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Super-Trick für 2017?

Ein Auto mit langem Radstand

Mercedes W07 - F1 2016 - Profil Foto: Stefan Baldauf 12 Bilder

Die Autos für 2017 nehmen Gestalt an. Wir erklären warum der spannendste Bereich zwischen den Vorderrädern und den Seitenkästen liegt. Und warum ein Team offenbar mit einem extralangen Radstand plant.

28.09.2016 Michael Schmidt 2 Kommentare

Die Formel 1-Konstrukteure sind sich einig: „Die 2017er Formel 1-Autos schauen geil aus.“ Kunststück: Sie kennen ihre Windkanalmodelle. Wir müssen noch bis zu den Wintertestfahrten 2017 warten, bis wir sehen, was da in den Designbüros entsteht. Doch einige Informationen dringen bereits nach außen. Und das hört sich spannend an.

Die ersten Konzepte der 2017er Autos entstanden noch im Glauben, dass der Heiligenschein („Halo“) kommt. Deshalb informierten die Teams die FIA, dass die Radstände sich drastisch verlängern würden. Hauptsächlich aus Gründen der Gewichtsverteilung.

Der 7 Kilogramm schwere Titanbügel liegt aus Sicht der Konstrukteure zu weit hinten. Also wollte man das Auto strecken, weil auch beim neuen Mindestgewicht von 722 Kilogramm nur ein Prozent Ballast als Spielmasse zur Verfügung steht.

Ein F1-Team plant 2017 mit langem Radstand

Doch der Halo wurde mittlerweile auf 2018 verschoben. Damit hat sich das Thema Gewichtsverteilung entschärft. Die FIA muss jedoch wissen, wie lang die Autos im nächsten Jahr werden, damit sie auch noch auf die Messplattform passen.

Angeblich haben fast alle Teams ihre Radstände wieder eingedampft. Nur ein Team will offenbar trotzdem mit einem extrem langen Auto fahren. Wir reden hier gleich von einer Differenz von 20 Zentimetern zum Rest des Feldes.

Jetzt fragt sich die Konkurrenz, wozu man ein so langes Auto braucht, wenn nicht für die bestmögliche Gewichtsverteilung. Und da kommen die neuen Regeln ins Spiel.

Force India-Technikchef Andy Green erklärt: „Der interessanteste Bereich ist der Raum zwischen Vorderrad und Seitenkasten. Weil die Regeln den Leitblechen mehr Platz und mehr gestalterische Freiheit geben. Dort wird im nächsten Jahr der größte Entwicklungswettlauf stattfinden.“

Force India wird deshalb seinen Radstand gegenüber 2016 verlängern. Was nicht überrascht, weil der VJM09 im Moment das kürzeste Auto im Feld ist.

Aero-Upgrades bei jedem Rennen

Green prophezeit, dass die Top-Teams nächstes Jahr bei jedem Rennen Aerodynamik-Upgrades nachschicken. Aber auch die kleinen Teams fahren ihre Schlagzahl hoch. „Wir werden alle zwei, drei Rennen reagieren. Das Feld ist so neu, dass es da ständig neue Ideen geben wird.“

Die Leitbleche bestimmen die Strömung Richtung Heck. Da die Ingenieure in Größe und Form viel weniger eingeschränkt sind als jetzt, werden in dem Bereich Konstruktionen entstehen, die gewollte Wirbel produzieren um den Unterboden abzudichten oder andere, um ungewünschte Turbulenzen abzulenken.

HaasF1-Teamchef Guenther Steiner berichtet: „Ihr könnt euch nicht vorstellt, was in dem Bereich abgeht. Da kommen die irrsten und kompliziertesten Konstruktionen heraus, die man sich denken kann.“

Und jetzt macht auch wieder ein langer Radstand Sinn. Weil er den Platz vergrößert, mit den Leitblechen zu spielen. Bleibt die Frage, wer das eine Team ist, das ein extralanges Auto bauen will? Der Fahrerlagerfunk glaubt, dass es Mercedes ist.

In unserer Galerie verraten wir Ihnen, welches Auto in diesem Jahr mit dem längsten Radstand unterwegs ist.

Neuester Kommentar

hmm, interessant...
einen längeren radstand bedeutet laut faustregel weniger wendigkeit (kontraproduktiv, weil die zeit gewinnt man heute in den kurven), aber mehr stabilität bei hohe geschwindigkeit (unnötig, eigentlich, die autos werden auf den geraden nicht viel schneller sein, und so viele so schnelle kurven, um das zu berechtigen, gibt es gar nicht).
...also, wozu denn?
um entwicklungskosten zu sparen, weil 2018 eh alle autos länger werden?
die gewichtsverteilung wird sich aber so stark durch den halo verändern (die 7 kilo vom halo sind das, was an ballast zur verfügung steht), das auch bei gleichbleibenden, langen radstand 2017er und 2018er autos komplett unterschiedlich sein werden, also, viel zu sparen ist da nicht...
geht es hier tatsächlich nur um den erfahrungsvorsprung mit der "längere" aerodynamik?
also kann es sich nur um Mercedes handeln, denn sie haben jetzt einen allgemeinen technischen vorsprung, antriebsseitig und wegen den FRIC vorne, den sie als einzigen richtig verstehen, und die aerodynamik überragend funktionieren lässt.
und diesen vorsprung wird auch 2017 erhalten bleiben, denn es geht hier nicht um einzelne teile, sondern um know how, somit könnten sie sogar trotz radstand-nachteile konkurrenzfähig bleiben, und auch wenn sie 2017 die WM nicht für sich entscheiden, haben sie dann einen aerodynamischen erfahrungsvorsprung für 2018.
oder, kann das mit den FRIC zu tun haben?
einen längeren radstand erlaubt es vielleicht, den FRIC tiefer einzubauen, oder keine ahnung, grösser zu bauen?

alternativ könnte ich mir nur einen team vorstellen, der zurückliegt, und einen sprung wagen könnte, da fallen mir nur Renault, die haben eh schon das längste auto, und vielleicht McLaren ein, nur die zwei teams haben genug geld um was aussergewöhnliches zu wagen, Ferrari hat zwar auch geld, die sind aber zu konservativ.

technisch gesehen wird es spannend, aber ich fürchte das die Mercedes dominanz weitergehen wird, eventuell mit einen "trost-jahr" dazwischen, das anderen für sich vielleicht entscheiden könnten...

naja... 28. September 2016, 18:07 Uhr
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