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Der große Regel-Check

Finden Sie die neue Reifenregel gut?

McLaren - Soft-Reifen - Pirelli - GP Australien 2016 Foto: Pirelli 19 Bilder

Der Saisonbeginn brachte viele kleine Regeländerungen mit sich. Die groß angekündigten floppten, die kleinen zeigten Wirkung. Wir checken, was der neue Start, die Reifen-Regel, das Qualifikationsformat und das Funkverbot gebracht haben.

24.03.2016 Michael Schmidt

Der erste Grand Prix des Jahres war ein Knüller. Alles nur Zufall? Oder eine Folge der neuen Regeln? Oder passten einfach die Umstände und es hätte auch so ein gutes Rennen gegeben? Über den Winter hat die FIA viele kleine und eine große Regeländerungen verabschiedet. Wir checken, was sie gebracht haben. Oder ob sie am Ende überflüssig sind.

Mehr Lotterie am Start

Beginnen wir mit dem Start. Die Fahrer dürfen zum Anfahren nur noch einen Kupplungshebel betätigen. Die meisten Autos haben zwar immer noch zwei, doch die Funktionen müssen absolut identisch sein.

Früher hat der Fahrer beim Erlöschen des Grünlichts die eine Kupplung losgelassen. Damit fuhr das Auto an. Mit der anderen Hand hat er dann den Schlupf kontrolliert. Jetzt muss der Fahrer beides mit einem Hebel erledigen. Der Widerstand muss linear sein. Eine Sperre an einem bestimmten Punkt ist verboten.

Der alte weitgehend automatisierte Vorgang hat in 8 von 10 Fällen gute Starts garantiert. "Jetzt sind es 50 Prozent weniger", verrät Mercedes-Chefstratege James Vowles. Lewis Hamilton führte den Beweis. Der Engländer verlor auf dem Weg in die erste Kurve 3 Plätze. Weil er die Kupplung zu zögerlich kommen ließ. Und weil Nico Rosberg und Kimi Räikkönen einen guten, Sebastian Vettel einen sehr guten Start hatte.

Aber auch im Feld gab es Verschiebungen. Pascal Wehrlein, Nico Hülkenberg und Rio Haryanto machten Boden gut. Sergio Perez, Daniel Ricciardo und Valtteri Bottas verloren Plätze.

Wir sagen: Experiment gelungen, Daumen hoch.

Quali-Format bringt Action im Rennen

Das Qualifikationsformat ist schon wieder Geschichte. Die Formel 1 kehrt nach einem Versuch zurück zum alten Modus. Vielleicht ein bisschen zu schnell. Schlecht war eigentlich nur das Q3. Und die Präsentation der ersten beiden K.O.-Runden am TV-Schirm. Bei deutlicherer Aufbereitung wäre die Spannung der 90-Sekunden-Eleminierung auch besser rübergekommen. Die Fahrer gaben durchweg zu: "Im Cockpit war der Druck größer. Weil du dir keinen Fehler erlauben durftest."

Das Format hat eines garantiert, das man noch bedauern wird. Mercedes und Ferrari waren im Q2 gezwungen, die weichste Reifenmischung zu fahren. Und das hat sie später in der Rennstrategie eingeschränkt. Auf bestimmten Strecken wären nach dem ersten Boxenstopp die Fahrer ab Startplatz 9 in Führung gelegen.

Bei Pirelli hofft man deshalb auch, dass die angekündigte Rückkehr zum alten Format noch nicht endgültig entschieden ist. Der Reifenhersteller will den Teams noch einmal darlegen, dass der K.O.-Modus im Q2 für mehr Spannung im Rennen sorgt. Bei Williams muss Pirelli nicht mehr werben. Technikchef Pat Symonds will nur das Q3 im alten Format zurück: "Es gab keinen Grund, warum wir am Rennsonntag eine vorschnelle Entscheidung getroffen haben."

Wir sagen: Man hätte es von Anfang an mit dem neuen Q1 und Q2, aber dem alten Q3 versuchen sollen.

Reifen-Regel bringt Strategie-Vielfalt

Seit diesem Jahr gibt es 3 Reifenmischungen im Angebot. Abgesehen von einer Mischung, die Pirelli zwingend für das Rennen vorschreibt, sind die Teams frei in ihrer Reifenwahl. Und das wird auch genutzt. Von den 16 Fahrern im Ziel sind 8 mit einer unterschiedlichen Reifenfolge unterwegs gewesen. Das schafft unterschiedliche Rundenzeiten und damit Überholmöglichkeiten.

Der Joker der weichsten Reifenmischung kann von Fall zu Fall den Autos eine Trumpfkarte zuspielen, die nett mit den Reifen umgehen. Ferrari hätte sicher nicht so stark ausgesehen, wenn nur Soft- und Medium-Gummi im Angebot gewesen wäre. Für Red Bull gilt das gleiche. Mercedes, McLaren, Force India und HaasF1 werden dazu tendieren, mit härteren Mischungen einen Stopp zu sparen.

Wir sagen: Eine wirksame Maßnahme, nur leider ein bisschen kompliziert. Pirelli sollte auf die Regel verzichten, dass sie den Teams im Rennen eine von zwei Mischungen vorschreiben. Damit gäbe es noch mehr Variabilität.

Mehr Nervenkitzel ohne Fernsteuerung

Das Funkverbot schlug hohe Wellen. Eine Stunde vor dem Start wurde es noch einmal gelockert. Nicht sehr professionell. Aber eigentlich richtig. Es tut der Spannung keinen Abbruch, wenn die Box mit dem Fahrer über die Rennstrategie diskutiert. Das könnte hier und da ein paar deftige Kommentare provozieren. Wie man an den wütenden Funksprüchen von Max Verstappen gesehen hat.

Richtig ist, dass die Fahrer mit technischen Problemen allein gelassen werden. Sie müssen selbst wissen, wie man mit einem abgefahrenen Reifen oder zu heiße Bremsen umgeht. Man muss ihnen nicht sagen, wie man Sprit spart oder die Batterie mehr lädt.

Nico Rosberg hat gezeigt, dass es geht. Mit Fernsteuerung wäre es wahrscheinlich einfacher gewesen, doch der Nervenkitzel hätte gefehlt. Schade, dass Rosberg am Funk nichts von seinen Problemen erzählt hat. Er darf ja sagen, was er will.

Wir sagen: Eine gute Sache. Die Piloten sind wieder Rennfahrer und keine Fahrschüler. Und es wird aus diesem Grund den ein oder anderen Ausfall geben. Das erhöht das Überraschungsmoment.

Was meinen Sie? Welche der Regeländerungen halten sie für sinnvoll, welche für überflüssig? Schreiben Sie uns!

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