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Warum gehen so viele Motoren kaputt?

„Alle sind absolut am Limit“

Valtteri Bottas - Mercedes - GP Spanien 2017 Foto: sutton-images.com 11 Bilder

In Barcelona hat es auch Mercedes erwischt. Valtteri Bottas blieb mit einen Turboladerschaden stehen. Sebastian Vettel hat bereits seinen vierten Turbolader im Pool. Renault beklagt Risse in den Laufbuchsen. Was ist nur mit den Motoren los?

20.05.2017 Michael Schmidt 3 Kommentare

Die Formel 1 fährt im vierten Jahr der Hybrid-Ära. Doch noch nie sah es um den Bestand an Verbrennungsmotoren. Turboladern, MGU-H, MGU-K, Batterien und Steuereinheiten nach 5 Rennen so schlecht aus wie in dieser Saison. Stoffel Vandoorne hat bereits zwei Mal eine Strafe kassiert. In Sotschi wegen des fünften Turboladers und der fünften MGU-H, in Barcelona wegen der fünften Batterie und der fünften Leistungselektronik.

Fernando Alonso steht nach seinem kapitalen Motorschaden im Freitagstraining kurz vor einer Strafe. Der Spanier ist mit dem Turbolader und der MGU-H bereits im kritischen Bereich. Er muss hoffen, dass es seinen Ersatz Jenson Button in Monte Carlo erwischt. Doch es ist nicht nur Honda, die große Verluste schreiben. Mittlerweile sind auch Mercedes, Ferrari und Renault von der Motorenseuche betroffen.

Bottas bezahlt für zwei dumme Zufälle

Mercedes brachte die zweite Motorengeneration früher als geplant. Ursprünglich wollte man bis Monte Carlo mit der ersten Einheit durchhalten. Doch dann bekamen die Werksautos von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas schon in Barcelona das zweite Set von Verbrennungsmaschine, Turbolader, MGU-H und MGU-K verpasst.

Teamchef Toto Wolff erklärt warum: „Wir haben an den Daten gesehen, dass weitere Renneinsätze mit dem ersten Motor ein Risiko sein würden. Im Fall von Valtteri wurde das bitter bestätigt. Wir wollten diese Antriebseinheiten eigentlich nur noch am Freitag einsetzen.“

Zwei dumme Zufälle sorgten dafür, dass Bottas nun einen Turbolader und eine MGU-H abschreiben muss. Ein defektes Kabel und ein Wasserleck zwangen Mercedes in der Nacht zum Samstag zwei Mal, den neuen Motor auszubauen und durch Motor Nummer 1 zu ersetzen.

Vettel braucht schon vierten Turbolader

Ferrari sitzt im gleichen Boot. Sebastian Vettels zweiter Verbrennungsmotor überstand nur 7 Runden im dritten Training. Dann musste Ferrari die frisch eingebaute Maschine wegen eines Wasserlecks auf die Auswechselbank schicken und durch das alte Aggregat ersetzen. Das stand für den Fall der Fälle bereits vorbereitet in der Box. Motor Nummer 1 war allerdings schon vorher mit Turbolader Nummer 4 und MGU-H Nummer 3 bestückt worden. Obwohl Vettel noch die ersten und zweiten Lader und Elektromaschinen im Pool hat.

Der Grund, warum Ferrari sein Turbolader-Kontingent bereits voll ausschöpfen musste, ist der gleiche, warum Mercedes nicht mehr die erste Motorengeneration ins Rennen schicken will. Vettels alte Turbos und MGU-H würden Qualifikation und Rennen wahrscheinlich nicht mehr durchstehen. Sie können nur noch am Freitag eingesetzt werden. Auch wenn Ferrari beschwichtigt und die 4 im Pool befindlichen Einheiten je nach Bedarf durchtauschen will, ist eine Startplatzstrafe bereits abzusehen.

Keine volle Power mehr für Renault-Kunden

Renault hat zwar erst jeweils zwei Elemente im System, doch auch bei den Franzosen ist die Lage angespannt. Das Debüt der ersten Ausbaustufe des Renault V6-Turbo wird immer weiter nach hinten geschoben und der erhoffte Fortschritt immer weiter klein geredet. In Bahrain und Russland sorgten unerwartete Schäden an der MGU-H für Alarm.

Doch jetzt müssen die Renault-Techniker ein noch viel gravierendes Problem lösen. Wenn die Verbrennung für Maximalleistung hochgefahren wird, kann es passieren, dass in den Laufbuchsen des vierten Zylinders Risse entstehen. Die Fehlersuche gestaltet sich schwierig, weil der Schaden bei unterschiedlichen Laufzeiten auftritt. Deshalb mussten in Barcelona alle 3 Renault-Teams auch in der Qualifikation auf volle Power verzichten.

Entscheiden Startplatzstrafen und Ausfälle die WM?

Doch wie kann es sein, dass die Antriebseinheiten trotz der Erfahrung von 3 Jahren immer noch so anfällig sind? Toto Wolff weiß die Antwort: „Weil wir alle ans absolute Limit gehen. Du darfst bei einem Duell wie zwischen uns und Ferrari keine Hundertstelsekunde verschenken.“

Ans Limit gehen heißt bei dieser Motorengeneration: Mehr Leistung gibt es nur bei effizienterer Verbrennung. Wegen der maximalen Durchflussmenge von 100 kg/h gibt es nicht mehr Sprit. Das bedeutet höhere Temperaturen und höhere Zylinderdrücke. Und das treibt das Material mechanisch an seine Grenzen.

Wenn die Materialschlacht so weiter geht, dann könnten Startplatzstrafen die WM entscheiden. So weit will Wolff nicht gehen: „Es könnte aber das Pendel mal auf die eine Seite und mal auf die andere ausschlagen lassen. Von Startplatz 15 aus bist du noch nicht verloren.“

Viel mehr fürchtet der Mercedes-Boss Defekte wie den von Bottas. „Eine Nullrunde kann am Ende wehtun. Mal angenommen, Lewis hätte den Motorschaden gehabt. Dann hätte Sebastian schon mit 38 Punkten geführt.“

Neuester Kommentar

Haushalten müssen die Fahrer doch sowieso schon mit der Spritmenge.
Und die Idee, das Motorenkontigent einfach zu öffnen, klingt natürlich toll und verlockend bei den Schäden,
bedeutet aber, dass die Kluft zwischen den Werksteams (bzw. RB) und den Kundenteams nur noch weiter auseinandergehen würde: Denn während sich Ferrari und Mercedes natürlich ihre Motoren leisten könnten/würden, kommt selbst schon ForceIndia vermutlich schnell an deren Grenze. Bedeutet im Umkehrschluss: Alle Hinterherfahrer versuchen den Motor zu schonen bzw. länger zu fahren als die Top-Teams - die wiederum können immer Vollgas geben. Die Lücke wäre noch größer.
Und warum können die Kunden nicht mehr einsetzen? Weil die "Antriebseinheiten" durch Hybridquatsch etc. bei Beträgen stehen, die schon jetzt an der Kostenschmerzgrenze ist.
Auf absehbare Zeit wird sich also auch daran nichts ändern: Nur, die Hersteller werden versuchen die Standfestigkeit wieder nach oben zu bekommen, was natürlich neue Entwicklungskosten entstehen lässt, und - oh Wunder - weiter auf die Einkaufskosten der Kunden drücken wird.

Pändabar 20. Mai 2017, 19:50 Uhr
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