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F1 Reglement

Gefahr von Langeweile und Stallregie

MP4-24 Foto: McLaren-Mercedes 13 Bilder

Nach einem FIA-Beschluss entscheiden ab der kommenden Saison nur noch die Siege über den Weltmeistertitel. Die neue Wertung birgt allerdings die erhöhte Gefahr von Langeweile und früherem Einsatz von Stallregie.

19.03.2009 Tobias Grüner

Die Absichten des Weltverbands waren löblich: Siege sollten mehr zählen als früher, ein reines Absichern von Punkten und Podiumsplätze zu Gunsten von mehr Rennaction verhindert werden. Doch die nun gefundene Lösung scheint nach erster Analyse nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein.

Ausgerechnet Bernie Ecclestone konterkarierte am Dienstag das neue System, das sich an seinen Vorschlag der Medaillenvergabe anlehnt. "Wenn Brawn GP gut gearbeitet hat, dann besteht für Jenson Button die Möglichkeit, die ersten drei Rennen zu gewinnen", prognostizierte der F1-Chef. "Und da nicht mehr die Punkte über den WM-Titel entscheiden, sind drei Siege in der Tasche schon mal nicht schlecht."

Wenige Siege können ausreichen

Wenn man sich die WM-Entscheidungen der vergangenen Jahre einmal anschaut, ist das allerdings eine gehörige Untertreibung. Drei Siege sind auf dem Weg zum Titel schon die halbe Miete. Im vergangenen beiden Jahren setzten Felipe Massa und Kimi Räikkönen mit jeweils sechs Erfolgen die Bestmarken. Es gibt allerdings auch extremere Beispiele: 1982 konnte kein Fahrer über die gesamte Saison mehr als zwei Siege verbuchen.

Mit einer kleinen Siegesserie zu Beginn des Jahres könnte es im schlimmsten Fall also sehr schnell langweilig werden. Problematisch ist dabei, dass sich Siege nicht so schnell aufholen lassen wie Punkte. Früher konnte ein Pilot mit einem Erfolg bei gleichzeitigem Ausfall eines Konkurrenten viel Boden gutmachen. Nun gibt es bei jedem Rennen nur einen einzigen Sieg zu vergeben.

Stallregie mit größerem Nutzen

Diese unverhältnismäßig hohe Gewichtung des ersten Platzes birgt allerdings noch eine weitere Gefahr in sich. Damit sich Teamkollegen nicht gegenseitig die Siege wegnehmen, ist es sinnvoll früh in der Saison auf ein Pferd zu setzen. Bei einer Doppelführung konnten Teams mit dem alten System noch großzügig darüber hinwegsehen, wenn der WM-Kandidat nur zwei Zähler einbüßte.

Geht es aber einzig um Siege wäre es geradezu töricht, den eigentlich illegalen Platztausch nicht einzuleiten. Um beim Beispiel Brawn GP zu bleiben: Wenn Button die ersten beiden Rennen gewinnt, beim dritten Grand Prix in Shanghai aber hinter Rubens Barrichello auf Rang zwei festsitzt, wird sich die Teamführung genau überlegen, ob ein dritter Button-Sieg nicht deutlich wertvoller wäre, als ein glücklicher Brasilianer.

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