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F1-Motor-Entwicklung bis Saisonende

Honda ist das Opfer

McLaren-Honda - Test - Abu Dhabi 2014 Foto: McLaren 21 Bilder

Das Motoren-Reglement 2015 erlaubt Entwicklung über die gesamte Saison. Die Token müssen nun doch nicht schon bis Ende Februar eingesetzt werden. Das verschafft den Mercedes-Jägern Ferrari und Renault Zeit. Nur Honda schaut in die Röhre. Wir erklären warum.

02.01.2015 Michael Schmidt

Aufatmen bei Ferrari und Renault. Eine Regeländerung verschafft ihnen bei der Entwicklung ihrer Antriebseinheiten Zeit. Die 32 Entwicklungs-Token müssen nicht bis zum ursprünglichen Stichtag, dem 28. Februar 2015, umgesetzt werden. Sie können auch erst später eingelöst werden.

32 Token entsprechen 48 Prozent aller Komponenten, die man gegenüber 2014 modifizieren darf. Natürlich profitiert auch Klassenprimus Mercedes davon. Doch für die Verfolger ist der Aufschub wichtiger. Weil sie jetzt das Kontingent voll ausschöpfen können und für komplizierte Eingriffe mehr Zeit haben.

Bei der alten Frist hätten sie die 32 Token nicht einmal geschafft. Mercedes ist mit seinen Modifikationen im Zeitplan, überlegt jetzt aber bis zu 5 Token zurückzuhalten, um sie bei Bedarf nachzuschießen.

Ferrari verteilt Entwicklung auf mehrere Stufen

Ferrari hat sofort reagiert. Die Italiener werden ihren V6-Turbo und seine Elektromaschinen in Schüben aufrüsten. Für aufwendige Entwicklungen lässt sich Maranello jetzt mehr Zeit. Man hätte ohnehin nur 27 von 32 Token geschafft.

Renault wird den Großteil vor Saisonbeginn einsetzen. Allerdings frühestens beim dritten Test in Barcelona. Vorher sind die neuen Teile nicht produziert. Die Aufgaben sind klar verteilt. Mario Illien und sechs seiner Konstrukteure kümmern sich um den Zylinderkopf, den Auspuff und die Einspritzung. Der Turbolader kommt weiter von APC.

Die Elektromaschinen und Energiespeicher entwickeln Renault und Red Bull im Doppelpass. Trotz der verlängerten Entwicklungszeit reicht es nicht für eine Trennung von Turbine und Verdichter. Es wurden bereits zu viele Token in anderen Bereichen verschossen.

Honda muss Motor am 28. Februar homologieren

Die neue Regelung hilft denen, die schon ein Jahr dabei sind und deshalb die Schwächen ihrer Antriebseinheiten kennen. Honda ist angeschmiert. Die Japaner müssen ihren Motor bis Ende Februar homologieren. Sie sind als Neuzugang zwar bis dahin komplett frei in der Entwicklung, können dann aber nur noch in Bezug auf Zuverlässigkeit, Kosten oder Sicherheit nachrüsten.

Neueinsteiger haben im ersten Jahr keine Token. Sie dürfen erst für 2016 mehr Power suchen oder den Spritverbrauch reduzieren. Honda muss also nach dem gegenwärtigen Stand mit den Geburtsfehlern leben, mit denen der Sechszylinder in die Saison geht.

Bis zum nächsten Winter schrumpft die Anzahl der Token von 32 auf 25, was dann nur noch 38 Prozent des Motors entspricht. Doch wer weiß schon, was 2016 passiert? Bis dahin gibt es vielleicht schon ein komplett neues Motor-Reglement.

Wird Honda protestieren?

McLaren-Chef Ron Dennis hat bei der letzten Strategiegruppen-Sitzung bereits seine Bedenken angekündigt. Die Regelung benachteiligt seinen neuen Motorenpartner. Experten können sich vorstellen, dass McLaren die angekündigte Lockerung der Motorentwicklung mit seinem Veto stoppt oder später dagegen protestiert, und zwar genau dann, wenn Ferrari, Renault oder Mercedes nach dem 28. Februar eine Ausbaustufe an den Start bringen. McLaren hätte dabei keine schlechten Karten. Kurzfristige Regeländerungen verlangen Einstimmigkeit.

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