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Formel 1 Motor-Probleme

Renault beantragt Aufschub der Homologation

Renault F1 - 2014 Foto: xpb 17 Bilder

Mit Ablauf des Februars, am Freitag (28.2.2014) um 0 Uhr, müssen Mercedes, Ferrari und Renault ihre Motoren bei der FIA homologieren. Danach ist kein Eingriff mehr erlaubt, der die Leistung steigert. Am Donnerstag beantragte Renault eine Verschiebung der Frist. Von wegen alle Probleme gelöst.

28.02.2014 Michael Schmidt

Die Uhr für Mercedes, Ferrari und Renault tickt unaufhaltsam. Am heutigen Freitag, den 28. Februar werden um Mitternacht die Mustermotoren der drei Hersteller versiegelt. Sie dienen der FIA als Vergleichsmaßstab bei späteren Kontrollen. Danach sind bis zum Ende der Saison nur noch Modifikationen erlaubt, die die Zuverlässigkeit verbessern, die Kosten senken oder der Sicherheit dienen. Eingriffe zur Leistungssteigerung sind verboten. 25 Komponenten im Motor dürfen überhaupt nicht angefasst werden.

Zwei bis drei Monate Aufschub

Das trifft vor allem Renault hart, die weiter mit Problemen an ihrer Antriebseinheit kämpfen. Am Donnerstag (27.2.2014) hieß es noch: Alle Probleme gelöst. Von wegen. Wie auto motor und sport erfahren hat, haben die Franzosen eine Verlängerung der Homologationsfrist um zwei bis drei Monate beantragt. Seit Donnerstag ist dieser Punkt plötzlich auf der Agenda des Strategie-Treffens der Teamchefs mit Bernie Ecclestone und FIA-Vertretern. Das Meeting in Biggin Hill beginnt am Freitag um 9.30 Uhr englischer Zeit.

Ein Veto reicht aus, um Antrag zu kippen

Im Fahrerlager überschlagen sich die Gerüchte. Es heißt, dass sich Renault-Präsident Carlos Ghosn mit FIA-Chef Jean Todt getroffen habe, um ihn vom Ernst der Lage zu überzeugen. Tenor: Es wäre schlecht für den Sport, wenn die vier Renault-Teams chancenlos hinterherfahren würden. Keiner wollte dieses Gerücht bestätigen.

Tatsache ist: Renault braucht noch Zeit. Die gibt es aber nur, wenn die 6 in der Strategiegruppe vertretenen Teams (Red Bull, Mercedes, Ferrari, McLaren, Lotus, Williams), die 6 FIA-Vertreter und die 6 Abgeordneten des Rechteinhabers FOM zustimmen. Das Veto eines Teams reicht aus, um den Antrag zu kippen. Es wäre verwunderlich, wenn Mercedes und Ferrari ihrem Konkurrenten diese Brücke bauen.

Honda und Renault durften 2009 nachbessern

Es gibt einen Präzedenzfall in der Formel 1. Im Winter von 2008 auf 2009 baten Honda und Renault die FIA, den seit 2006 bestehenden Entwicklungsstopp aufzuheben. Begründung. Man sei von der Reduzierung des Drehzahllimits von 19.000 auf 18.000/min überrumpelt worden und müsse die Motoren auf die neue Obergrenze anpassen. Tatsächlich hatten die V8-Motoren von Honda und Renault einen beträchtlichen Leistungsrückstand auf Mercedes, Ferrari, BMW und Toyota. Der Antrag wurde genehmigt. Aber nur, weil alle Teams dafür waren.

Und das kam so. Die Teamvereinigung FOTA war gerade als dritte Kraft neben der FIA und Berne Ecclestone gegründet worden. Da wollte man aus politischen Gründen Einheit zeigen. Da alle Teams für das Nachrüsten der beiden Sorgenkinder waren, sah auch die FIA keinen Grund sich zu widersetzen. Das wird diesmal sicher nicht so einfach. Die FOTA gibt es nicht mehr. Mercedes und Ferrari sehen es sicher nicht ungern, dass Red Bull geschwächt in diese Saison geht.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen den V6 Turbo-Motor von Renault noch einmal im Detail.

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