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Formel 1-Motoren

Force India verlängert Mercedes-Deal

Force India GP Malaysia 2013 Foto: Grüner 28 Bilder

Force India verlängert seinen Motorenvertrag mit Mercedes. Doch bei dem Deal geht es nicht nur um Motoren und KERS. Mercedes liefert in Zukunft auch das Getriebe und die Hydraulik. Damit verliert McLaren einen wichtigen Kunden und eine Geldquelle.

28.03.2013 Michael Schmidt

Force India ist seit 2009 Kunde bei Mercedes. Seitdem hat sich der indische Rennstall jedes Jahr gesteigert. Im letzten Jahr knackte das in Silverstone stationierte Team erstmals die 100-Punkte-Marke. Im Winter mussten bei Force India die Weichen für die Turbo-Ära gestellt werden. Die Teamleitung schwankte zwischen Ferrari und Mercedes. Ferrari bot einen Preisnachlass an, wollte dafür aber Jules Bianchi im zweiten Cockpit sehen. Mercedes unterstützte das Comeback von Adrian Sutil.

Beim Motorpreis konnte Stuttgart keine Zugeständnisse machen. Dafür unterbot Mercedes beim Getriebe und der Hydraulik die Konditionen von McLaren, die seit Jahren beide Komponenten an Force India liefern. Das gab den Ausschlag. Der neue Vertrag soll bis 2016 laufen, also drei Jahre. Teambesitzer Vijay Mallya freut sich: "Dieser Vertrag gibt uns Stabilität. In Hinblick auf das neue Antriebsstrang-Reglement kann ich mir keinen besseren Partner als Mercedes wünschen."

Wettbewerbsvorteil dank Mercedes?

Force India sieht in der Vertragsverlängerung mit Mercedes einen Wettbewerbsvorteil. Obwohl es von den neuen Turbomotoren keinerlei Vergleichswerte gibt, geht die Branche davon aus, dass Mercedes die Messlatte legen wird. Die Experten erwarten auf dem Motorensektor Unterschiede von bis zu einer Sekunde.

Im Augenblick spielt der Motor kaum eine Rolle. Der Mercedes V8 hat mehr Power als die Konkurrenzprodukte von Ferrari und Renault. Dafür gewinnt der Ferrari-Achtzylinder durch die bessere Fahrbarkeit, und Renault hat die schlaueste Motorsoftware in Bezug auf Nutzung der Auspuffgase. Das gleicht sich ziemlich aus.

Im nächsten Jahr wird das anders aussehen. Die 1,6 Liter-Motoren mit Direkteinspritzung, Turboaufladung und doppelter Energierückgewinnung sind so kompliziert, dass es zumindest zu Beginn der Entwicklung große Differenzen in Bezug auf Power, Fahrbarkeit und Spritverbrauch geben kann. "Für eine kleines Team wie uns kann die Wahl des Motorenpartners entscheidend sein", glaubt Sportdirektor Otmar Szafnauer.

Ferrari mit Sauber und Marussia

Force India hofft im nächsten Jahr auf einen großen Sprung nach vorne. "Für uns sind große Regeländerungen gut", glaubt Szafnauer. "Unser Windkanal misst die kleinen Verbesserungen nicht. Wir tun uns deshalb schwer, bei einem ausgereizten Reglement noch Fortschritte zu machen. Wenn alles bei Null beginnt, fällt dieses Handikap weg."

Auch McLaren wird 2014 Mercedes-Motoren einsetzen, verliert aber mit Getriebe-Kunde Force India eine nicht unerhebliche Geldquelle. Ab 2015 wechselt McLaren möglicherweise zu Honda. Mit drei Kunden ist Mercedes für 2014 voll.

Renault wird im nächsten Jahr Red Bull, Lotus, Williams und Toro Rosso beliefern. Was mit Caterham passiert ist noch offen. Ferrari werden Sauber und Marussia zugerechnet. Die Verpflichtung von Bianchi bei Marussia ist ein sicheres Indiz dafür, dass es in Zukunft eine Zusammenarbeit mit Maranello gibt.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal alle Informationen zur neuen Motorengeneration von Mercedes.

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