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Die F1 Pole-Position-Könige

Wer ist der Schnellste der Schnellsten?

Schumacher, Senna & Hamilton - Collage Foto: sutton-images.com 153 Bilder

Lewis Hamilton ist seit Monza mit 69 Pole Positions alleiniger Rekordhalter. Doch ist er damit auch besser als seine Vorgänger Michael Schumacher und Ayrton Senna? Ein interessanter Zahlenvergleich.

12.09.2017 Michael Schmidt 9 Kommentare

Es ist vollbracht. Seit dem GP Italien ist Lewis Hamilton alleiniger Rekordhalter nach Pole Positions. 69 Mal stand der Engländer auf dem besten Startplatz. In der ewigen Bestenliste folgen Michael Schumacher mit 68 und Ayrton Senna mit 65. Sebastian Vettel auf Rang 4 ist mit 48 Trainingsbestzeiten noch ein gutes Stück entfernt.

Konzentrieren wir uns auf die großen Drei. Senna, Schumacher und Hamilton haben zusammen 202 Pole Positions gesammelt. 202 von 969 Grand Prix mit 765 GP-Teilnehmern insgesamt. Damit haben 4 Promille aller Formel 1-Fahrer der letzten 68 Jahre 21 Prozent aller Trainingsbestzeit abgeräumt. Statistik lügt nicht: Sie ist nur ein Zeichen dafür, wie außergewöhnlich die Drei waren oder sind.

Doch wer ist der Beste der Besten? Ein schwieriger Vergleich, weil die Drei zusammen nie über längere Zeit auf einer Rennstrecke gefahren sind, schon gleich gar nicht im gleichen Auto. Nur Michael Schumachers Karriere überschnitt sich mit den beiden anderen. Er fuhr 41 Rennen gegen Senna und verlor nach Trainingsduellen 10:31 gegen den Brasilianer. Und er bestritt 58 Grand Prix gegen Hamilton mit einer Quote von 7:51 im Trainingsvergleich zugunsten von Hamilton. Zur Ehrenrettung von Schumacher sei gesagt, dass er in den relevanten Jahren immer im schlechteren Auto saß, gegen Senna zu Beginn seiner unvergleichlichen Karriere, gegen Hamilton im Herbst seiner Laufbahn.

Senna hatte die stärkste Gegenwehr

Ayrton Senna - GP Portugal 1992 Foto: sutton-images.com
Senna kam am Schnellsten auf die Zahl von 65 Pole Positions.

Hamilton nahm sich nur 6 Rennen bis zu seiner ersten Pole Position Zeit, aber 195 bis er Sennas Rekord von 65 eingestellt hatte. Er hatte auch von Anfang an ein Siegerauto. Senna verbrachte seine erste Saison bei Toleman-Hart und stand deshalb erst bei seinem 16. Grand Prix auf dem besten Startplatz. In einem Lotus-Renault beim GP Portugal 1985. Dafür erreichte er die magische Zahl von 65 vor allen anderen. Bei seinem 161. Grand Prix. Es sollte auch sein letzter sein. Wer weiß, wie viele es noch geworden wären, hätte es den GP San Marino 1994 nicht gegeben.

Schumacher brauchte 42 Anläufe bis er Premiere auf der Pole Position feierte. Seine 65. holte er im 231. Anlauf beim GP Bahrain 2006. Der Rekord-Weltmeister könnte noch eine 69. Pole Position einfordern, die man ihm jedoch genommen hat. Er fuhr 2012 in Monte Carlo die schnellste Trainingszeit, musste aber 5 Startplätze zurück, weil er im Rennen davor eine Kollision mit Bruno Senna verschuldet haben soll.

Ayrton Senna ist bei 40,3 Prozent seiner Rennen von der Pole Position gestartet, Lewis Hamilton bei 34,3 Prozent und Michael Schumacher bei 22,1 Prozent. Der Zauberer aus Sao Paulo hatte in seiner Epoche mit Alain Prost, Nigel Mansell und Nelson Piquet die stärkste Gegenwehr im Kampf um den besten Startplatz. Prost, Mansell und Piquet liegen mit 33, 32 und 24 Pole Positions auf den Plätzen 5, 7 und 11 der ewigen Bestenliste.

Auch Hamilton fuhr in den letzten 10 Jahren gegen wehrhafte Konkurrenz. Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Fernando Alonso nehmen in der Statistik mit 48, 30 und 22 Trainingsbestzeiten die Plätze 4, 8 und 13 ein. Da hatte Schumacher einfacheres Spiel. Die ersten und die letzten drei Jahre fielen flach, weil weder der Benetton der frühen, noch der Mercedes der späten Jahre dazu taugten, konstant um die Pole Position zu fahren. Dazwischen blieben eigentlich nur Mika Häkkinen und Damon Hill als veritable Rivalen übrig. Häkkinen liegt mit 26 Pole Positions auf Rang 10, Hill mit 22 auf Platz 14.

Senna entschied 88,9 Prozent aller Teamduelle für sich

Alle drei Bestzeiten-Jäger profitierten davon, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt ihrer Karriere über eine längere Zeit im besten Auto des Feldes saßen. Senna zwischen 1988 und 1991 im McLaren-Honda. Schumacher zwischen 2000 und 2004 im Ferrari. Hamilton von 2014 bis heute im Mercedes. In diesen Phasen besserten alle Drei ihre Statistik nachhaltig auf.

Barrichello & Schumacher - Ferrari - Formel 1 2002 Foto: xpb
Barrichello konnte Schumacher im Qualifying nicht das Wasser reichen.

Und doch gibt es Unterschiede. Schumacher hatte in seinen goldenen Jahren auf der Pole-Jagd mit Rubens Barrichello einfacheres Spiel als Senna mit Alain Prost und Gerhard Berger oder Hamilton mit Rosberg. Senna nutzte seine Chancen besser als seine virtuellen Kontrahenten. Der Brasilianer schaffte es 87 Mal in die ersten Startreihe. In 74 Prozent aller Fälle machte er auch den besten Startplatz daraus. Bei Schumacher und Hamilton fällt diese Quote schlechter aus. Schumacher startete 115 Mal aus der ersten Reihe, Hamilton 114 Mal. Das heißt: In 41 Prozent war ein anderer schneller als sie.

Senna setzt sich noch in einem anderen Punkt von Schumacher und Hamilton ab. Der Brasilianer entschied 88,9 Prozent aller seiner Teamduelle für sich. Er zeigte damit, wer Herr im Haus war. Bei Schumacher sind es trotz der eher durchwachsenen zweiten Karriere nach 2010 immerhin noch 74,3 Prozent der Teamduelle, die er gewonnen hat. Hamilton blieb nur bei 58,8 Prozent der Trainingsduelle siegreich. Er hatte aber auch meistens einen anderen Weltmeister als Stallrivale. 2007 Fernando Alonso, von 2010 bis 2012 Jenson Button und von 2013 bis 2016 Nico Rosberg.

Der wahre König heißt Juan-Manuel Fangio

Konstanz bewiesen alle Drei. Hamilton stand in jeder seiner bislang elf GP-Saisons mindestens ein Mal auf der Pole Position. Ayrton Senna mit Ausnahme des ersten Jahres auch immer. Der Toleman-Hart von 1984 ließ keine Wunder im Training zu. Michael Schumacher war von 1994 bis 2006, dem Ende seiner ersten Karriere, immer an der Spitze des Starterfeldes präsent.

Lewis Hamilton - GP Italien 2017 Foto: Wilhelm
Hamilton startete in Monza zum sechsten Mal von der Pole Position.

Die drei Musketiere konnten auch auf allen Rennstrecken schnell sein. Natürlich gab es Vorlieben. Senna stand sieben Mal in Imola und je fünf Mal in Monte Carlo, Interlagos und Adelaide auf dem besten Startplatz. Schumacher war mit acht Pole Positions der König von Suzuka. Gefolgt von sieben Bestzeiten in Magny-Cours, jeweils sechs in Imola und am Hungaroring. Hamilton verteilt seine Pole Positions am häufigsten auf Melbourne, Shanghai, Montreal und Monza (je sechs) und zeigte sich jeweils fünf Mal in Silverstone und Budapest an vorderster Front.

Nicht ins Bild passt, dass Hamilton in Monte Carlo nur ein Mal reüssierte. Dabei zählt der Stadtkurs zu seinen Lieblingsstrecken. Schumacher erlebte das gleiche in Spa. Er siegte 6 Mal in seinem Wohnzimmer, aber er startete nur ein Mal ganz vorn. Sennas wunder Punkt war Suzuka. Ein Fahrerstrecke wie keine andere, aber nur zwei Trainingsbestzeiten.

Unter Berücksichtigung aller Zahlen und Eigenschaften ist Ayrton Senna immer noch der König der schnellsten Trainingsrunde. Und Lewis Hamilton kommt ihm am nächsten. Michael Schumacher wird es verschmerzen können, dass ihm dieser Titel von zwei anderen genommen wird. Seine Qualitäten lagen im Rennen. Und da werden sich seine Nachfolger noch lange die Zähne ausbeißen.

Ein Name fehlt völlig in der Frage nach dem schnellsten Fahrer aller Zeiten. Und wahrscheinlich war er der schnellste. Ihm blieb nur nicht genug Zeit es zu beweisen, weil es in den jungen Jahren der Formel 1 zu wenig Rennen gab. Juan-Manuel Fangio ist zwischen 1950 und 1958 nur 51 Rennen gefahren. Doch der Maestro aus Argentinien startete 29 davon von der Pole Position und 48 aus der ersten Reihe.

Statistik: Pole-Position-Quote:

FahrerPole Positions*RennenQuote
1. Juan Manuel Fangio295156,86%
2. Jim Clark337245,83%
3. Alberto Ascari143243,75%
4. Ayrton Senna6516140,37%
5. Lewis Hamilton6820034,00%
6. Sebastian Vettel4819025,26%
7. Stirling Moss166624,24%
8. Michael Schumacher6830722,15%
9. Damon Hill2011517,39%
10. Jackie Stewart179917,17%
* min. 10 Poles
Neuester Kommentar

Finde die Statistik in Quoten deutlich besser als in absoluten Zahlen. Für absolute Zahlen hat sich in der Formel 1 Historie zu viel verändert. Angefangen von der Anzahl der Rennen, der vergebenen Punkten etc. Schon beeindruckend, dass Fangio bei über 50 Rennen in knapp 57 % seiner Rennen auf der Pole stand.

PeterSchlosser 13. September 2017, 08:44 Uhr
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