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F1-Machtkampf FIA vs. FOTA

Weitere Diskussionen im Formel 1-Krieg

F1-Teams Foto: Wolfgang Wilhelm 32 Bilder

Es vergeht kein Tag mehr ohne Treffen. Am Montag (15.6.) konferieren Tony Purnell, der geistige Vater des Budgetlimits, und die Finanzdirektoren der FOTA-Teams in London, um die unterschiedlichen Positionen zu diskutieren.

15.06.2009 Michael Schmidt

Auch am Montag wird im Formel 1-Streit wieder viel geredet. Doch diesmal auf kleiner Ebene. Tony Purnell, der Mann, der für die FIA die Budgetdeckelung entwickelte, trifft sich in London mit den Finanzdirektoren der FOTA-Teams, um bei den immer noch weit auseinanderliegenden Positionen zu einem Budgetlimit zu einem Kompromiss zu kommen.

Dem Vernehmen nach soll auch Ross Brawn dazustoßen. Der Chef des WM-Spitzenreiters hatte bereits vergangenen Donnerstag (11.6.) bei einer Sitzung zwischen Max Mosley (FIA), Stefano Domenicali (Ferrari), Christian Horner (Red Bull), John Howett (Toyota) und Simone Perillo (FOTA) versucht, eine Vermittlerrolle im Streit um Prinzipen einzunehmen.

FIA betont Fortschritte

Das Treffen hatte zwar keinen atemberaubenden Fortschritt gebracht, war aber auch kein totaler Reinfall, wie einige FOTA-Mitglieder glauben machen wollten. Mosley hatte sein Angebot von Monte Carlo noch einmal erneuert: Förderung neuer Teams durch die etablierten Rennställe sowie die Unterschrift unter ein neues Concorde Abkommen auf der Basis von 1998 bis 2014, womit der alte Regelfindungsprozess wieder Bestand hätte. Auch auf die Zweiteilung des Reglements wollte der Weltverband verzichten.

Laut FIA sei man in der Frage der Kostenreduzierungsmaßnahmen nicht mehr weit entfernt. Laut FOTA gibt es noch erhebliche Unterschiede. Die Teams plädieren für eine Beschränkung der Ressourcen, der Verband für eine Kostenobergrenze. Laut FOTA würde bei beiden Szenarien unter dem Strich die gleiche Ersparnis herauskommen. Die FIA zweifelt das in den Punkten Testfahrten und Aerodynamik an. Beide Punkte lassen zu viele Freiheiten und Schlupflöcher, die zu Ungunsten der kleinen Teams gehen.

Verschärfung des Konflikts

Nachdem die FIA am Freitag (12.6.) ihre Nennliste für die Saison 2010 veröffentlichte und dabei die FOM-Vertragspartner Ferrari, Red Bull und Toro Rosso als bedingungslose Teilnahmen eingestuft hatte, brach der Disput von Neuem aus. Dabei war ein solcher Schritt, schon allein aus juristischen Gründen, zu erwarten gewesen.

Die FOTA kündigte noch am Freitag eine Dokumentation an, warum die Vorschläge der FIA schlecht für die Zukunft der Formel 1 seien. Ferrari-Chef Luca di Montezemolo feuerte in Le Mans Breitseiten auf den Verband ab und erneuerte die Absicht der FOTA, notfalls eine Konkurrenzserie zu gründen. Die Herstellervereinigung ACEA beschwerte sich beim FIA-Weltrat über den Führungsstil von Max Mosley und stellte mehr oder weniger unverhohlen einen Misstrauensantrag gegen den Präsidenten.

FIA gegen Ferrari

Ob das viel hilft? Als der 26-köpfige Weltrat vergangenen Freitag die Nennliste absegnen musste, da gab es nur zwei Gegenstimmen. Die von Ferrari und dem Präsidenten des Kartverbandes Luigi Macaluso, der gleichzeitig den italienischen Verband vertritt.

Mit einer Pressemitteilung goss die FIA am Montag noch einmal Öl ins Feuer: "Es gibt eindeutig ein Element in der FOTA, das entschlossen ist, jegliche Einigung zu verhindern, ohne Rücksicht auf den Schaden, den dies auf den Sport haben könnte", ließ der Weltverband offiziell verlauten.

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