungen Leute in bestimmten Situationen reagieren, denkst du zurück, wie das bei dir zur gleichen Zeit war. Ich werde aber auch in anderen Sportarten tätig sein. Sport ist nun mal mein Leben. Am Ende des Jahres organisiere ich wieder meine Tasmanian Challenge. Mir wird bestimmt nicht langweilig.

Frage von "Ivo": Wenn wir alte Kumpels wären, ich aber von der F1 nichts verstehen und mir die Rennen auch nicht anschauen würde: Wie würdest du mir die Person Sebastian Vettel beschreiben?

Webber: Ich erlebe Sebastian nicht so oft außerhalb des Rennautos. Deshalb ist es nicht so einfach für mich, ein genaues Bild seiner Persönlichkeit zu zeigen. Er steht mit beiden Beinen auf dem Boden, hat eine gute Erziehung genossen. Du merkst, dass er einen gesunden Background hat. Er ist intelligent, ausgeglichen, sehr reif für sein Alter. In der Formel 1 wirst du automatisch schneller alt. Dieser Job zwingt dich dazu.

Fragen an Norbert Haug

E-Mail-Frage von Jürgen Rapp: Michael Schumacher sah beim GP Spanien seinen 10. Startplatz als Vorteil bei der Reifenwahl. Warum startete er dann auch - wie die vor ihm Platzierten - mit weichen Reifen? Hätte er wie Nick Heidfeld zuerst die harten Reifen genommen, wäre sein Rennen ähnlich verlaufen. Mit der gleichen Reifen-Strategie kam Mark Webber in China vom 18. Startplatz auf das Podium. Bei meiner Simulations-Analyse kommt Schumacher in Spanien ebenfalls auf den 3.Platz.

Haug: Der dritte Platz war für uns in Spanien nicht möglich, weder für Michael noch für Nico. Unsere Strategie für beide Fahrer wurde vom Team perfekt umgesetzt. Die weichen Reifen zu Beginn ermöglichten Michael seinen sehr guten Start, bei dem er von P10 auf P6 vorfuhr. Unser Speed in Barcelona war, verglichen mit den beiden Rennen zuvor in China und in der Türkei, bei denen wir Rundenzeiten fuhren, die am Ende jeweils zu Platz fünf reichten, nicht gut genug, um besser als auf Platz sechs und sieben abzuschneiden. Wir hatten Mühe besonders mit den harten Reifen, wie wohl alle Teams außer den beiden Erstplatzierten Red Bull und McLaren Mercedes, die Rang eins bis vier belegten.

Frage von "Dreamfly13": Der MGP W02 ist besonders für den kürzesten Radstand im Feld bekannt, wodurch der ja durch die Regularien gekappte Diffusor besser auf das Auto wirken soll. Wird Ihnen der kurze Radstand helfen beim nächsten Rennen in Monaco, wo besonders viele enge Kurven sind, an die Spitze des Feldes zu gelangen?

Haug: Das vorherzusagen, ist nicht möglich, schon gar nicht in diesem Jahr, wo in Monaco zum ersten Mal der Pirelli "super soft", also der extraweiche Reifen gefahren wird. Schön wäre es, in Monte Carlo so konkurrenzfähig zu sein wie im letzten Jahr. Nico war 2010 in Q2 Schnellster und kam in Q3 in Verkehr, wie auch Michael, was beide einen möglichen Startplatz in Reihe eins oder zwei kostete, so war dann im Rennen kein besseres Ergebnis als Platz sechs nicht möglich machte.

E-Mail-Frage von Claus Böhne: Wäre dem Umweltgedanken, der Kostenbegrenzung sowie der technologischen Führungsrolle der F1 - und damit auch der Zukunft der F1 - nicht am meisten gedient, wenn man einfach eine Spritmengenbegrenzung (pro Rennen oder Rennwochenende) in Verbindung mit einer Kostendeckelung bei gleichzeitiger, weitestgehender Freigabe der technischen Reglementierungen einführen würde.

Haug: Kosten zu deckeln und gleichzeitig Technik weitgehend freizugeben mag eine Wunschvorstellung sein, für praxisgerecht halte ich diese aber nicht – beides zusammen bildet einen Widerspruch. Aber wir haben ein aktuelles Reglement, das Anerkennung und Beifall verdient hat. Die Fernsehzuschauer weltweit schauen jetzt in größerer Zahl länger und intensiver, während früher nach dem Start die Quoten oft rückläufig waren. Zum für uns sehr wichtigen Thema Umwelt und verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen: Während sonntags 24 Formel 1-Autos fahren, fahren weltweit viel mehr als 24 Millionen Autos nicht. Das Formel 1-Starterfeld verbraucht während einer Saison weniger Treibstoff als ein Jumbo auf einem Flug von Frankfurt nach Tokio und während der dreiwöchigen Tour der France wird vom Begleittross mehr Treibstoff verbraucht als vom Formel 1-Feld das ganze Jahr über. So wenig wie ich Fliegen und Tour de France anprangern möchte, so wenig passt es, die Formel 1 für ihren Treibstoffverbrauch zu kritisieren. Man muss - wie immer - die Dinge in Relation sehen und in Sachen Umweltbelastung hat die Formel 1 verglichen mit allen anderen sehr wichtigen Sportarten und Sportveranstaltungen kein Defizit.

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