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Neuer Formel 1-Motor ab 2014

1,6 Liter-V6-Turbo-Hybrid so gut wie fix

Formel 1-Motor V6 Renault 1985 Foto: Wilhelm 12 Bilder

Update ++ Die Formel 1-Kommission hat den Motoren-Kompromiss der Teams abgesegnet. Der 1,6 Liter-V6 Turbo mit Hybrid-Technologie und begrenzter Benzindurchflussmenge kommt ab 2014 so gut wie sicher. Reihen-Vierzylinder und V8 sind vom Tisch. Nur der FIA-Weltrat muss noch zustimmen.

22.06.2011 Michael Schmidt

Der lange Streit um den neuen Formel 1-Motor scheint endlich ein Ende zu haben. Nachdem die Teams lange über den Reihenvierzylinder und den V8 diskutiert hatten, haben die Teams und Hersteller am Dienstag (21.6.) plötzlich einen V6-Motor als Kompromiss-Vorschlag aus dem Hut gezaubert. Beim Meeting der 26-köpfigen Formel 1-Kommission am Mittwoch, bei dem neben den Teams auch die FIA, Bernie Ecclestone, die Rennveranstalter, der Reifenhersteller und Sponsoren am Tisch saßen, wurde der Vorschlag schließlich abgesegnet.

Formel 1-Kommission segnet V6 ab

Nach dem offiziellen Entscheidungsweg muss noch der FIA-Weltrat den Vorschlag der Formel 1-Kommission absegnen, damit die neue Motorenformel in das Sportgesetz aufgenommen werden kann. Erst im Dezember hatte sich der Motorsport-Weltverband auf einen Vierzylinder festgelegt, ohne dabei allerdings auf die Stimmen in der F1-Kommission zu hören. Bernie Ecclestone, der dem Vierzylinder nichts abgewinnen kann, drohte mit einem Rechtsstreit.

Auch die Hersteller waren lange gespalten. Ferrari wollte partout keinen Vierzylinder. Cosworth sah keine Möglichkeit, die Entwicklung zu finanzieren. Renault machte sich für den R4-Turbo stark. Mercedes versuchte zu vermitteln. Stuttgart hätte mit beiden Lösungen keine Probleme gehabt, unter der Voraussetzung, dass die Kosten in den nächsten fünf Jahren sinken.

V6-Turbo-Hybrid als Kompromiss

Mit dem V6 wurde ein Kompromiss gefunden, der die verhärteten Fronten zwischen Todt und Ecclestone aufgebrochen hat. Der goldene Mittelweg ähnelt allerdings stark dem ursprünglich geplanten R4. Die Zutaten bleiben die gleichen, die zwei Zylinder mehr sorgen nur dafür, dass keine Partei ihr Gesicht verliert und das Aggregat nach außen nicht nach Schmalspurmotörchen klingt.

Beim Hubraum bleibt alles beim gleichen. Mit dem Gesamtvolumen von 1,6 Litern sinkt somit der Inhalt der einzelnen Brennkammer. Ein großer Turbolader soll ordentlich Power entwickeln und Lärm machen. Direkteinspritzung und Hybridantrieb sind Pflicht. Die Hybridtechnik wird allerdings nicht mehr KERS sondern ERS genannt. Die Ziele der FIA, 35 Prozent Kraftstoff einzusparen sollen genauso beibehalten werden wie das Kontingent der Motoren pro Fahrer von acht auf fünf und später auf vier herunterzuschrauben.

Alle Hersteller hatten sich gemeinsam für diesen Vorschlag stark gemacht. Auch die Hardliner Ferrari und Renault. Auch Cosworth soll signalisiert haben, dass man mit einem V6-Turbo leben könne. Die Technologie ist in Northampton nicht unbekannt. Cosworth baute 1986 und 1987 einen V6-Turbo für Ford. Bei einem Vierzylinder hätte man komplett mit einem weißen Blatt Papier beginnen können. Der V6 ist auch für die Chassishersteller die bessere Lösung. Er ist symmetrisch, kompakt und braucht keinen Hilfsrahmen.

V6-Turbo frühestens 2014

Wenn der FIA-Weltrat den Vorschlag wie geplant vor der Deadline am 30. Juni abnickt, dann kommt als Einstiegsdatum allerdings frühestens 2014 in Frage. Der Vorlauf von eineinhalb Jahren bis zum ursprünglich angedachten Wechseljahr 2013 wäre für alle Beteiligten zu knapp. Zumal bei Mercedes und Renault schon Konzeptstudien zum Thema Vierzylinder angefertigt wurden. Mit dem V6 ginge es wieder von vorne los.

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