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Wer baut Pirelli ein Testauto?

Nur 5 Teams haben Interesse

Pirelli Ultrasoft - Formel 1 -  2016 Foto: Pirelli 31 Bilder

Pirelli stellt der FIA Bedingungen. Breite Reifen für die 2017er Autos gibt es nur, wenn vorher ausreichend getestet werden kann. Bei einer Sitzung in Shanghai teilte FIA-Rennleiter Charlie Whiting den Teamchefs die Testbedingungen mit. Jetzt müssen die Teams nur noch Testautos bauen.

15.04.2016 Michael Schmidt

Die 2017er Autos sind eine schwere Geburt. Pirelli will bei den prognostzierten 25 Prozent mehr Abtrieb ausreichend Testmöglichkeiten. Nur unter der Bedingung ist der italieinsche Reifenhersteller bereit, den neuen Ausrüstervertrag mit der FIA zu unterschreiben. Und nur mit dieser Garantie will Pirelli neue, breitere Reifen konstruieren.

Dafür muss die FIA zunächst einmal das sportliche Reglement umschreiben. Die Regeln sehen normalerweise keine Testtage während der Saison vor. Ursprünglich wollte Pirelli 6 Mal je 2 Tage mit beliebig vielen Autos testen. Man hat sich jetzt aber aus Kosten- und Zeitgründen auf so genannte 25 Auto-Tage geeinigt. Die FIA und die Teams bestimmen dann, wer wann mit Reifentests an der Reihe ist.

Reifen-Tests in zwei Schritten

Doch dazu muss man erst einmal Testautos haben. Die Sportbehörde legte auch hierfür die Rahmenbedingungen fest. In der ersten Phase soll mit Autos aus den Jahren 2012 bis 2014 getestet werden. Pirelli wird dafür Reifen mit den aktuellen Dimensionen, aber den 2017er Mischungen bereit stellen. In einem zweiten Schritt will Pirelli, dass die Teams modifizierte 2015er Autos an den Start bringen. Erst dann werden auch breitere Reifen ausprobiert.

Modifiziert heißt, dass diese Autos von den Abtriebswerten repräsentativ sind. Die Teams überlegen den zusätzlichen Anpressdruck provisorisch über größere Flügel und seitliche Schürzen so wie in der guten alten Groundeffect-Zeit zu generieren. Das soll den Unterboden an den Seiten zur Straße hin abdichten. Und es würde weniger kosten, als das Auto komplett umzubauen.

200 Dollar Zuschuss pro Kilometer

Bei einer Umfrage zeigten nur 5 der 11 Teams Interesse, so ein Testauto zu bauen: Mercedes, Ferrari, Red Bull, McLaren und Williams. Interesse muss aber nicht heißen, ob so ein Auto dann auch tatsächlich auf die Räder gestellt wird. Die kleinen Teams halten sich bedeckt. Pirelli hat zwar versprochen, die Teams pro Kilometer mit 200 Dollar zu entschädigen, doch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. "Ein Testkilometer kostet über 1.000 Dollar", heißt es bei Force India.

Mercedes, Ferrari und Williams würden lieber mit den aktuellen Autos weiterfahren. Sie befürchten schlechtere Rennen, wenn der Abtrieb so dramatisch erhöht wird. Es gibt noch ein zweites Problem. Keiner will für viel Geld ein Auto umrüsten und dann an einem der frühen Testtage eingeteilt werden. "Dann musst du auf Reifen in einem frühen Entwicklungsstadium herumfahren. Jeder wird so spät wie möglich testen wollen, wenn die Reifen fertig entwickelt sind", sagen Mercedes-Ingenieure.

Interessanterweise hat Pirelli der FIA und den Teams keine Frist gesetzt, wann die ersten Tests mit 2015er Reifen stattzufinden haben. Gerüchteweise ist zu hören, dass die Italiener insgeheim hoffen, die neue Formel nie kommen möge.

Hier steckt die Königsklasse in einem Dilemma. Wenn die Testautos zu spät fertig werden, wird es auch für Pirelli zu spät, neue Reifen zu entwickeln. Die Fahrzeug-Ingenieure haben zu diesem Zeitpunkt ihre Entwicklung vielleicht schon längst auf die 2017er Aerodynamik umgestellt. Deshalb fordern viele Teams, dass es bis zum 30. April verbindliche Zusagen gibt.

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