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F1-Motoren für 2010

Renault vertröstet Red Bull weiter

Mark Webber Foto: Red Bull 16 Bilder

Eigentlich hatte Red Bull den Motorenvertrag mit Renault bereits verlängert, doch die F1-Zukunft der Franzosen ist weiter offen. Auch Mercedes ist keine Option. Noch immer ist die Zusage von McLaren nötig, um ein weiteres Kundenteam an Bord zu nehmen.

17.11.2009 Michael Schmidt

Am Samstagabend von Abu Dhabi fiel im Red Bull-Camp nach langem Abwägen der Optionen die Entscheidung in der Motorenfrage. Die Teamleitung gab einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Renault den Zuschlag, mit dem Versprechen, dass sich Renault die Entwicklung seines Achtzylinders über den Winter noch einmal stark vorantreibt.

Renaults F1-Zukunft offen

Doch nur vier Tage später war diese Option schon wieder in Frage gestellt. Renault weiß selbst noch nicht, in welcher Form man sich im nächsten Jahr an der Formel 1-WM beteiligt. Das Team in Enstone soll zum Teil zum Verkauf stehen. Zu 90 Prozent soll zumindest die Motorenentwicklung in Viry-Chatilon weiterlaufen. Trotzdem müssen Sebastian Vettel und Mark Webber weiter zittern. Sie wissen drei Monate vor Beginn der 2010er Saison noch nicht genau, welchen Motor sie im nächsten Jahr fahren.

Ein totaler Rückzug der Franzosen wäre für Red Bull fatal. Dann käme wieder Cosworth ins Spiel. Doch ob die Motorenschmiede aus Northampton neben den Neulingen Lotus, Virgin GP, Campos, USF1 und dem Traditionsrennstall Williams noch ein sechstes Team gleichwertig beliefern können, ist fraglich. Die ganze Organisation befindet sich noch im Aufbau.

McLaren-Veto trotz Trennung von Mercedes

Ob Mercedes helfen kann, steht ebenfalls weiter in den Sternen. Im Augenblick gilt weiter das Veto von McLaren. Auch nach dem Partnerwechsel zu Brawn GP. Der Schachzug von Mercedes war auch mit einigen wenigen Zugeständnisse an McLaren verbunden. Mercedes wollte die 15-jährige Partnerschaft nicht abrupt beenden. Deshalb wird McLaren in den nächsten zwei, vielleicht sogar drei Jahren weiterhin Mercedes-Motoren gratis beziehen und hat das Anrecht, von 2013 bis 2015 die schwäbischen Motoren für fünf Millionen Euro pro Saison zu kaufen.

Ab 2013 will die FIA ein neues Motorenreglement einführen. Zur Debatte steht ein Vierzylinder mit Turbolader und integriertem Hybridantrieb. Bis zum Ablauf des Vertrages mit Mercedes Ende 2011 behält McLaren das Vetorecht bei der Vergabe von Kundenmotoren. Wenn McLaren Mercedes schon als Teampartner verliert, wollte sich die Teamleitung in Woking wenigstens Exklusivität in einem beschränkten Rahmen sichern.

Lösung im Sinne des Gemeinwohls?

Mit Brawn GP, das zu Mercedes GP mutieren wird, hat man schon einen echten Konkurrenten mit Mercedes-Motor im Feld. Die Versorgung von Force India mit Mercedes-Motoren liegt auch im Interesse von McLaren, denn die beiden Teams verbindet ein Kooperationsvertrag auf der Antriebsseite. Mit Red Bull als Mercedes-Kunde würde sich McLaren einen weiteren starken Gegner aufhalsen. Deshalb ist es eher unwahrscheinlich, dass Ron Dennis und Martin Whitmarsh ihre Bedenken gegen eine Ausweitung des Mercedes-Motorenpools aufgeben.

Einzige Ausnahme: Sollte Renault komplett aussteigen und in der Formel 1 ein Motorennotstand ausbrechen, dann könnte McLaren im Sinne des Gemeinwohls gezwungen sein, einen Motorenvertrag mit Red Bull doch abzunicken. Im Augenblick baut Red Bull den nächstjährigen RB6 um den Renault V8 herum auf. In Milton Keynes und Salzburg muss man deshalb alle Daumen drücken, dass Renault-Konzernchef vor Weihnachten noch grünes Licht für das Formel 1-Engagement gibt. Aus FIA-Kreisen ist zu hören, dass die Chancen für einen Verbleib von Renault in der Formel 1 wieder deutlich gestiegen sind.

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