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Formel 1: Vettel, Rosberg & Co. in Malaysia

Grandioses Ergebnis für Team Deutschland

Nico Rosberg Foto: xpb 61 Bilder

Vier deutsche Piloten stehen in der Startaufstellung unter den ersten Fünf - so etwas hat es in der Formel 1 noch nie gegeben. Timo Glock strahlte auf Platz 16 mit seinen Landsleuten um die Wette. Nur bei Michael Schumacher wollte keine große Freude aufkommen.

03.04.2010 Michael Schmidt, Tobias Grüner

Nico Rosberg:

Nico Rosberg gewann die Meisterschaft der Deutschen. Der Mercedes GP-Pilot steht in der Startaufstellung so weit vorne wie noch nie in seiner Karriere. Und Teamkollege Michael Schumacher wurde in Malaysia zum dritten Mal in Folge geschlagen. Der Zweitplatzierte strahlte: "Es ist schon ein spezielles Gefühl, mit einem Silberpfeil aus der erste Reihe zu starten", streute Rosberg seinem Arbeitgeber Rosen.

Der Blondschopf timte im Top Ten-Finale seine Attacke genau zum richtigen Moment. In der ersten Runde war es zu nass, in der dritten schon wieder zu trocken für die Extremwetterreifen, doch die zweite passte genau. Als Rosberg die Reifen warmfuhr, dachte er bereits darüber nach, auf Intermediates zu wechseln, doch kurz vor der Boxeneinfahrt entscheid er sich anders.

"In unserem Fall mussten wir das tun, was der Großteil der anderen auch getan hat. Ich wusste, dass wir von denen das schnellste Auto hatten. Hut ab vor Mark Webber. Er hat wirklich eine mutige Entscheidung getroffen." Auch für das Rennen sieht sich der Deutsche gut vorbereitet. "Wir sind für beiden Bedingungen gut gerüstet. Wenn es nass wird, haben wir ein gutes Auto. Wenn es trocken wird, stehen mit Ausnahme von Vettel nur langsamere Autos hinter uns."

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel startet als Dritter, doch so richtig glücklich wirkte der Deutsche nicht. Nachdem er sich in allne drei freien Trainingssitzungen mit Problemen (Bremsen, Lenkung, Untersteuern) herumgeschlagen hatte, lief auch die Qualifikation nicht nach Maß.

Der Mann, der zwei Mal von der Pole Position startete, wurde von seinem Teamkollegen Mark Webber ausgetrickst. Der Australier entschied sich als einziger im Top Ten-Finale für Intermediates und zog so den Joker. "Mark ist heute das Pokerface", applaudierte auch Vettel. "Mir wäre diese Entscheidung zu riskant gewesen."

Immerhin konnte Vettel seinen Red Bull Schritt für Schritt verbessern, so dass er am Ende mit dem Setup leidlich zufrieden war. "Die Rundenzeit war da. Ich liege nur ganz knapp hinter Rosberg und war damit der Zweitschnellste auf Regenreifen."

Adrian Sutil:

Adrian Sutil war verständlicherweise bester Laune nach dem Qualifying. Am Sonntag startet der Force India-Pilot aus der zweiten Startreihe. Im Rennen will er weiter angreifen. Verteidigen muss er auch nicht viel: "Es sind viele Autos in den ersten Zehn, die normalerweise auch im Trockenen hinter uns sind. Ich mache mir keine großartigen Sorgen." Im Regenlotto von Sepang behielt Force India stets den Überblick. Ferrari und McLaren warteten in der ersten Runde zu lange und standen am Ende im Regen. "Das kann ich nicht wirklich nachvollziehen, dass man da wartet. Da muss man einfach auf Nummer sicher gehen. Aber ich war auch mehr mit mir beschäftigt."

Im letzten Segment traf aber auch Sutil die falsche Entscheidung. Von zehn Fahrern traute sich nur Mark Webber auf die schnelleren Intermediates. "Ich habe drüber nachgedacht, aber es ist sehr schwer von der Box zu wissen, wie die Strecke aussieht. Als ich in die erste Kurve kam, war ich überrascht, dass es da schon fast trocken war. Da habe ich gemerkt, dass es eng werden kann. Die Strecke trocknet unglaublich schnell ab. Da war Mark Webber dann am Ende auf den richtigen Reifen."

Mit seiner fahrerischen Leistung war Sutil zufrieden. "Meine Runde war gut. Ich fühle mich im Regen einfach wohl." Nun muss er den guten Platz nur endlich auch mal in ein Ergebnis umwandeln. In den letzten Rennen ging oftmals etwas schief für den Gräfelfinger. Den Mut verliert er trotzdem nicht und grinst: "Ich will davon gar nichts hören."

Nico Hülkenberg:

Für Nico Hülkenberg lief nach einem entscheidenden Freitag alles perfekt. Einige kleine Setupänderungen und frische Motoren von Cosworth machten aus einer lahmen Ente ein ordentliches Rennauto. Am Ende reichte es in einem hektischen Abschlusstraining zu Platz fünf. Das beste Ergebnis in der noch jungen Formel 1-Karriere des Williams-Piloten, und zum ersten Mal vor Teamkollege und Regen-Ass Rubens Barrichello.

"Wir haben einen guten Schritt seit Freitag gemacht", erzählte Hülkenberg. Schon im dritten freien Training auf trockener Piste lief es deutlich besser als am Vortag. "Im Regen ging unser Auto noch ein Stück besser. Der Williams ist ja traditionell gut auf nasser Piste. Vielleicht, weil das Auto guten mechanischen Grip entwickelt." Für einen jungen Fahrer wie Hülkenberg war es nicht immer einfach, im Wetterchaos den Überblick zu behalten. "Ich füttere meine Ingenieure einfach mit soviel Reifeninformationen wie möglich. Die sehen an der Boxenmauer wie sich das Wetter entwickelt und treffen dann die Reifenwahl."

Im letzten Abschnitt der Qualifikation wollte Hülkenberg keinerlei Risiko eingehen: "Ich habe mich früh auf die Extremwetterreifen festgelegt. Wir hatten die Information, dass mit einer Ausnahme alle anderen das gleiche gemacht haben." Und was wünscht sich der GP2-Meister für das Rennen? "Mit Platz fünf wäre ich schon sehr happy."

Timo Glock:

Timo Glock hatte im Qualifying mehr Arbeit als erwartet. Zum ersten Mal überstand der Virgin-Pilot die erste K.O.-Runde: "Das ganze Wochenende von uns war viel besser als Bahrain und Melbourne", freute sich der Deutsche. "Da konnten wir mit dem Set-Up was ausprobieren und sind Schritt für Schritt nach vorne gekommen." Vom Regen ließ sich das kleine Virgin-Team im Gegensatz zu vielen großen Namen nicht überraschen. "Es war ja von vornherein klar, dass es um 16 Uhr regnet. Wir haben alles richtig gemacht. Ich habe auf Intermediates direkt eine gute Runde hinbekommen und war deutlich schneller als beide Lotus."

Dann lief es nicht mehr ganz nach Plan: "Im Q2 haben wir einen kleinen taktischen Fehler gemacht. Unsere Intermediates haben zu schnell abgebaut und ich konnte am Ende nicht mehr nachlegen. Kovalainen hat dann noch mal neue Intermediates aufziehen lassen." Die Niederlage gegen den Erzfeind war der einzige Schönheitsfleck. "Ich wäre natürlich gerne vor den Lotus gestanden. Wir waren glaube ich das ganze Wochenende schneller als sie."

Mit McLaren und Ferrari stehen nun prominente Namen in schnellen Autos hinter Glock. Doch wer Glock kennt, weiß dass er kämpfen wird: "Ich winke keinen freiwillig vorbei. Das Problem ist allerdings, dass die hier einen deutlichen Top-Speed-Überschuss haben, speziell die McLaren und dass die Geraden hier lang genug sind zu überholen. Ich muss außerdem aufpassen, dass ich beim Kämpfen nicht zu viel Zeit auf Kovalainen verliere." Dass er mit dem 16. Platz deutlich hinter seinen Landsleuten liegt, nimmt Glock gelassen: "Da komm ich auch noch hin."

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