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F1 Motor-Reglement 2014

Formel 1 droht kuriose Straf-Orgie

Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - 9. Mai 2013 Foto: ams 28 Bilder

Mit den neuen Motoren für 2014 ändert die Formel 1 ihr Gesicht. Die neuen Turbo-Triebwerke mit Direkteinspritzung und Doppel-Hybrid sind nicht nur technisch komplex, sie verlangen auch ein kompliziertes Regelwerk. Bei technischen Defekten soll es kuriose Strafen hageln.

10.05.2013 Michael Schmidt

2014 wird es die technisch anspruchsvollste Formel 1 aller Zeiten geben. Wenn sie kommt. Aus Kreisen von vielen Mittelfeld-Teams sickert durch, dass sie sich die neuen Motoren gar nicht leisten können. Wenn die 1,6 Liter-Turbomotoren mit zwei Hybridsystemen, Direkteinspritzung und Achtgang-Getriebe doch 2014 ihre Premiere feiern, dann wird es auch die komplizierteste Formel 1 aller Zeiten. Nicht nur, weil die Technik riesige Anforderungen an die Ingenieure stellt. Auch das Reglement ist ein Buch mit sieben Siegeln.

Motor-Entwicklung nach Punkteplan

Im Gegensatz zu den aktuellen V8-Motoren dürfen die Turbo-Triebwerke weiterentwickelt werden. Erst nach fünf Jahren ist ein Entwicklungsstopp geplant. Die Motorhersteller dürfen aber nur in einem beschränkten Rahmen Hand an ihre Motoren legen. Jedes Jahr werden die Eingriffsmöglichkeiten reduziert.

Für jede Änderung gibt es Punkte. Große Eingriffe wie zum Beispiel eine Kolbenmodifikation kosten mehr Punkte als kleinere Änderungen. In Summe darf ein bestimmtes Punktekonto nicht überschritten werden. Das wird von Jahr zu Jahr weniger.

Für neue Hersteller stellt das ein Problem dar. Würde Honda 2015 einsteigen, dann gelten für die Japaner die gleichen Regeln wie für die Hersteller, die von Anfang an dabei sind. Sie dürften dann also ihren Motor nur noch nach den Regeln des zweiten Jahres modifizieren. Da hat man schon viel weniger Spielraum. Je später ein neuer Hersteller einsteigt, umso weniger kann er auf Probleme reagieren.

Fünf Startplätze Strafe pro Defekt

Jeder Fahrer muss pro Saison mit fünf Antriebs-Einheiten (Power-Trains) auskommen. Das Komplettpaket umfasst den Basismotor, den Turbolader, die Batterien und die beiden Generatoren. Geht eine dieser Komponenten kaputt, so darf man innerhalb dieses Kontingents straffrei die Einzelbausteine austauschen.

Kompliziert wird es allerdings, wenn die maximal erlaubte Menge überschritten ist. Dann soll es gestaffelte Strafen geben. Angedacht sind fünf Startplätze Rückversetzung pro Baustein. Kommen der sechste Turbolader und der sechste Generator zum Einsatz wären es schon zehn Startplätze. Wird die gesamte Einheit ersetzt, sind 20 Startplätze fällig.

Motor-Strafen auf mehrere Rennen verteilt

Jetzt aber kommt ein Passus, über den alle den Kopf schütteln. Wer in der ersten Startreihe steht, kann 20 Positionen nach hinten. Er startet dann von 21. oder 22. Platz. Aber was macht man mit einem Fahrer vom 15. Startplatz? Antwort: Der Pilot muss die Strafe auf mehrere Rennen verteilen.

Beim ersten Rennen müsste er ans Ende der Startaufstellung und könnte so sieben Startplätze abbauen. Wenn er beim nächsten Rennen nicht mindestens die neuntschnellste Zeit fährt, könnte sich die Reststrafe auf ein drittes Rennen ausdehnen.

Und wie verfährt man mit Fahrern, bei denen in der Zwischenzeit ein zweiter Motorwechsel ansteht. "Manche Fahrer brauchen vielleicht bis zum Saisonende um alle ihre Strafen loszuwerden", juxt ein Teammanager.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen am Beispiel von Mercedes, was an den neuen Motoren so kompliziert ist.

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