Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Hybrid-Technologie immer teurer

Wann holen Renault und Honda auf?

Fernando Alonso - McLaren - GP Brasilien 2015 Foto: Wilhelm 11 Bilder

Mercedes beherrscht die Hybrid-Ära der Formel 1. Ferrari hat über den Winter aufgeholt, stagniert jetzt aber. Renault und Honda stehen vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Weil sich Zeit nicht kaufen lässt und der Entwicklungs-Wettlauf massiv teurer wird.

18.11.2015 Michael Schmidt

11 Doppelsiege, 3 davon in Folge. Mercedes zerstörte in den letzten 3 Rennen die Konkurrenz. Ferrari ist dahinter fast genauso einsam zweiter Sieger. Alle anderen wurden beim GP Brasilien überrundet. Auf einer Strecke, auf der man sich mit Power Abtrieb kaufen kann. 63 Prozent der Runde geben die Fahrer Vollgas. Im kurvenreichen Mittelsektor zählt Fahrbarkeit, Anpressdruck und eine gute Traktion.

Das Ergebnis des GP Brasilien zeigt deutlicher als viele andere Strecken das Kräfteverhältnis der Formel 1. Und es muss alle erschrecken, die sich spannende Rennen wünschen. Normalerweise sind die Abstände in Interlagos kleiner als anderswo. Das war selbst in den Zeiten so, in denen ein Auto dominiert hat. Im letzten Jahr lag der schnellste Mercedes nur zwei Zehntel vor dem besten Verfolger. Diesmal war es über eine halbe Sekunde. Und der Abstand von Ferrari zum Rest war noch einmal genauso groß.

Ferrari betreibt Schönwetter-Politik

Ferrari versucht die Stimmung im eigenen Stall damit zu befrieden, dass man ständig von Fortschritten spricht. Doch das ist Schönwetter-Politik. Ferrari hat über den vergangenen Winter Boden gutgemacht, doch während der Saison blieb der Abstand eigentlich immer gleich. Bis auf die drei Rennen, in denen Mercedes schlecht sortiert war. Wenn Mercedes wirklich ernst macht, dann sieht Ferrari gegen die Silberpfeile kein Land.

Und das ist erst der Anfang. Die Ausbaustufe, die in Monza debütierte, ist die Basis für ein völlig neues Motorkonzept. Das volle Ausmaß des Fortschritts wird man bei Mercedes erst 2016 sehen. Renault und Honda sind noch viel schlimmer dran als Ferrari. Sie müssen einen doppelten Rückstand aufholen. Bei den Strukturen in der Motorabteilung und bei der Technologie. Doch Zeit lässt sich mit allem Geld der Welt nicht kaufen. Renault fehlen zwei, Honda drei Jahre.

Renault und Honda reagieren

Immerhin, man reagiert: Renault hat sich mit Axel Wendorff einen Mann geholt, der weiß wie man eine schlagkräftige Motorenfabrik aufbaut. Wendorff hat zusammen mit Andy Cowell das Fundament der Mercedes-Motorenfabrik in Brixworth gelegt. Noch ist der Deutsche in Viry nur Berater. Doch er könnte zusammen mit Remi Taffin der Architekt der Zukunft werden, wenn die Konzernleitung grünes Licht für einen Werksvertrag gibt.

Auch Honda ist aufgewacht. Die Japaner holten sich erstmals Knowhow von externen Zulieferern an Bord. Es sollen zwar keine ausländischen Ingenieure im japanischen Sakura installiert werden, doch Honda will sich mit mehr Beratern aus der Szene eindecken. Einer ist zu wenig. Bislang vertraut man nur dem früheren Ferrari-Ingenieur Gilles Simon.

Das zweite Problem neben Zeit ist Geld. Schon jetzt ist absehbar, dass das Wettrüsten auf dem Motorensektor alle Dimensionen sprengen wird. Nicht nur, weil die FIA die Entwicklungsbeschränkungen lockert, 32 statt 25 Token freigibt und die verbotenen Bereiche öffnet.

Ein Lieferant, der alle Hersteller mit Teilen versorgt, verriet auto motor und sport: "Bis jetzt war es teuer, weil man sich von Null in ein völliges Neuland begeben hat. Jetzt geht es ans Feintuning. Das kostet noch mehr, weil die Hersteller viele Projekte parallel laufen lassen müssen, um herauszufinden, welcher Weg der Beste ist. Sie haben erst jetzt so richtig gemerkt, wie viel Potenzial in diesen Antriebseinheiten noch steckt."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden