Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Motoren-Reglement 2014

So müssen sich die Piloten umstellen

Mercedes F1 W03 Garage Test Barcelona 2012 Foto: Wolfgang Wilhelm 28 Bilder

Mercedes hat die neue Motoren-Generation für 2014 vorgestellt. Die technische Revolution wird das Gesicht der Formel 1 nachhaltig verändern. Wir sagen Ihnen, worauf sich die Piloten einstellen müssen.

14.01.2013 Tobias Grüner

Die Formel 1 bekommt einen neuen Motor. Zwei Zylinder weniger hat das Aggregat ab der Saison 2014. Dafür gibt es Unterstützung von einem Turbo und einem Elektromotor (Link: Technische Details). Eigentlich klingt es gar nicht so dramatisch. Leistungsmäßig ändert sich nicht viel. Und es ist schließlich nicht das erste Mal in der Formel 1-Geschichte, dass es eine neue Motorenformel. Doch so groß wie 2014 war die Umstellung für Fans und Fahrer noch nie.

Grüßerer Unterschied Qualifying - Rennen

Das große Rätselraten beginnt schon im Qualifying. Im Zeittraining muss wie bisher auf eine Runde Vollgas gegeben werden. Spritsparen spielt hier keine Rolle. Doch am Rennsonntag sieht das ganz anders aus. Hier ist mit den nur noch erlaubten 100 Kilogramm Benzin effizientes Fahren angesagt. Beide Disziplinen verlangen ein komplett unterschiedliches Setup.

Die Ingenieure stehen in puncto Aerodynamik vor einem Spagat. Um im Rennen Sprit zu sparen, muss der Luftwiderstand reduziert werden. Das geht auf Kosten des Anpressdrucks, von dem man im Qualifying auf den meisten Strecken bekanntlich nicht genug haben kann. Auch der Einsatz der Hybrid-Energie ändert sich: Im Rennen hilft der Elektro-Motor beim Spritsparen, im Qualifying wird vor allem die Funktion als Zusatzboost benötig.

Piloten müssen taktischer fahren

Mit dem neuen Motor dürfen die Piloten zehn Mal so viel Hybrid-Energie speichern. Die maximale Zusatzleistung wird verdoppelt. Daraus errechnet sich, dass der Elektromotor 33,3 Sekunden pro Runde zugeschaltet werden darf. Bisher waren es nur 6,7 Sekunden. Für die Fahrer wird sich am Lenkrad einiges ändern. Mit dem aktuellen KERS war es bislang noch relativ simpel. Auf Knopfdruck gibt es 82 zusätzliche PS.

In Zukunft muss der Fahrer mehr darüber nachdenken, wann er die Batterien anzapfen will. Die elektrische Energie wird wohl hauptsächlich dazu benutzt, um Sprit zu sparen. Außerdem soll der Elektromotor dabei helfen, das Turboloch beim Gasgeben zu verkleinern. Die Steigerung der absoluten Leistung steht beim neuen Hybrid-System nicht mehr im Vordergrund.

Im Cockpit müssen die Piloten also künftig mehr mitdenken, wie sie die wertvollen Ressourcen einsetzen. Taktisches Fahren ist angesagt. Ob die Energie in den verschiedenen Einsatz-Modi über Knöpfe oder Pedale abgerufen wird, ist noch nicht klar. "An der Steuerung arbeiten wir noch", erklärte Mercedes Motorenchef Andy Cowell.

Turbo-Motor mit mehr Drehmoment

Mit der Einführung der neuen Motoren müssen die Piloten wohl auch ihren Fahrstil etwas anpassen. "Das Drehmoment ist höher. Die Leistung liegt über einen breiteren Bereich an", verrät Cowell. Vor allem beim Beschleunigen hat das Auswirkungen. "Mehr Power als Grip", prophezeit der Motorenexperte. Mehr denn je ist ein sensibler Gasfuß gefragt, um die Hinterreifen nicht vorzeitig zu zerstören.

Auch auf das Setup hat das höhere Drehmoment Auswirkungen. Die Ingenieure müssen auf der Hinterachse für möglichst viel mechanischen Grip sorgen. Das heißt in der Regel, dass eine weichere Dämpfung eingesetzt wird, was aber wiederum auf Kosten der Kurvenstabilität geht. Es ist gut möglich, dass Pirelli mit größeren und härteren Reifen für die Saison 2014 den Fahrern etwas aushilft.

In Sachen Traktion könnte theoretisch auch ein angeblasener Diffusor helfen. Doch die Wirkung des Auspuffs wird sich in Zukunft noch weiter reduzieren. Ab 2014 ragt nur noch ein zentrales Endrohr aus dem Heck heraus und nicht zwei. Die Turbine im Auspuff, die für die Hälfte der Hybrid-Power sorgt, verlangsamt den Abgasstrahl zudem noch. Trotzdem werden die Ingenieure wohl wieder irgendwie versuchen, die Aerodynamik mit der heißen Luft zu beeinflussen.

Umfrage
Was halten Sie von der neuen Motorenformel für 2014?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden