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Formel 1 Motoren Reglement 2015

Motor-Renovierung nur zu 48 Prozent

Marussia - F1 Motor 2014 Foto: ams 18 Bilder

Renault und Ferrari werden den Rückstand auf den Mercedes-Motor in diesem Jahr nicht mehr aufholen. Das verhindert die Homologation der Antriebseinheit bis zum Saisonende. Dann geht das Entwicklungsfenster bis zum 28. Februar 2015 wieder auf. Doch eine Neukonstruktion ist verboten. Wir sagen Ihnen, was modifiziert werden darf.

03.07.2014 Michael Schmidt

In den Motorenabteilungen von Renault und Ferrari laufen die Uhren schon für 2015. Viry-Chatillon und Maranello müssen die Winterpause nutzen, um Mercedes einzuholen. In dieser Saison hindert sie die Homologation der Antriebseinheiten daran. Seit dem 1. März 2014 darf an den Motoren nur noch etwas verändert werden, wenn es der Zuverlässigkeit, der Sicherheit und der Kostenersparnis dient.

Die Möglichkeit, über die Verstärkung von Bauteilen im Sinne längerer Laufzeiten auch mehr Leistung zu verstecken sind begrenzt. Zumal die FIA ein Vetorecht hat und die Mitbewerber Einwände vorbringen dürfen. Die größeren Leistungssprünge kommen derzeit über Software-Optimierung und die Entwicklung beim Kraftstoff. Renault und Ferrari hoffen darauf, dass neues Benzin noch vor der Sommerpause einen Sprung nach vorne bringt. Gesucht ist Sprit, der früh zündet, aber den Motor resistent gegen Klopfschäden macht.

39 von 42 Motor-Komponenten dürfen 2015 verändert werden

Das Wettrüsten an der Benzin-Front wird aber nicht ausreichen, den Rückstand auf Mercedes in diesem Jahr noch einzuholen. "Mercedes betreibt bestimmt auch Benzinentwicklung", fürchtet Lotus-Einsatzleiter Alan Permane. Deshalb liegt das Hauptgewicht der Motorentwicklung bereits auf 2015. Bis zum 28. Februar 2015 dürfen die Antriebseinheiten modifiziert werden. Um Fehler auszumerzen, Leistung zu finden und den Spritverbrauch zu reduzieren.

Doch es ist nicht alles erlaubt, was gefällt. Eine komplette Neukonstruktion untersagt das Reglement. Für die Entwicklungsphase über den Winter gibt es zwei Charts, die den Ingenieuren sagen, was und wie viel sie ändern dürfen. Die eine Tabelle bestimmt die 42 Komponenten, die man anfassen darf.

Jedes Bauteil bekommt je nach Bedeutung eine Punktzahl zwischen 1 und 3. Dazu eine Ausschlussklausel. 2015 haben die Motorentechniker die größten Freiheiten. 39 der 42 Teile stehen zur Auswahl. Dann werden bis 2020 schrittweise immer mehr Komponenten auf die schwarze Liste gestellt. 2019 und 2020 kann nur noch bei drei der 42 Bausteine nachgebessert werden.

Die zweite Tabelle grenzt den Umfang der Ausbesserungsarbeiten ein. Es ist ein Punkteplan. Alle 42 Bausteine zusammen ergeben mit ihrer zugeordneten Wertigkeit 66 Punkte. 32 dieser so genannten Tokens dürfen bis 2015 eingesetzt werden. Im Winter 2016 sinkt diese Zahl auf 25, dann 20 für 2017, 15 für 2018 und in den letzten beiden Jahren jeweils 3.

Drei Komponenten kosten je 3 Token

32 Wertmarken hört sich nach viel an. Es sind aber nur 48 Prozent des gesamten Antriebsstrangs. Bohrung, Zylinderversatz und Höhe des Blocks sind für 2015 genauso tabu wie entscheidende Teile der Kurbelwelle und das pneumatische Ventilsystem. Sämtliche Änderungen am Block mit Ausnahme der verbotenen Zonen, am Brennraum und am Antrieb von Nebenaggregaten werden jeweils 3 Tokens zugeordnet. Wer in allen drei Bereichen eingreift, hat also schon 9 von 32 Punkten verbraucht.

Die Liste der Komponenten, die mit dem Faktor 2 bewertet werden, umfasst 18 Positionen. Das sind Zylinderkopf, Ventilwinkel, Schlepphebel, der Stirnradsatz, Teile der Kurbelwelle, Pleuel, Kolben, Einspritzung, Turbine, Verdichter, die MGU-H Innereien, die Position der MGU-H, die MGU-K Innereien, die Position der MGU-K, die Batteriezellen und die Steuereinheit für den Energiespeicher. Es ist also schon nicht mehr möglich, alle Faktor 2-Komponenten zusammen zu ändern. Dann wäre man schon bei einer Punktzahl von 36 angelangt.

Mit freundlicher Unterstützung der FIA haben wir hier die >> Tabelle mit den erlaubten Motoren-Änderungen für die kommenden Jahre als .pdf-Datei.

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