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Streit ums Öl im Benzin

Mercedes hat Ferrari im Verdacht

Ferrari - Formel 1 - GP Aseerbaidschan 2017 - Training - Freitag - 23.6.2017 Foto: ams 97 Bilder

Vor dem GP Aserbaidschan flatterte den Teams Post von der FIA ins Haus. Der Weltverband erinnerte daran, dass Öl als Zusatz zum Benzin verboten ist. Doch warum gerade jetzt? Weil Mercedes bei der FIA offenbar um Klarstellung bat.

23.06.2017 Michael Schmidt

Eigentlich ist die Geschichte alt. Während der Winter-Testfahrten in Barcelona verschickte die FIA mit dem Datum des 24. Februar die Direktive DD/004-17 an alle Teams, in der davor gewarnt wurde, absichtlich Öl dem Benzin beizumischen, um so an den Regeln vorbei leistungsfördernde Additive in den Verbrennungsprozess zu schmuggeln.

Die Anfrage kam damals von Red Bull. Die Techniker des Rennstalls aus Milton Keynes hatten angestachelt von Motorenpartner Renault den Verdacht, dass der wundersame Power-Gewinn von Mercedes in der Qualifikation nur durch diesen Trick zu erklären sei. Für die Zusammensetzung des Kraftstoff gibt es im Technischen Reglement der FIA unter Artikel 19 klare Bestimmungen.

Die FIA erklärte in einer Klarstellung damals, dass Öl nicht als Kraftstoff zur Verbrennung verwendet werden darf. Ganz ausschließen lässt sich Öl im Benzin nie, weil es bei den Arbeitstakten des Motor immer etwas Schmierstoff an den Kolbenringen vorbei in die Brennräume drückt. Doch es bestand der Verdacht, dass diesem Vorgang im Sinne von mehr Leistung gezielt nachgeholfen wurde. Mercedes beteuerte: „Haben wir nie gemacht.“

Wurde in Montreal mit Öl im Benzin getrickst?

Umso überraschender wurde nach dem GP Kanada ein zweites Rundschreiben mit ähnlichem Inhalt an die Teams versandt. Darin heißt es: „Wir wollen Sie daran erinnern, dass wir wie in diversen Meetings besprochen und in der TD/004-17 klargestellt, die Verwendung von Öl als Kraftstoff als verboten betrachten. Um jeden Zweifel auszuschließen, darf ausschließlich Benzin für den Verbrennungsprozess verwendet werden. Was wir unter Benzin verstehen ist in Artikel 19 des Technischen Reglements eindeutig dargestellt. Obwohl diese Regeln die Zusammensetzung von Motorölen nicht direkt spezifizieren, betrachten wir jeden Versuch, zusätzliche Substanzen im Öl als Mittel zu verwenden, um die Verbrennung zu verbessern als Regelverstoß.“

Da stellt sich unwillkürlich die Frage, warum die FIA das Fass gerade jetzt ein zweites Mal öffnet. Und dahinter stecken zwei interessante Geschichten. Die FIA hatte in Montreal in mehreren Autos Proben genommen, mit dem Ziel, sie auf Ölrückstände zu untersuchen. Offenbar lag mindestens ein Team in einem zweifelhaften Bereich. Die Vertreter des Weltverbandes wollten das weder bestätigen noch dementieren.

Ferrari-Anfrage zum Öl macht Mercedes stutzig

Ein weiterer Grund für das Erinnerungsschreiben ist eine Nachfrage von Mercedes beim Verband. Die hatten kürzlich Wind von einem zusätzlichen Öltank im Ferrari bekommen. Der war allerdings schon seit Beginn des Jahres installiert. Plötzlich bekam eine Anfrage von Ferrari bei der FIA im vergangenen Winter neues Gewicht. Dort wollten die Italiener wissen, ob es für die Zusammensetzung von Öl genau wie beim Kraftstoff genaue Regeln gebe und ob man zwei unterschiedliche Öle verwenden dürfe.

Bei Mercedes reifte nun der Verdacht, Ferrari könnte in einem der Tanks ein spezielles Öl lagern, dass ausschließlich bei Qualifikationsrunden als Verbrennungshilfe genutzt wird. Das könnte die Leistung kurzfristig signifikant steigern. Zwei Zehntel Zeitgewinn sind denkbar. Der Argwohn bekam neue Nahrung, nachdem GPS-Messungen in Montreal ergeben hatten, dass Ferrari bei voller Power Zeit auf den Geraden auf Mercedes gewinnt. Was vorher noch nie der Fall war.

Die FIA betrachtet die Affäre mit der Ermahnung für vorerst beendet. Sie stellt aber gleichzeitig klar, dass ab 2018 nur noch ein Typ Öl im Motor verwendet werden darf.

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