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F1 Mercedes GP - Norbert Haug im interview

"Wir wissen, wie man siegen kann"

Norbert Haug Foto: dpa 60 Bilder

Zwischen Anspruch und Formel-1-Wirklichkeit klafft bei Mercedes GP auch kurz vor Saisonhalbzeit noch eine erhebliche Lücke. "Wir sind seit Rennen eins im Aufholprozess, und wir werden sukzessive aufholen - zweimal in acht Rennen waren wir auf dem Podium, und diese Trefferquote genügt uns keineswegs", räumte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ein.

24.06.2010

Dennoch sieht das neu formierte Team vor dem Großen Preis von Europa in Valencia einen Aufwärtstrend, auch wenn Mercedes vor dem neunten von 19 Rennen derzeit nur die vierte Kraft in der Formel 1 ist: "Wir kommen noch - garantiert."
 
Zugleich nahm Haug Rekordweltmeister Michael Schumacher vor der Kritik nach dessem elften Platz beim Grand Prix in Montréal in Schutz. "Wir wissen, dass Michael das unter den Umständen Mögliche möglich gemacht hat", sagte er.

Nach dem Grand Prix in Kanada wurde Michael Schumacher für seine Leistung heftig kritisiert. Inwieweit können Sie diese Kritik nachvollziehen?
Haug: "Michael startete als 13., war nach einer Runde Achter und lag nach sieben Runden auf Platz drei. Er war gut unterwegs, trotz eines in der ersten Runde beschädigten Frontflügels. Doch nach einem Plattfuß nach Berührung mit einem anderen Fahrzeug musste er zu einem nicht geplanten Boxenstopp, verlor dabei über 20 Sekunden und war anschließend 37 Runden - über die Hälfte des Rennens - auf den weichen Reifen unterwegs. Trotz all dieser Handicaps lag Michael bis in der letzten Runde als Neunter in den Punkterängen. Aber diese letzte Runde war zu viel für die abgenutzten Reifen und deshalb überholten ihn zwei Gegner. Nichts zum Aufregen für uns und wer diese Leistung kritisieren will, der darf das getrost. Wir wissen, dass Michael das unter den Umständen Mögliche möglich gemacht hat."
 
Die Gleichung "Weltmeister-Team + Premiummarke + Rekordweltmeister + großes Talent = Siege" ist vor dem neunten Saisonrennen in Valencia noch nicht aufgegangen. Woran liegt das?
Haug: "Wir müssen und werden uns verbessern. Es gibt ja auch die Erkenntnis - um in Ihrem Bild zu bleiben -, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Unser Speed war zuletzt in Kanada gut, Nico Rosbergs schnellste Rennrunde war einige Hundertstel langsamer als die von Sieger Lewis Hamilton. Wir kommen noch - garantiert."
 
Was machen die führenden Teams McLaren und Red Bull besser?
Haug: "Sie haben die Saison auf einem höheren Level begonnen und sich seither fortlaufend gesteigert. Wir sind seit Rennen eins im Aufholprozess, und wir werden sukzessive aufholen - zweimal in acht Rennen waren wir auf dem Podium, und diese Trefferquote genügt uns keineswegs."
 
Inwieweit ist es noch realistisch zu sagen, Sie kämpfen um den WM-Titel?

Haug: "Solche Ansagen machen uns nie schneller, und ich habe sie nie gemacht - auch nicht in den Jahren unserer vier gewonnenen Weltmeistertitel mit McLaren-Mercedes. Mercedes-Benz war in den letzten 231 Rennen seit unserem ersten Sieg 1997 in Melbourne an 72 Formel-1-Siegen beteiligt - wir wissen, wie man siegen kann."
 
Wann ist Mercedes GP siegfähig?
Haug: "Arbeiten ist besser als ansagen. Wir arbeiten dran und werden gewinnen."
 
Ihr Teamchef Ross Brawn hatte schon einmal Erfolg damit, eine Saison abzuschreiben, um sich ganz auf die Entwicklung des Autos für das folgende Jahr zu konzentrieren. War das nicht sinnvoller? Von welchem Zeitpunkt an beginnt Mercedes GP, sich voll auf die Saison 2011 zu konzentrieren?
Haug: "Wir geben ganz sicher niemals auf und werden uns fortlaufend steigern - unser Team ist noch jung und arbeitet in der Konstellation als Mercedes GP Petronas erst seit acht Rennen zusammen, aber unser Team ist auch stark und hochmotiviert."
 
Das technische Reglement für 2011 war lange offen. Erst am Mittwoch entschied der Motorsport-Weltrat des Automobilweltverbandes FIA über verstellbare Heckflügel und den künftigen Reifen-Lieferanten Pirelli. Offen ist noch, ob KERS zurückkehrt. Wie schwierig ist es, schon frühzeitig für die kommende Saison zu planen und zu entwickeln, wenn lange Zeit die Regeln noch nicht feststehen?
Haug: "Sehr schwierig - aber für alle gleich. Bei KERS hatten wir im letzten Jahr einen Vorsprung und deshalb auch den ersten Hybrid-Sieg in der Formel 1 geschafft. Dieser Vorteil hilft, wenn KERS wieder kommt."
 

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